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Königsbrunn

15.11.2017

Mit Swing zurück in die 1920er Jahre

Die Combo Café Arrabiata besteht aus Christoph Teichner (Piano), Stefan Arndt (Schlagzeug), Kirstin Arndt (Bratsche/Gesang), Agens Reiter (Klarinette/Gesang) und Werner Neupert (Bass/Gitarre). Zu fünft entführten sie das Publikum in die schillernde Zeit der 1920er.

Café Arrabiata nimmt seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise zu neuem Schwung in einem grauen Deutschland.

Café Arrabiata – das sind fünf Musiker, die sich einer Epoche verschrieben haben, die für ihren Glanz bekannt ist und so bitter vom braunen Nebel verschluckt wurde. Dass man aus der Geschichte nur lernt, dass man nicht aus der Geschichte lernt, ist ja ein alt bekannter Spruch. Doch sind sich die Musiker beim Konzert in Königsbrunn sicher, dass man aus der Musik dieser vergangenen Zeit durchaus etwas mit nach heute mitnehmen kann.

„Vor allem die charmanten Texte brachten damals ein wenig Witz in eine schwierige Zeit“, erklärte Werner Neupert, der Bassist und Swing-Gitarrist des Quintetts. So wurden beim Konzert im Pfarrsaal der Kirche Zur Göttlichen Vorsehung vor allem Titel aus Filmen der Goldenen Zwanziger gespielt. Manch älterem Publikumsgast der vom Verein „Kultur lebt in Königsbrunn“ (KliK) organisierten Veranstaltung waren Lieder wie „Frauen sind keine Engel“ oder „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ wohl noch bekannt, war es doch der Film und die Lichtspielhäuser, die als neues Medium das Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg eroberten.

Klassiker und unbekanntere Stücke

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„Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ ist dabei nicht nur ein Titel im Repertoire von Café Arrabiata, sondern auch namensgebend für das Programm. Auch wenn der Film „Tanz auf dem Vulkan“, aus dem das Stück ursprünglich stammt, schon 1938 erschien, also bereits während der faschistischen Diktatur, trägt es noch den Schwung der Freiheit der ersten Demokratie in Deutschland mit sich: „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da, die Nacht ist da, das was passiert“, heißt es da nämlich. Doch was passiert da in der Nacht? Im Film wird die Geschichte eines politischen Umsturzes in Frankreich erzählt – Joseph Goebbels zeigte sich empört und so wurde zwar nicht der Film, wohl aber das bekannte Titellied zensiert.

Klassiker wie diese aber auch unbekanntere Stücke konnten die Zuhörer völlig unzensiert im Pfarrsaal zu Göttlichen Vorsehung hören – begleitet von Piano, Schlagzeug, Bass, Klarinette, Gipsy-Gitarre und Klarinette. Als besonderen Zusatz wagten sich auch die zwei Damen der Combo, Agnes Reiter und Kirstin Arndt, sogar an einen Stepptanz heran. Seit neun Jahren spielt die Gruppe bereits zusammen und tritt dabei auch regelmäßig auf.

Musik der Goldenen Zwanziger begeistert heute noch

Nicht nur Charme und Witz in den Liedtexten trugen zum Erfolg beim Publikum bei, sondern auch hohe Professionalität der Musiker. Die Soli von Werner Neupert an der Gipsy-Gitarre und Stefan Arndt am Schlagzeug wurden ebenso mit reichlich Szenenapplaus belohnt, wie auch diverse Gesangseinlagen von Christoph Teichner, der die Combo am Piano begleitet.

Café Arrabiata bewies an diesem Abend jedenfalls eines: Auch wenn das kulturelle Leben der Goldenen Zwanziger zur Zeit des Dritten Reiches beinahe zum Erliegen gebracht wurde, kann es auch heute noch, oder wieder, das Publikum begeistern.

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