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Bobingen

02.04.2014

Mit dem Fahrstuhl in den Himmel

„Man darf das Thema nicht von den Kindern fernhalten. Sarah hat viel erzählt und es hilft ihr sicher beim Aufarbeiten.“Patricia Knobloch

Eine Hospizgruppe spricht mit Kindern über Krankheit und Tod. Auch eine Krebsärztin kommt hinzu. Die Schule hält dies für nötig.

Bobingen Das Bild des kleinen Eren zeigt einen Fahrstuhl, der von der Erde direkt hinauf in die Wolken, in den Himmel führt. Es zeigt seine Vorstellung vom Sterben. Im Klassenzimmer der Grundschule an der Singold hängen noch weitere Texte und Bilder, die die Auseinandersetzung der Kinder mit den Themen Krankheit und Tod dokumentieren. An fünf Nachmittagen hatten sich 22 Schüler der Klasse 3b unter Anleitung von Mitgliedern der Hospizgruppe Bobingen mit diesem Tabuthema beschäftigt. Bereits zum zweiten Mal führte die Bobinger Gruppe ihr Projekt „Hospiz macht Schule“ durch.

Und zum Abschluss dieser Projektwoche waren auch die Eltern eingeladen. Die Schüler präsentierten ihre Bilder und Texte, die an den fünf Nachmittagen entstanden sind. Sowohl Schulleiterin Gabriele Glockner als auch die Leiterin der Hospizgruppe, Mirela Wollner, waren beeindruckt von den Ideen und Vorstellungen, welche die Kinder dabei entwickelten.

„Das ist ein sehr wichtiges Thema“, sagte die Schulleiterin. Und Mirela Wollner erläuterte die Vorgehensweise: „Wir finden im Gespräch mit den Kindern heraus, was sie an Wissen dazu mitbringen und behandeln das Thema dementsprechend.“

Mit dem Fahrstuhl in den Himmel

Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, Traurigkeit und Trost waren Themenfelder, mit denen sich die Schüler unter Anleitung von fünf Frauen der Hospizgruppe beschäftigten.

Die Krebsärztin Dr. Astrid Knekov von der onkologischen Abteilung der Kinderklinik Augsburg, beeindruckte die Kinder besonders, indem sie auf die Fragen der Schüler offen und einfühlsam einging. Die Kinder überlegten, wie sie einem Kranken helfen und ihn trösten können und was ihnen selbst gut tut, wenn sie traurig sind. Schülerin Christina fand das Projekt toll: „Das Thema Tod hat mich am meisten beeindruckt“, sagte sie. Auch für ihre Klassenkameradin Sarah war das Projekt wichtig, denn sie erlebte mit, wie ihre Oma gestorben ist. Ihre Mutter Patricia Knobloch bewertet „Hospiz macht Schule“ als sehr gut: „Man darf das Thema nicht von den Kindern fernhalten. Sarah hat viel erzählt und es hilft ihr sicher beim Aufarbeiten“, sagte sie. Krankheit und Tod im Umfeld ihrer Familien machen keinen Bogen, beschäftigt sie. Darauf wollen Schule und Hospizverein sie vorbereiten.

Zum Zeichen dafür, dass Leben und Tod zusammen gehören, haben die Kinder eine Narzisse gepflanzt und beobachten sie. Jetzt blüht sie. Sie wird später absterben aber im nächsten Frühjahr zu neuem Leben erwachen.

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