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Bobingen

12.07.2017

Mit dem Zeitungsboot durchs Leben

Mit der Zeitung durch die Wogen des Lebens. Die Klasse 4b der Laurentius Grundschule Bobingen schaffte es sogar mit einer eigenen Serie auf die samstägliche Capito-Seite unserer Zeitung.
Bild: Susanne Rummel

Wie zwei Klassen in Bobingen „Zeitung in der Schule“ machen und die Welt zu deuten lernen.

Sie sind schon so etwas wie Zeitungsprofis: Die Mädchen und Buben der Klasse 4b der Laurentius-Grundschule in Bobingen haben seit drei Wochen in den Wochenendausgaben der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatzeitungen ein großes Publikum. Sie erweisen sich noch dazu als Kunst-Sachverständige. In einer samstäglichen Serie auf der Capito-Seite unserer Zeitung stellen sie verschiedene Kunststile und dazu jeweils namhafte Vertreter vor.

Kein einfaches Thema, aber ihre Lehrerin Susanne Rummel sieht den Spaß und den Eifer, den das Projekt bei den Kindern auslöst: „Inzwischen warten sie schon ungeduldig auf die Korrekturabzüge ihrer Artikel und dann auf die fertige Ausgabe.“ Vor Ferienbeginn werden sie zudem das Zeitungshaus in Augsburg besuchen und holen dabei die Druckplatten jener Seiten ab, auf denen ihre Beiträge zum Capito-Kunstsommer standen.

Unterrichtsmaterial mit vielen Anregungen

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Doch das ist nur ein Teil des ZiSch-Projektes, welches Susanne Rummel ihrer Klasse während der vergangenen Wochen bot. ZiSch steht für „Zeitung in der Schule“. Dabei wird Lehrkräften von einem medienpädagogischem Institut Unterrichtsmaterial mit vielen Anregungen angeboten. Gepaart mit der Unterstützung unserer Zeitung können daraus ganz unterschiedliche Schulprojekte werden. Teilnehmen können dritte und vierte Grundschulklassen sowie siebte bis zehnte Jahrgangsstufen weiterführender Schulen. Hinzu kommt das P-Seminar Zeitungsjournalismus für gymnasiale Oberstufen. Den Projektzeitraum können die Lehrkräfte dabei frei wählen. Eine, die damit schon seit Jahren gute Erfahrungen machte, ist Gabriele Beyrle von der Außenstelle Siedlung der Grundschule an der Singold in Bobingen.

Alle zwei Jahren gibt es dort für die vierte Klasse zwei Zeitungswochen. Auch für diese jungen Leser ist die Capito-Seite ein Bestseller. Doch stehen andere Seiten ebenso im Mittelpunkt. „Ich lese die Zeitung von hinten nach vorne. Das machen auch die Kinder gerne so. Sie suchen Lustiges und Dramatisches. Wichtig ist ihnen der Sportteil.“ Darüber wird dann in der Klasse gesprochen, so die Klassenlehrerin: „Das fördert zunächst das Lesen, aber es geht weiter: Kritisches Nachdenken und der Umgang mit Informationen sind wichtige Ziele, die wir hiermit erreichen.“ Das könnten Viertklässler durchaus. Ausgerechnet ein heikles Thema stellte Gabriele Beyrle vor die Aufgabe, mit ihrer Klasse den Wahrheitsgehalt von Nachrichten zu erkunden: Es ging um Erdogan und das, was eines der Kinder hierzu zuhause gehört hatte. Es sei ein schwieriges Beispiel gewesen, aber Gabriele Beyrle glaubt, damit den Kindern gezeigt zu haben, wie sie den Kern von Nachrichten erkennen und einordnen können.

Vergleich von Zeitung mit Tisch

Auflockerung brachte ein Fotoprojekt in den Unterricht: „Aufgedeckt“ nennt es die 4c aus Bobingens Siedlung. Denn die Zeitung würde Informationen aufdecken, wie auch ein Tisch gedeckt werde - mit sinnvollen Strukturen. Damit wurde zugleich das Kapitel Mehrdeutigkeit von Begriffen und Sprichwörtern im Unterricht behandelt. Für Susanne Rummel und ihre 4b steht das Boot aus Zeitungspapier symbolisch für das Medienprojekt. Denn die Zeitung habe das ganze Geschehen an Bord, stellten die Kinder fest und sie biete viele Hilfreiches. „Die Zeitung hilft uns, durch die Wogen des Lebens zu kommen“, so die Lehrerin.

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