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Bobingen

20.06.2017

Mit der zweiten Liebe zum Bundessieger

Luca del Papa mit seiner Gitarre: Beim Bundeswettbewerb spielte er Lieder, die er auch privat gerne hört.
Bild: Ingeborg Anderson

Luca del Papa ist Deutschlands bester Nachwuchsgitarrist. Für das Instrument entschied er sich wegen der Nachbarn.

Mit seiner Gitarre wurde Luca del Papa jetzt Bundessieger bei „Jugend musiziert“ in Paderborn. Aber eigentlich wollte er ein anderes Instrument lernen. Wie wurde es dann doch die Gitarre?

„Ich wollte Schlagzeug lernen, aber wir wohnten damals noch in einer Mietwohnung und da habe ich mich für ein leiseres Instrument entschieden. Gitarre auch deshalb, weil hier der Rhythmus sehr wichtig ist“, erklärt der 16-Jährige. Das war vor acht Jahren, und mit sehr viel Eifer und Intensität trachtete er, seine –damals noch akustische – Gitarre zu beherrschen.

Die Aufregung kam erst kurz vor dem Auftritt

Vor sechs Jahren traf er seinen jetzigen Lehrer Felix Kosel, der sein Talent erkannte, der seinen Schüler zum Bundeswettbewerb begleitete und auch jetzt beim Interviewtermin dabei ist: „Ich war damals ganz erstaunt, wie gut Luca sein Instrument beherrschte und dass er alle Akkorde schon kannte. Hinzu kamen sein Rhythmusgefühl und seine Musikalität“, erinnert sich der engagierte Musikdozent.

Über den Ablauf des Wettbewerbs erzählt Luca: „Ich musste ein 15- bis 20-minütiges Programm mit drei im Stil unterschiedlichen Stücken spielen. Davon musste eines entweder selbst komponiert oder eine Improvisation sein.“ Und war er sehr aufgeregt? „Im Vorfeld eigentlich nicht. Erst zehn Minuten vorher. Aber dann, während des Vorspielens, war ich wieder ruhig.“ Das bestätigt sein Lehrer Felix Kosel: „Er war ganz authentisch, ganz bei sich, das hat neben dem perfekten Spiel wohl auch die Jury beeindruckt.“

Als Gitarrist und Schlagzeuger in zwei Bands

Die Stücke, die Luca del Papa vor der Jury spielte, waren ein Blues von Stevie Ray Vaughan, Filmmusik von Ry Cooder und eine Improvisation zu Edward van Halens „Eruption“. Damit vermittelt er im Wettbewerb auch einen Eindruck von der Musik, die er privat gerne hört: „Ja, das ist die Musik, die ich mag. Außerdem Depeche Mode oder etwa Bruce Springsteen.“ Von weiteren musikalischen Vorlieben erzählt sein Zimmer, das nicht nur mit Fotos von Musikern wie den Beatles oder Freddy Mercury an den Wänden und einer umfangreichen Platten- und CD-Sammlung aufwartet, sondern in dem auch ein elektronisches Schlagzeug steht.

Spielt er das nur für sich? „Nein, ich spiele in zwei Bands mit – in einer als Gitarrist und in der anderen als Schlagzeuger. Das ist die reaktivierte Band der Realschule“, sagt Luca del Papa. Ob er nach dem Erfolg beim Bundeswettbewerb die Musik nun auch beruflich betreiben will, das hat er noch nicht entschieden. „Das lasse ich auf mich zukommen. Erst mal schließe ich meine Lehre als Systemelektroniker ab. Denn dieser Beruf entspricht sehr meinen Interessen für Elektronik und Maschinenbau.“ Zudem hat er gerade den Motorradführerschein gemacht. Und fürs Fahren und Treffen mit Freunden soll auch Zeit bleiben.

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