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10.07.2018

Momente ganz besonderer Menschen

Petra und Martin Beck (Fotograf der Ausstellung) gemeinsam mit Sohn Silas (12 Jahre), der auf dem Foto das Telefonieren übt.
Bild: Sabine Hämmer

Im Generationenpark ist die Ausstellung „einsmehr“ zu sehen

„Einsmehr“ heißt die neue Ausstellung im Generationenpark. Hierbei handelt es sich um eine Fotoausstellung mit Porträts von Kindern und Jugendlichen, die mit dem Down-Syndrom geboren wurden, also ein Chromosom mehr haben als andere Menschen.

Aufgenommen hat die Bilder in den vergangenen Jahren der freiberufliche Fotograf Martin Beck, selbst Vater eines zwölfjährigen Jungen mit Down-Syndrom. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Verein „einsmehr“, Initiative Down-Syndrom, statt. „Als ich die Fotoausstellung anlässlich einer Veranstaltung des Bezirk Schwaben zum Thema Inklusion entdeckte, dachte ich sofort an unseren Generationenpark“, so Achim Friedrich, Leiter des Wohnprojektes. „Auch hier bei uns wird Inklusion großgeschrieben. Menschen mit und ohne Handicap leben selbstbestimmt zusammen und helfen sich oft gegenseitig“, fuhr Friedrich fort. Er holte die Ausstellung daher nach Königsbrunn, wo sie drei Monate lang zu sehen ist. Seinen Worten pflichtet auch Kulturreferent Christian Toth bei. Er erinnerte an frühere Zeiten, in denen gegenseitiger Respekt unter den Generationen, verbunden mit Hilfe noch selbstverständlich war. „Besonders erschütternd ist die Tatsache, dass heutzutage kaum mehr Kinder mit Down-Syndrom geboren werden, sondern bereits vor der Geburt als minderwertige Menschen abgetrieben werden“, resümierte Christian Toth.

Welch strahlende, liebenswerte Kinder Felix, Max, Melanie und einige andere Kinder, alle mit 47 Chromosomen statt 46, sind, zeigt die Ausstellung. „Um die fotografierten Kinder ganz typisch abzulichten, habe ich sie lange beobachtet und besondere Momente aufgegriffen“, erläuterte Beck. So entstanden besonders gelungene Aufnahmen mitten im Alltag. Silas, Becks eigener Sohn beim Telefonieren, Nikolas im Schwimmkurs, Simon beim Handballspielen.

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„Kinder mit Down-Syndrom sind, mit der entsprechenden Förderung, wie alle anderen Kinder in der Lage ihre speziellen Fähigkeiten zu schulen und beachtliche Leistungen zu erzielen“, so Beck. Damit sie nach der Schule künftig auch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance haben, plant der Verein ein Inklusionshotel in Augsburg, nahe dem Klinikum zu bauen.

Dieses Projekt soll ein weiterer Schritt in Richtung eines inklusiven Grundverständnisses sein. Dort sollen Menschen mit Down-Syndrom die für sie passende Arbeit finden. Hierfür wurde bereits eine GmbH gegründet. Spenden werden dringend gesucht. Die Eröffnung soll im Sommer 2020 stattfinden.

kann mittwochs zwischen 14 und 17 Uhr im Generationenpark, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 38-42, oder nach Absprache unter Telefon 08231/6058691 besichtigt werden.

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