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Graben

08.03.2019

Momentensammler: „Es lebe der Rock’n’Roll“

Nina Sirch wird unterstützt durch Trompeter Wolfgang Weber.
Bild: Uwe Bolten

Die lokale Kultband unterstreicht in Graben ihren Status. Beim rhythmischen Klatschen stößt das Publikum an seine Grenzen.

Dynamisch hämmerte das Piano, Gitarrenklänge fügten sich ein, die Beats des Schlagzeugs ließen die Richtung des Abends erkennen: Es lebe der Rock’n’Roll! Unter diesem Motto spielten die Momentensammler im Kulturzentrum. Trotz „Faschingsveranstaltungen und sehr gutem Tatort“, wie Bassist Andreas Scharf in seiner Begrüßung keck formulierte, folgten mehr Gäste als erwartet dem Aufruf.

Das Programm, das die sechs Musiker um den Gräbinger Bürgermeister vorbereitet hatten, schloss nahtlos an die erfolgreichen Veranstaltungen des vergangenen Herbstes an. Der Melodienmix aus der Zeit der Vespas, Jukebox, Haartollen und der für die damalige Zeit unanständigen Tanzweise sowie der typischen Interpretation der Momentensammler kam beim Publikum an. Scharfs Überleitungen zwischen den Stücken avancierten zum komödiantischen Zusatzprogramm. Mal nahm er Liedtexte aufs Korn, mal trug er Geschichten aus der Entstehungszeit der Titel vor. Begriffe wie „Klammerblues“, „Feger“ oder „Schmelzer“ brachten die Eigenarten der Stücke ohne viele Worte auf den Punkt.

Nina Sirch war stimmlich das Maß aller Dinge

Die Arrangements überzeugten durch authentische Instrumentierung, ohne den Versuch, die Titel im Original zu kopieren. Stimmlich war Nina Sirch das Maß aller Dinge. Ob zügig, wie bei „Tintarella di luna“, oder langsam, wie bei Brenda Lee Titeln, trug ihre klare, warme Stimme zu den Gänsehautmomenten des Abends bei. Dieter Botzenhardt fügte den Klang seines Pianos als markantes Element hinzu und unterstrich die fundamentale Bedeutung des Instrumentes für die Musik der Zeit. Schlagzeuger Bernhard „Bene“ Hartmann hämmerte nicht, wie oft beim Rock’n’Roll der 50er- und 60er-Jahre, wild drauf los, sondern überzeugte durch akzentuiertes Rhythmusspiel; oft nach dem Motto weniger ist mehr.

Andreas Scharf setzte mit seinem Bass schnörkellos und verlässlich die tragende Schallfläche der Titel, Gitarrist Gerhard Baier baute sein Instrument mit warmen Tönen in Rhythmus- und Solospiel unaufdringlich, aber klar vernehmbar, in das Klanggefüge ein. Wolfgang Weber (Trompete, Flügelhorn, Mundharmonika) vermochte seine Instrumente angemessen in die Arrangements einzupassen.

Beim Titel "Apache" gab es zur Begeisterung aller Gäste auch komische Showeinlagen
Bild: Uwe Bolten

Der Versuch, den Rhythmus des Stücks „Lollipop“ durch das Publikum klatschen zu lassen, ging erwartungsgemäß daneben. Die Unterstützung der Gäste als Chor hingegen erzeugte im Kulturzentrum angenehme Schwingungen. Nach zahlreichem Mitmachtraining geriet das „Uuhh“ im Klassiker „Let’s have a Party“ zur gelungenen Meisterprüfung für die mehr als 150 Gäste. Zum Höhepunkt des Abends verzichteten die Musiker auf elektrische Verstärkung und spielten „All I have to do is dream“ rein akustisch für die leise mitsingenden Gäste und entließen diese voller Musik in die Nacht.

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