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18.06.2019

Mücken sind auch im Augsburger Land auf dem Vormarsch

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Was hilft gegen Mücken wirklich? Zur Vorbeugung Sprays, und als Erste Hilfe gegen Stiche Hausmittel wie zum Beispiel eine Zwiebel. 
Bild: Marcus Merk

In manchen Teilen Bayerns sind Mücken bereits jetzt schon zu eine Art Plage geworden. Wie die Situation im Augsburger Land aussieht und was alles helfen kann.

Jeder kennt das: Man sitzt gemütlich am See oder auf der Terrasse und die Sonne geht langsam unter. Eigentlich wäre jetzt die Zeit gekommen, um die Abendstimmung zu genießen. Doch gerade jetzt werden die Mücken munter. In vielen Teilen Bayerns sind sie schon zu einer Plage geworden. Am Ammersee, den viele schon Jammersee nennen, soll ein Fußballer zum Beispiel mit 500 Stichen ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Gartenfreunde können dort zum abendlichen Gießen nur noch mit einem Körperschutz. Und in Apotheken gibt es kaum mehr Mückenspray. Wer schon Bekanntschaft mit den surrenden Quälgeistern geschlossen hat, kann sich mit verschiedenen Mitteln helfen.

Kein Run auf Mückenschutz

Silvia Ziegler badet mit ihrer Familie am Ilsesee. „Ich bin gerade gestochen worden“, berichtet sie. Aber es sei das erste Mal diese Saison, derzeit gebe es noch nicht viele Stechmücken am See. „Wenn es schlimmer werden sollte, greife ich vielleicht zu Autan.“ Einige Meter weiter genießt Verena Weber die Sonne. Auch sie würde zum Anti-Mücken-Mittel greifen, wenn die Tierchen aufdringlich würden. „Bis jetzt sind sie aber noch kein Problem“, gibt sie Entwarnung.

Bei Thomas Müller von der Markt-Apotheke in Bobingen gibt es keinen Run auf Mückenschutz: „Es ist wie immer um diese Zeit, dass Mückenmittel vermehrt nachgefragt werden. Aber im Vergleich zu den Vorjahren ist es eher ruhig.“ Er empfiehlt neben pflanzlichen Mitteln auf Basis von Citronell-Öl Klassiker wie den Marktführer Autan: „Diese Mittel halten in der Regel sechs Stunden lang die Mücken fern. Viele schwören auch auf das alte Hausmittel Zedernholzöl, was aber intensiv riecht“, so Müller.

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Lange Ärmel und Hosen auf dem Feld

Auch Kreisbäurin Andrea Mayr aus Großaitingen hat schon Erfahrungen mit Mücken gemacht. „Bei uns waren früher auf dem Feld immer lange Ärmel und Hosen angesagt, auch bei warmem Wetter. Dann haben wir gehofft, dass wir möglichst wenig gestochen werden“, erklärt Mayr.

Auch Susanna Eberl trägt meist langärmlige Klamotten. Die Biologin und Umweltberaterin ist unter anderem im Naturpark Westliche Wälder unterwegs. Sie empfiehlt Sprays und Kerzen mit dem Duft der Zitronenminze oder Teebaumöl. „Das hilft zwar nicht zu 100 Prozent, aber immerhin mögen die Mücken das nicht“, sagt sie. Von der chemischen Keule rät Eberl grundsätzlich ab. Insektensprays für die Wohnungen würden teilweise Nervengifte enthalten, die auch bei mehrmaligem Lüften nicht aus dem Raum verschwinden und auf Dauer für Menschen ungesund seien.

Anlieger sind dafür, Naturschützer dagegen

Am Ammersee wird seit mehreren Jahren heftig über den Einsatz eines Bazillus-Präparats gestritten. Es soll dafür sorgen, dass keine Mückenlarven mehr schlüpfen können. Anlieger sprechen sich dafür aus, Naturschützer sind dagegen. Auch Susanna Eberl sieht den Einsatz kritisch: „Das schadet sicher nicht nur den Mücken.“ Sie plädiert eher dafür, die Fressfeinde der Mücken zu fördern. Auch Kreisbäurin Andrea Mayr hat eine Meinung zum umstrittenen Anti-Mücken-Bazillus: „Das ist jetzt eine Zwickmühle. Was den Bauern durch das jüngste Volksbegehren für mehr Artenschutz verboten wurde, kann man nicht an anderer Stelle erlauben.“

Auf den Artenschutz geht auch Biologin Eberl ein. Sie stellt fest: „Vögel, Fledermäuse und Amphibien sind Fressfeinde der Mücken. Sie sterben bei uns aber schon seit Jahrzehnten aus“, sagt die Biologin. Doch der Rückgang ist nicht der einzige grund, warum sich Mücken massenhaft vermehren. Eine Rolle spiele nämlich der Klimawandel. Bei steigenden Durchschnittstemperaturen fühlten sich die Insekten nämlich wohler, erklärt Eberl. Generell gelte: Insekten schlüpfen besonders dann massenhaft, wenn die Bedingungen stimmen. Am wichtigsten seien „warmes Wetter und möglichst wenig Fressfeinde“, erklärt Eberl.

Frisch aufschneiden und auf den Stich legen

Doch was hilft diese Erkenntnis, wenn die Stechmücke schon aktiv ist und zugestochen hat? Und die Haut rot wird und juckt? Kreisbäurin Andrea Mayr weiß, wie sich der Reiz lindern lässt: Nämlich mit einer Zwiebel. Ihr Tipp: „Einfach frisch aufschneiden und auf den Stich legen, das kühlt und lindert den Juckreiz.“ Auch in Apotheken gibt es verschiedene Mittel. Dora Schakat empfiehlt ein Gel. Heftig geschwollene Stiche könnten auch mit Kortison behandelt werden. Bei Kindern sollte man diesen Wirkstoff allerdings nur auf Anraten eines Arztes verwenden. Zur schnellen Linderung gebe es in Apotheken außerdem Kühlsticks. (mit krju, weda-,nos)

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