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Mickhausen

03.01.2020

„Mutechusen“ feiert heuer ganz groß

Eng mit der Familie Fugger ist die Geschichte Mickhausens verwoben: Der Erbauer der Pfarrkirche, Raymund Fugger, hat sich mit dem Wappen verewigt.
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Eng mit der Familie Fugger ist die Geschichte Mickhausens verwoben: Der Erbauer der Pfarrkirche, Raymund Fugger, hat sich mit dem Wappen verewigt.
Bild: Walter Kleber

Vor 750 Jahren wurde Mickhausen zum erstmalsurkundlich erwähnt. Deshalb wird 2020 gefeiert.

Dem Augsburger Bürger und Patrizier Sibito von Stoltzhirsch hat es die Staudengemeinde Mickhausen zu verdanken, dass sie im kommenden Jahr ihre erste urkundliche Erwähnung vor nunmehr 750 Jahren feiern kann. In einer Urkunde aus dem Jahr 1270 wird der Ort unter der damaligen Bezeichnung „Mutechusen“ im Zusammenhang mit jenem Sibito von Stoltzhirsch erstmals erwähnt. Im Gemeindewappen wurde ihm mit dem dominierenden goldenen Hirsch ein bleibendes Denkmal gesetzt. Auch wenn zu vermuten ist, dass die erste Besiedlung der alten „Staudenhauptstadt“ noch weiter zurückliegt, wird in Mickhausen im kommenden Jahr ausgiebig Geburtstag gefeiert. Den Auftakt des Veranstaltungsreigens aus Anlass der ersten urkundlichen Erwähnung vor 750 Jahren macht der traditionelle gemeinsame Neujahrsempfang von Gemeinde und Pfarrei am Sonntag, 5. Januar, ab 11 Uhr im Schlosshofsaal (nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche, der um 10 Uhr beginnt).

Eingebunden in das 750. Jubiläumsjahr wird noch ein weiteres historisches Datum: der heutige Ortsteil Münster – bis 1978 eine eigenständige Gemeinde – kann auf eine noch längere Geschichte zurückblicken. Im Jahr 969 erstmals erwähnt, ist Münster mindestens 1050 Jahre alt. Auch auf dieses Jubiläum wird – mit kleiner Verspätung – beim Neujahrsempfang angestoßen.

Höhepunkt des Festjahres wird am Freitag, 18. September ein Festabend im Schlosshofsaal. Als Festredner wird der ehemalige Augsburger Kreisheimatpfleger, Volkskundeprofessor Walter Pötzl in seinem Festvortrag in seiner gewohnt humorvollen Art ganz tief in die bewegte Geschichte der Staudengemeinde eintauchen.

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Die lange Geschichte spiegelt sich übrigens im Gemeindewappen, das dem damaligen Bürgermeister Ottmar Schmidberger im Jahr 1967 vom Bayerischen Innenministerium verliehen wurde. Die amtliche Wappenbeschreibung lautet: „In Blau ein steigender goldener Hirsch über drei, zwei zu eins gestellten goldenen Kugeln.“

Im Wappen finden sich Symbole, die auf drei ehemalige Grundherrschaften verweisen: der steigende Hirsch ist dem Familienwappen der Augsburger Patrizierfamilie Stolzhirsch entnommen und soll an deren Grundherrschaft im Ort im 13. und 14. Jahrhundert erinnern. Um 1270 ist der Augburger Bürger und Patrizier Sibito Stolzhirsch in Mickhausen belegt. Die drei Kugeln weisen auf die Herren von Freiberg hin, die vom 14. bis 16. Jahrhundert Grundherren im Gemeindegebiet waren. Die Farben Gold und Blau erinnern an die Grafen Fugger. Sie kamen 1528 in den Besitz der Ortsherrschaft Mickhausen und bildeten eine eigene Fuggerlinie. 1842 endete die über 300-jährige Fugger-Ära, Mickhausen ging an die Grafen von Rechberg und Rothenlöwen über, die ihren Stammsitz noch heute in Donzdorf auf der Schwäbischen Alb haben.

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