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Schwabmünchen

14.06.2019

Nach 16 Jahren Pause: Ivo Moll will zurück in den Stadtrat

Ein politisch aktiver Mensch war er schon immer, der Ivo Moll. Zuletzt hatte er sich 2016 im Kampf für das alte SMÜ-Kennzeichen engagiert, der erfolgreich war. Nun zieht es ihn nach 16 Jahren Abstinenz erneut auf die politische Bühne.
Bild: Hieronymus Schneider (Archivbild)

Der langjährige Stadtrat kandidiert für die SPD in Schwabmünchen.Was den 69-Jährigen dazu bewogen hat und welche Neuigkeiten es beim SPD-Ortsverein gibt.

Es ist eine Nachricht, mit der vermutlich die wenigsten gerechnet haben: Ivo Moll will auf die politische Bühne zurückkehren. Bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2020 strebt der inzwischen 69-Jährige ein Mandat als Stadtrat in Schwabmünchen an. Diese Neuigkeit wurde bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins bekannt gegeben. Moll erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe.

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32 Jahre lang – von 1972 bis 2004 gehörte er dem Stadtrat von Schwabmünchen an, davon 26 Jahre als Fraktionssprecher der SPD. 1992 unterlag Moll als Bürgermeisterkandidat Hans-Joachim Neumann. Vor 15 Jahren verzichtete er aus beruflichen Gründen auf sein Mandat. Moll wurde 2004 zum Verwaltungsgerichtspräsidenten ernannt. „Dieses Amt hätte sich nicht vertragen, gleichzeitig Mitglied in einem kommunale Gremium zu sein“, erzählt Moll. Deswegen beendete er seine politische Laufbahn. Von 1978 bis 2002 gehörte er zudem dem Kreistag des Landkreises Augsburg an. Als Landratskandidat unterlag er 1988 Karl Vogele.

Ivo Moll will seine 32-jährige kommunalpolitische Erfahrung einbringen

Vor vier Jahren ging Moll in Pension. Damals sagte er unserer Zeitung, dass er sich eine Rückkehr in die Politik nicht mehr vorstellen könne. Nun also der Sinneswandel. „Die SPD befindet sich in einem fürchterlichen Zustand. Ich möchte mithelfen, dass sie nicht ganz untergeht“, sagt Moll. Seine 32 Jahre lange kommunalpolitische Erfahrung können seiner Meinung nach dazu beitragen, dass es wieder aufwärts- gehe. In den Vordergrund möchte er sich nicht drängen, er gibt sich bescheiden. Einen bestimmten Listenplatz beanspruche er nicht: „Es geht nicht um meinen persönlichen Ehrgeiz. Ich gehe dorthin, wo mich die Partei hinstellt.“

Nach 16 Jahren Pause: Ivo Moll will zurück in den Stadtrat

Moll möchte erreichen, dass die SPD bei der nächsten Wahl ihre derzeitigen drei von 24 Stadtratssitzen mindestens verteidigt. „Die Kommunalwahl ist eine Persönlichkeitswahl. Außerdem gibt es viele ältere Bürger, die auch im Stadtrat vertreten sein sollten“, sagt Moll. Seine Frau sei von seinen Plänen „nicht gerade begeistert“, sei es aber über Jahrzehnte gewohnt, dass er politisch aktiv sei. Erfreut über die Rückkehr Ivo Molls ist der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Bernd Zeitler: „Es hat mich sehr gefreut, dass er sich zur Verfügung stellt. Es war sogar seine eigene Idee und er kam von sich aus auf mich zu.“

SPD-Jahreshauptversammlung: Wohnen und Verkehr als Schwerpunkt

Bei der Jahreshauptversammlung bestätigten die Mitglieder des SPD-Ortsvereins im Wesentlichen den bisherigen Vorstand. Vorsitzender Zeitler skizzierte die Themen bezahlbares Wohnen und eine bessere Verkehrspolitik als inhaltliche Schwerpunkte für die anstehende Stadtratswahl. Unterbezirksvorsitzender Fabian Wamser lobte die Arbeit des Ortsvereins und wünschte sich eine enge Zusammenarbeit.

Auf der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder der Schwabmünchner SPD einen neuen Vorstand. Zeitler erhielt als Ortsvereinsvorsitzender für zwei weitere Jahre das einstimmige Vertrauen der Mitglieder. Ebenfalls bestätigt wurden Fabian Wamser und Sabine Krauß als stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende sowie Sabine Grünwald als Schriftführerin. Neu gewählt wurde Stadtrat Konstantin Wamser als Kassierer. Er folgt Dietmar Schwab, der nach vielen Jahren in diesem Amt nicht wieder zur Wahl antrat. Davor bestätigten die Revisoren Ivo Moll und Erwin Wamser dem bisherigen Kassierer eine einwandfreie Kassenführung. Zu Beisitzern wurden Michael Haupeltshofer und Norbert Müller gewählt.

Die Vorstandsmitglieder des neu gewählten SPD-Ortsvereins: (von links) Michael Haupeltshofer, Unterbezirksvorsitzender Fabian Wamser, Ivo Moll, Norbert Müller, Sabine Grünwald, Sabine Krauß, Ortsvereinsvorsitzender Bernd Zeitler und der bisherige Kassierer Dietmar Schwab.
Bild: SPD

In seinem Rechenschaftsbericht berichtete Zeitler über die inhaltlichen Veranstaltungen der Schwabmünchner SPD. Als Highlight bezeichnete er die Feier in der Stadthalle zum 100-jährigen Bestehen des Ortsvereins. Weiter erinnerte Zeitler an die im Jahr 2020 anstehende Kommunalwahl. Nachdem in Meinungsumfragen viele Wähler kein inhaltliches Konzept bei der SPD mehr erkennen können, sprach er sich dafür aus, dass sich die Schwabmünchner SPD vor allem auf die Themen bezahlbares Wohnen und eine verbesserte Verkehrspolitik konzentrieren sollen. Zeitler fordert die rasche Ausweisung neuer Baugebiete, in denen mehrgeschossige Wohngebäude entstehen sollen. Außerdem sollen Baulücken in der Innenstadt mit Neubauten gefüllt werden, um damit auch das Stadtbild wieder aufzuwerten.

Autoverkehr steht laut SPD zu sehr im Fokus

In der Verkehrspolitik bemängelt er, dass deren Schwerpunkt immer noch auf den Autoverkehr gerichtet ist. Defizite bestehen vor allem beim öffentlichen Personennahverkehr und bei Fahrradwegen. Andere Parteien würden sich seiner Meinung nach ebenfalls für eine Neuorientierung in der Verkehrspolitik aussprechen, doch selbst kleine Veränderungen sind nur mühsam zu erreichen.

Mit großem Dank verabschiedete Zeitler den bisherigen Kassierer Dietmar Schwab. Der Ortsverbandsvorsitzende erinnerte daran, dass Schwab von 1988 bis 2008 dem Stadtrat angehört hatte und danach weiterhin das Amt des Kassierers des Ortsvereins ausübte. Sein Beispiel zeige, dass die SPD bei den Kommunalwahlen ein gutes Ergebnis erzielen kann, wenn sie ansprechende Inhalte und Kandidaten präsentieren.

Unterbezirksvorsitzender Fabian Wamser forderte die Mitglieder auf, sich als Kandidaten für die Kreistagswahl zur Verfügung zu stellen. Er betonte, dass der Unterbezirk und die Ortsvereine eng zusammenarbeiten müssen, um gemeinsam die Bevölkerung vom Programm der SPD überzeugen. Gerade der öffentliche Personennahverkehr müsse auf Kreisebene weiter verbessert und ausgebaut werden.

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