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Bobingen

01.04.2017

Nach Krankheit ist der Geburtstag viel wert

Bobingens Stadtpfarrer thomas Rauch dürfte heute so manches Ständchen vorgetragen bekommen. Er feiert nämlich mit vielen Freunden und Weggefährten in den 50. Geburtstag hinein.
Bild: Anja Fischer

Bobingens Stadtpfarrer Thomas Rauch feiert heute seinen „50.“ Solche Jahrestage hat er erst spät schätzen gelernt. Auch seine Berufung zum Priester ereilte ihn erst nach ganz anderen Plänen.

Oft hat er seinen Geburtstag gar nicht oder nur im kleinen Kreis gefeiert, erzählt der Bobinger Stadtpfarrer Thomas Rauch. „Ich bin zwar am Weißen Sonntag geboren, aber das Datum 2. April fiel auch schon mal auf den Karfreitag - das ist kein Tag zum Feiern“, erläutert er. In diesem Jahr, zu seinem „Runden“, möchte er aber richtig groß feiern. Daran ist auch die Hirnhautentzündung schuld, die den Geistlichen im letzten Jahr heimsuchte. „Ich bin froh und voller Dankbarkeit, dass ich überhaupt wieder da stehen und feiern kann“, sagt Rauch. „Deshalb möchte ich dieses Fest begehen mit Leuten, die wichtige Etappen meines Lebensweges mit mir gegangen sind.“ Darunter sind natürlich viele Bobinger, aber auch viele Menschen, die er in seinem Wirken als Seelsorger kennengelernt hat.

Dabei wollte Rauch, der in Kaufbeuren aufwuchs, eigentlich nie Pfarrer werden. „In meinem Elternhaus wurde ein ganz selbstverständlicher Glauben gelebt. Ich war auch Ministrant und schon als Kind war für mich der Empfang der Heiligen Kommunion etwas ganz besonderes. Aber Pfarrer als Beruf war einfach kein Thema für mich.“ Sport war Rauch als Kind und Jugendlicher wichtig, seltene Male sogar wichtiger als der Ministrantendienst, wie er erzählt. „Ich habe schon für Ersatz gesorgt, aber manchmal wollte ich eben lieber die Sportschau anschauen.“

Vielseitige Interessen

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Er spielte Fußball, Tennis, Tischtennis, Straßenhockey, Eishockey und ging zum Skifahren. Auch das Schafkopfen ist bis heute ein lieb gewonnenes Hobby. „Ich bin dabei trotz allem nie total in der Gemeinschaft aufgegangen“, sagt Thomas Rauch. „Ich habe schon immer viel gelesen und mich da auch gerne mal zurückgezogen.“ Als Rauch 1987 das Abitur machte, interessierte er sich für Politik, Geschichte, Wirtschaft und Finanzen. Und dachte daran, einmal in einem dieser Bereiche zu arbeiten. Nach dem Wehrdienst begann er 1988 ein Studium an der Universität von St. Gallen in der Schweiz. „Ich wollte unbedingt dorthin und habe mich durch alle Aufnahmeprüfungen gequält, um dort Wirtschaft und Rechtswissenschaften zu studieren“, sagt Rauch.

In St. Gallen, in der Kirche St. Otmar, erreichte ihn schließlich der Ruf Gottes. „Ich bin auch dort jeden Sonntag in die Kirche gegangen“, erzählt Pfarrer Rauch. „Am 3. Adventssonntag 1988 hatte ich während des Gottesdienstes aus heiterem Himmel die Frage im Kopf: Warum wirst du eigentlich nicht Pfarrer?“

Eine schwierige Entscheidung

Die Frage sei plötzlich da gewesen. Sie stürzte den Studenten in eine schwierige Phase, denn die bisherige Lebensgestaltung sah durchaus Familie, Heirat und Kinder vor. Rauch studierte die ersten beiden Semester fertig und ging dann 1989 - ganz ergebnisoffen - für drei Monate in eine Bibelschule in die Türkei. Eine intensive Zeit, die ganz dem Nachdenken und der Besinnung gewidmet war. Am Ende fiel die Entscheidung für das Priesterseminar in Augsburg und ein Studium der Theologie. Fünf Jahre dauerte die Ausbildung, davon verbrachte Rauch ein Jahr in Rom. „Insgesamt eine sehr wichtige Zeit für mich, in der es auch oft auf und ab ging“, erzählt er. „Am Ende entschied ich mich, dass der Zölibat sehr wohl einen Verzicht bedeutet, aber einen, den ich bringen kann, weil der Rest meiner Berufung für mich so groß und erfüllend ist.“

Am 25. Juni 1995 wurde Thomas Rauch zum Priester geweiht - und hat diese Entscheidung seitdem keinen Tag bereut. „Ich bin ein zutiefst dankbarer und glücklicher Priester und vor allem das konkrete Pfarrer sein ist heute mein Traumberuf“, sagt Rauch, der seine beruflichen Stationen von 1995 bis 1997 als Kaplan in Weilheim, von 1997 - 2000 als Bischofssekretär unter Bischof Viktor Josef Dammertz und von 2000 bis 2010 in Landsberg hatte. Bevor er am 1. April 2011 seine Pfarrstelle in Bobingen antrat, war Rauch Dompfarrer und Stadtdekan in Augsburg.

Vitalität ist am Wichtigsten

„In Bobingen fühle ich mich jetzt wirklich pudelwohl, es ist eine sehr lebendige Pfarrei mit vielen engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen in allen Bereichen“, meint Rauch. „Die Arbeit ist anstrengend, aber auch sehr erfüllend.“ Am schönsten aber sei es derzeit für ihn, diesen Dienst auch wieder mit alter Kraft und Vitalität ausüben zu können.

Deshalb wird sein Geburtstag auch gefeiert. Am heutigen Abend wird Pfarrer Rauch mit geladenen Gästen in seinen Geburtstag hinein feiern. Am 2. April wird nach einem gemeinsamen Gottesdienst um 10 Uhr einen Stehempfang für alle Gratulanten im Laurentiushaus stattfinden.

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