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Königsbrunn

04.08.2020

Nach Schuss auf Katze: Tierschützer fordern härtere Strafen für Täter

Eine Katze wurde Montag vergangener Woche in Königsbrunn mit einem Luftgewehr angeschossen. Die Polizei ermittelt.
Bild: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

Plus In Königsbrunn hat ein unbekannter Tierquäler eine Katze schwer verletzt. Es ist nicht der erste Angriff auf Tiere in diesem Jahr.

Die Bobinger Tierschützerin Michaela Goll ist entsetzt: "Das ist eine der schlimmsten Nachrichten, die ich in letzter Zeit gehört habe. Jedes Mal wenn es um Katzen geht, stellen sich mir die Nackenhaare auf.“ Ein Unbekannter hat jüngst im Bereich der Adalbert-Stifter-Straße in Königsbrunn mit einem Luftgewehr auf eine Katze geschossen. Während die Polizei noch ermittelt, fordern Tierschützer härtere Strafen für solche Täter.

Tatort Königsbrunn: Das Projektil traf das Tier zwei Millimeter neben der Lunge und verletzte auch zwei Rippen. Die Besitzerin brachte die Katze sofort für eine Not-OP zum Tierarzt. Laut aktuellem Stand der Bobinger Polizei wird die Katze wohl überleben.

Immer wieder werden Katzen zum Opfer von Angriffen: Dieses Projektil eines Luftgewehrs oder einer Luftpistole traf ein Tier im Auge.
Bild: Tierarztpraxis Klingbeil (Symbol)

Zum Täter gibt es keine neuen Erkenntnisse. Ein Sprecher der Polizeiinspektion ist sich sicher, dass einige Menschen ein generelles Problem mit Katzen haben. „Katzen sind nicht in jedem Garten willkommen“, sagt er. Aber was bringt einen Menschen dazu, eine Katze dann zu quälen?

Nach Schuss auf Katze: Tierschützer fordern härtere Strafen für Täter

Tierschützer fordern: Auch Kinder sollen bestraft werden

Die Gründe für Tierquälerei seien häufig Charakterschwäche, ein mangelndes Selbstbewusstsein und hauptsächlich Erziehungsfehler, sagt Michaela Goll. „Wenn Eltern ihre Kinder nicht erziehen, machen die was sie wollen. Kinder quälen Tiere, weil sie es toll finden, stärker zu sein.“ Eltern und Schulen müssten Kinder deshalb über den Umgang mit Tieren aufklären. „Eltern müssen Kinder früh an Tiere gewöhnen. Wenn sie den Kindern zum Beispiel durchgehen lassen, dass sie Käfer zertreten und später ihre Hamster quälen, steigert sich das immer weiter.“ Goll meint, aus psychologischer Sicht macht die Misshandlung irgendwann auch vor Menschen nicht halt. „Wer Tiere quält, vergreift sich vielleicht auch irgendwann an Kindern. Deshalb muss man das frühzeitig verhindern.“

Von der Justiz fordert Goll: „Auch strafunmündige Kinder kann man bestrafen, zum Beispiel, indem man sie für zwei Wochen zum Arbeiten ins Tierheim schickt.“ Das Strafmaß für Tierquäler im Allgemeinen findet sie zu lasch. „Derjenige, der jetzt auf die Katze geschossen hat, muss vielleicht nur ein paar hundert Euro zahlen und das war’s.“ Goll findet, es solle im Strafmaß kein Unterschied gemacht werden, ob man auf Menschen oder auf Tiere schießt. „Da muss der Gesetzgeber hart durchgreifen.“

Katzen wurden in drei weiteren Fällen misshandelt

Die angeschossene Katze ist nicht der erste Fall von Katzenquälerei in diesem Jahr. Im Februar hatten Tierquäler im Landkreis Landsberg mehrere tote Katzen auf den Mittelstreifen der B17 geworfen. In Schwabmünchen hatte ein Mann Anfang des Jahres Giftköder in einem Wohngebiet verteilt. Zwei Katzen hatten die Brocken gefressen und hatten danach Vergiftungserscheinungen. Durch eine schnelle Behandlung konnten sie gerettet werden. In Kissing hatte ein Unbekannter zwei Katzen mit Pfefferspray besprüht.

Um weitere Vorfälle zu vermeiden, fordert Goll Augenzeugen auf, mitzuhelfen und die Täter festzuhalten. „Viele schauen einfach weg.“ Interessensgemeinschaften, die Verdachtsfälle melden, wären ein guter Anfang, sagt sie.

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