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Königsbrunn

24.07.2020

Nach fast 30 Jahren: Schwester Ilijana nimmt Abschied von Königsbrunn

Die vergangenen 20 Jahre hat Schwester Ilijana in Königsbrunn gelebt, gebetet und gearbeitet. Jetzt kehrt sie in ihr Heimatland Kroatien zurück.
Bild: Andrea Collisi

Plus Schwester Ilijana hat fast 30 Jahre in Königsbrunn gewirkt. Jetzt kehrt sie in ihre kroatische Heimat zurück. Warum der Ruhestand nichts für sie ist.

Auffällig sind die Schwestern vom Orden der Dienerinnern Christi auf ihren Wegen durch Königsbrunn aufgrund ihres Habits, in den Vordergrund drängen sie sich selten. An der Bedeutung ihrer Arbeit ändert das nichts: In sozialen Berufen leisten die Nonnen nämlich eine Menge für die Menschen fern ihrer Heimatländer. Schwester Ilijana hat 50 Jahre ihres Lebens als Ordensschwester in Deutschland und Italien verbracht, fast 30 davon in Königsbrunn. Jetzt kehrt sie in ihre Heimat Kroatien zurück.

Mit 23 Jahren kam Schwester Ilijana 1970 nach Deutschland. Zu Hause im damaligen Jugoslawien gehörte sie zu dem von 1890 von Erzbischof Josef Stadler in Sarajevo gegründeten Kongregation der Dienerinnen vom kleinen Jesus. Sie kam auf Anfrage aus Nordrhein-Westfalen, wo man gezielt Ordensschwestern für die Pflege suchte, beziehungsweise „Altersfürsorge“, wie man es damals oft noch nannte. Der Orden entsandte sie dorthin. Ende der 70er-Jahre war sie einige Jahre im Caritasheim in Stuttgart, absolvierte später eine Krankenpflege-Ausbildung in Dillingen und war Mitte und Ende der 80er-Jahre einige Zeit in Königsbrunn.

Schwester Ilijana arbeitete viele Jahre im Caritas Altenheim

Der Augsburger Bischof Stimpfle hatte in den 70er-Jahren auch Schwestern in die Diözese gerufen und aus dem Orden heraus einen diözesanen Orden gegründet. 1984 war dann in Verselbstständigung die diözesane Kongregation des Ordens der Dienerinnen Christi anerkannt worden. Schwester Ilijana, die ab 1990 in der Nähe von Bologna eingesetzt war, kam im Jahr 2000 ins Mutterhaus nach Königsbrunn zurück.

Von da an war sie ununterbrochen in der Brunnenstadt und nahm neben ihrer Arbeit im Caritas-Altenheim – lange Zeit auch als Stationskraft eingesetzt – am pfarreilichen und auch am kommunalen Gemeindeleben teil. „Da, wo man mich gebraucht hat, habe ich gern meinen Dienst getan“, sagt sie voller Demut und Bescheidenheit. Besonders die Senioren, Kranken und die Menschen mit Bedürftigkeit lagen Schwester Ilijana am Herzen – ganz, wie es auch dem ursprünglichen Ordensideal, wozu auch noch die Fürsorge mit den Kindern zählt, entspricht.

Obwohl sie schon in Rente war, half sie 2015 bei den Anfängen der Kleiderkammer kräftig mit: „Als die ganz große Anzahl an Flüchtlingen kam, da war ja nichts da. Es fing dann in der Germanenstraße an, dass wir da im alten Kolpinggebäude mit einigen Frauen und drei, vier Syrern, die schon lange in unserer Stadt lebten, halfen, die Kleider zu sortieren und dann an die Familien abzugeben. Das war schon viel wirklich viel Arbeit, aber es war wichtig.“ Aber sie habe ohnehin nie aufgehört zu arbeiten. Es gebe immer etwas zu tun und sei es, für die anderen zu kochen, zu nähen.

In Königsbrunn hat Schwester Ilijana sich wohlgefühlt

Jetzt wird sie also nach 50 Jahren in der Fremde zurück in die Heimat gehen. Ob sie sich freut? Oder doch eher traurig ist? War es der eigene Wunsch oder von der Generaloberin bestimmt? Schwester Ilijana lacht, denn sie kennt schon dieses Erstaunen außerhalb der geistlichen Gemeinschaft, dass auch nach der Rente der Orden noch über den Lebensort der Schwestern bestimmt. Natürlich sei es ein Einschnitt, und natürlich werde sie auch Menschen vermissen. Sie habe in Königsbrunn gute Kontakte geknüpft und sich wohlgefühlt. Doch sie betont: „Gehorsam schwören heißt Gehorsam leben, und ich hatte ein gutes Leben mit wichtigen Aufgaben hier. Jetzt habe ich eine neue Verantwortung und Aufgabe und tue das.“

In Slavonski Brod wird sie in Gemeinschaft mit sechs anderen Schwestern vor allem für die neben dem Haus des Ordens stehende Kirche sorgen und die dort zuständigen Priester unterstützen in ihrem Dienst. Bevor sie ging, hatte es im Kloster hier ein schönes Abschiedsfest gegeben, zu dem fast alle Seelsorger, die sie im Laufe der Zeit hier erlebt hatte, Pfarrer wie ehemalige Kapläne, gekommen waren. Darüber hatte sich die Ordensfrau sehr gefreut.

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