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Landkreis Augsburg

13.04.2014

Nacktbade-Verbot gestrichen: Polizei rätselt, Bürgermeister freut sich

Der Fischereiverein will ein Badeverbot am Kaisersee in Augsburg verhängen. Besonders hart trifft es die FKKler, die dort besonders häufig anzutreffen sind. Wir haben uns umgehört, was Besucher des Kaisersees von dem FKK-Streit halten!

Das Nacktbade-Verbot im Freistaat ist ausgelaufen. Die Kommunen haben es nun in der Hand, die Polizei rätselt und ein Bürgermeister freut sich.

Die Nackten sind los. Ab sofort haben die Kommunen es selbst in der Hand. Auch bei uns können Badegäste die Hüllen fallen lassen. Denn die staatlich geregelte Badeverordnung ist ausgelaufen. Mit zunehmenden Sonnentagen macht sich das in diesem Frühjahr schon bemerkbar. Zum Beispiel in München. Auch außerhalb des Englischen Garten eroberten die Nackten dort grüne Flächen.

Müssen wir uns auf eine Anarchie der Nackten an heimsichen Badeseen einstellen? Die Stadt hat die zwischenzeitliche Freizügigkeit nun beendet und eine eigene Badekleidungsverordnung in trockene Tücher gebracht. Auch die übrigen Kommunen Bayerns haben es jetzt selbst in der Hand, der Freikörperkultur eigene Grenzen abzustecken.

Bürgermeister früher im FKK-Urlaub

Bislang war das Augsburger Land nicht gerade für seine FKK-Anhängerschaft bekannt. Das könnte sich nun mangels Einschränkungen ändern. Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller hätte grundsätzlich nichts dagegen. Er bekennt: „Ich war früher selbst oft im FKK-Urlaub in Jugoslawien.“ Und er hat auch schon eine neue Idee: Im städtischen Freibad könnte die Einführung von textilfreien Tagen eine Möglichkeit sein.

Die Polizei sieht sich womöglich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. „Eine spezielle Einsatztaktik haben wir für wilde Nacktbaderei nicht. Wir werden aber nicht mit verbundenen Augen anrücken“, versichert der Chef der Polizeiinspektion Schwabmünchen Diethard Pascher. Etwaige Verstöße wären eine „Belästigung der Allgemeinheit“ und dieser müsste nachgegangen werden.

„Bei entsprechender Satzung müssen wir eingreifen. Unsere Einsatzkräfte sind aber moralisch und sittlich gefestigt, um auch solche Situationen zu bewältigen“, sagt Pascher, der von den Fähigkeiten seines Teams überzeugt ist. Ersatzkleidung hat die Polizei nicht dabei, Decken stehen aber zur Not bereit.

Das Problem läge eher bei den Ausweiskontrollen der Nackten. Wie diese ablaufen sollen, könnte in Zukunft ein Thema für die Ausbildung der Berufsanwärter bei der Bereitschaftspolizei sein.

In Königsbrunn sind die Nackten ein Thema für den Mann, der für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig ist. Roland Krätschmer glaubt, dass vor allem der Ilsesee bei Königsbrunn viele Ausgezogene anziehen könnte. Andere Badegäste könnten sich gestört fühlen und die Nacktbader anpöbeln. „Wenn sie dauernd angepöbelt würden, würden sie das Badehösle schnell wieder anziehen“, vermutet Krätschmer.

Eine mögliche Lösung sieht er auch in Verbotsschildern, wie es sie auch für Hunde gibt. Doch solch ein Schritt müsse erst mit der Stadt Augsburg abgestimmt werden, die für den See eigentlich zuständig ist. Möglicherweise könne man dann Schilder aufstellen, die den FKKlern den Weg zum Mandichosee weisen. Das Problem mit den Nackten hätten dann die Nachbarn in Mering.

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