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Schwabmünchen

28.04.2015

Nähen, schrauben, tüfteln und erklären

Für diesen Wasserkocher konnten die Fachmänner beim Repair-Café nichts mehr machen.
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Für diesen Wasserkocher konnten die Fachmänner beim Repair-Café nichts mehr machen.

Volles Haus beim Repair-Café in Schwabmünchen. Manch einer musste sein kaputtes Gerät sogar wieder mit nach Hause nehmen. Jetzt werden weitere Helfer gesucht.

Vor gut einem Jahr war es eine mutige Idee, inzwischen hat es sich etabliert: das Repair-Café. Beim ersten Mal begrüßten die Helfer knapp 20 Gäste. Aber mit jedem Male kommen mehr. Organisatorin Tanja Stuhler freut sich über den Andrang. Doch am Samstag wurden die Helfer förmlich überrannt.

Gerade in der „Elektroklinik“ war der Ansturm groß. Erst wurden Wartenummern vergeben, dann die Leute heimgeschickt. „Das tut mir im Herzen weh, aber wir haben keine Chance gehabt, alle Anfragen zu bearbeiten“, bedauerte Stuhler, dass nicht allen geholfen werden konnte. So mussten viele Besucher Geduld aufbringen. Obwohl die Elektrohelfer zu viert sich an die gebrachten Geräte machten, konnten sie dem Andrang nicht Herr werden. Doch nicht nur bei den Elektrogeräten im zweiten Stock herrschte viel Betrieb.

Auch im Café Länz im Erdgeschoss war einiges los. Auf der Bühne, von der sonst die Musik schallt, kam der Klang von ratternden Nähmaschinen. Mit viel Routine und flinken Fingern flickten die Damen, Hosen und andere Textilien.

Nur ein paar Schritte weiter wird generationsübergreifend geholfen. Wie sonst Opa und Enkel zu Hause auf dem Sofa sitzen und der Großvater dem Jüngsten von früher erzählt, wirkt das Bild. Doch auf dem zweiten Blick offenbart sich der Unterschied. Beim Repair-Café erzählt der „Enkel“ und Opa lauscht interessiert. Der Senior bekommt nämlich sein Mobiltelefon erklärt. Ein Bereich, in dem die Jugend von heute gegenüber der älteren Generation einen deutlichen Vorsprung aufweist. Doch mit der Unterstützung der Jugend im Repair-Café schließt sich auch diese Kluft zwischen Jung und Alt. Somit werden in Zukunft wohl mehr Jugendliche in Schwabmünchen auch in den sozialen Netzen auf ihre Ahnen stoßen.

Voll wurde es im Café auch, weil das Team um Tanja Stuhler an alles gedacht hat. So konnten sich die Wartenden zum Ratschen niederlassen und Kaffee und Kuchen genießen – den gab es, wie die anderen Dienstleistungen auch, gegen eine Spende.

Auch vor der Tür herrschte rege Betriebsamkeit. Dort kümmerten sich die Helfer, wie immer, um Fahrräder. Platte Reifen, lockere Sättel und vieles mehr wurden dort wiederhergestellt.

Am 13. Juni findet das nächste Repair-Café statt. Im Herbst folgen dann zwei weitere Termine, der 19. September und der 17. Oktober. „Wir haben uns entschieden, immer zwei Termine zeitlich zu koppeln, so können benötigte Erstatzteile beschafft werden und das Warten auf die Reparatur dauert nicht so lange,“ erklärt Tanja Stuhler. Zudem hofft sie auf Verstärkung bei den Elektrogeräten. „Da brauchen wir dringend mehr Helfer.“

Helfer können sich unter Telefon 08232/78019 bei Tanja Stuhler melden.

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