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Abschied

03.08.2018

Nah dran an den großen Umstellungen

Robert Gehr (links) wurde von Bepo-Chef Thomas Fichtner in den Ruhestand verabschiedet. Rechts Nachfolger POK Wörle.
Bild: Alfred Fendt

Robert Gehr hat bei der Polizei viel erlebt: Er bewachte Geldtransporte mit den ersten Euro-Scheinen und wappnete die Computersysteme gegen den gefürchteten Millennium-Bug

„Wir leisteten acht bis zehn Tage Dienst und hatten nur kurze Freizeitunterbrechungen“, erklärte der Polizeioberrat Robert Gehr, jetzt zu seiner Pensionierung, in einem Rückblick, „es war eine sehr stressige Zeit.“. Gemeint ist damit einer der großen Polizeieinsätze der jüngeren bayerischen Polizeigeschichte: Der Einsatz rund um die Protestaktionen 1986 während des Baus der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, die Gehr damals in seiner Funktion als Polizeikommissar begleitete.

Zu dieser Zeit arbeitete der gebürtige Schwabmünchner in verschiedenen Bereichen der Bereitschaftspolizei. Einige neue Aufgaben brachten Gehr, dessen Laufbahn 1976 mit dem Studium zum ehemals gehobenen Dienst (heute die 3. Qualifikationsebene) und der Ernennung zum Polizeikommissar 1979 begann, dann unter anderem zur Polizeiinspektion nach Bad Wörishofen, bei der er stellvertretender Dienstleiter wurde und schließlich zum Polizeipräsidium nach Augsburg. Dort arbeitete er neben dem normalen Tagesgeschäft auch an einigen überörtlichen Einsatzlagen mit, so zum Beispiel dem Schutz der Castor Transporte von Gundremmingen nach Gorleben oder der Organisation der Geldtransporte bei der Einführung des Euro.

Auch die Vorbereitungen auf mögliche polizeiliche Szenarien bei Computerpannen anlässlich des Jahrtausendwechsels gehörten zum Aufgabenbereich seines Sachgebiets. Seit 2010 war dann allerdings wieder Königsbrunn, genauer gesagt der Standort der Bereitschaftspolizei, der Arbeitsplatz von Robert Gehr. Dort wurde er mit der Leitung des 18. Ausbildungsseminars betraut, welches bis zu seiner Pensionierung im August 2018 circa 600 Polizeischüler durchliefen und mit dem Titel Polizeimeister beziehungsweise Polizeimeisterin abschlossen.

Nun, nach 42 Jahren, geht Robert Gehr in den Ruhestand und blickt zurück auf eine doch recht abwechslungsreiche und vielseitige Laufbahn: „Zum Ende meiner langjährigen Dienstzeit bei der Bayerischen Polizei kann ich gerne sagen, dass der Polizeiberuf für mich eine gute Entscheidung war.“, erklärt er, „Allerdings bedauere ich sehr die Erosion des Respekts und vor allem die massive Steigerung der Gewalt gegenüber meinen Kolleginnen und Kollegen.“ (AZ)

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