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Schwabmünchen

15.01.2020

Nahmobilität: Schwabmünchen will es Augsburg nachmachen

Ein Angebot für die kostenlose Nutzung von zwei Stadtbuslinien will Schwabmünchen mit einem Carsharing-Angebot ergänzen.
Bild: Marcus Merk

Plus Kommt ein kostenloser Stadtbus? Auch ein Car- und Bikesharing soll die Nahmobilität stärken

Schwabmünchen könnte in Sachen Nahmobilität bald eine Vorreiterrolle im Landkreis einnehmen. Die Stadt nimmt Fahrt auf und liebäugelt mit einem kostenlosen Stadtbus, der auf zwei Linien das ganze Stadtgebiet erfasst. In Kombination dazu will Schwabmünchen künftig Car- und Bikesharing anbieten. „Wir wollen dem öffentlichen Nahverkehr mehr Raum geben“, sagte Bürgermeister Lorenz Müller. Vertreter des AVV (Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund) und der Stadtwerke Augsburg stellten ihre Konzepte in der aktuellen Sitzung des Stadtrates vor.

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Zwei Linien sind angedacht. Die Stadtbuslinie 750 soll vom Wohngebiet Südwest, über die Innenstadt und den Bahnhof zum Gebwerbegebiet Nord führten. Die Linie 751 vom TSV-Sportgelände, über den Bahnhof zum Gewerbegebiet Süd. Für beide Linien sind 17 neue Haltestellen nötig. Die Busse sollen von Montag bis Freitag von 5 Uhr bis 21 Uhr abend im 30-Minuten-Takt fahren am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr im 60-Minuten-Takt. Für beide Linien sind vier 16-Sitzer-Busse notwendig. Zu welcher Zeit die Busse genau unterwegs sindn, hängt vom Zugverkehr ab. „Wir werden und an die Taktung der Bahn anpassen“, sagte Franziska Benz vom AVV. Damit wäre es auch Pendlern morgens möglich, pünktlich zum Bahnhof kommen, um zum Beispiel die Züge nach Augsburg und Buchloe zu erreichen. Kosten würde der Stadtbusverkehr rund 630000 Euro pro Jahr – wenn die Bürger für jede Fahrt 1,50 Euro zahlen.

Mit dieser Preisgestaltung waren Bürgermeister und Stadträte aber nicht einverstanden. Ihnen schwebt ein kostenloser Stadtbusverkehr vor. „Das Konzept funktioniert nicht, wenn wir zu hohe Preise aufrufen“, sagte Müller, der durchblicken ließ, dass die Stadt bereit wäre, für einen kostenlosen Busverkehr r auch tiefer in Tasche zu greifen. Stephan Dölle (CSU) regte zudem an, die Stadtteile (Mittelstetten, Schwabegg, Birkach, Klimmach und Leuthau) wenigsten zu den Stoßzeiten in das Konzept mit einzubeziehen. „Wir können sie nicht völlig außen vor lassen“, sagte er. Der Stadtrat beschloss, das Konzept weiter zu verfolgen. Bis aber tatsächlich ein Stadtbus in Schwabmünchen fährt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Denn dieser Auftrag muss aufgrund der hohen Kosten mindestens 24 Monate vor Inbetriebnahme des Busses europaweit ausgeschrieben werden. „Wir können leider nicht einfach mal so ausprobieren, ob ein Stadtbus funktioniert“, so Müller.

Nahmobilität: Schwabmünchen will es Augsburg nachmachen

Neben des Stadtbusses sollen künftig auch Autos und Fahrräder die Mobilität in der Stadt verbessern. Jürgen Biedermann, Geschäftsbereichsleiter Multimobilität bei den Stadtwerken Augsburg (SWA), stellte sein Konzept für Schwabmünchen vor. Beim Carsharing stellen die Stadtwerke Autos an bestimmten Plätzen zur Verfügung, die sich Bürger für eine bestimmte Zeit ausleihen können und dafür bezahlen. Das Auto muss auch wieder an den vorgesehenen Standort zurück gebracht werden. Zu Beginn stellt sich der Verkehrsexperte für den Autoverleih zwei Standorte mit je zwei Fahrzeugen in der Stadt vor, zum Beispiel am Bahnhof und am Marktkauf. Bei den Rädern würde Biedermann mit zehn Standorten mit je vier Rädern starten. Im Gegensatz zu den Autos müssen die Fahrräder nach der Fahrt nicht an ihren ursprünglichen Platz zurückgebracht werden. Ein Betreuer sammelt die Räder bei Bedarf wieder ein. Vorgesehen ist eine Mischung aus normalen Rädern und E-Bikes. Läuft das Ganze gut an, sei sowohl bei der Anzahl der Autos als auch der Räder natürlich Luft nach oben. Das Carsharing kostet die Stadt zunächst rund 10000 Euro pro Jahr für die vier Autos und der Fahrradverleih einmalig 47000 Euro plus etwa 33000 Euro jährlich.

Der Stadtrat beschloss, zunächst das Carsharing-Konzept umzusetzen und zeitnah den Vertrag zu unterschreiben. Noch im ersten Halbjahr 2020 sollen die vier Autos bereitstehen. In Sachen Bikesharing sollen erst noch die genauen Standorte ermittelt und auch Unternehmen, befragt werden, die eventuell einen Radparkplatz für ihre Mitarbeiter brauchen, damit diese vom Bahnhof zum Betrieb kommen und wieder zurück.

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