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Bobingen

15.01.2019

Naturschutz braucht Bienen und Biobauern

Der Bund Naturschutz wirbt auch in  Bobingen für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“.
Bild: Florian Wolf

Bei der Jahreshauptversammlung in Bobingen geht es um örtliche Wiesen und globale Politik. Warum sich die Bundesregierung ein Beispiel an Bayern nehmen soll.

Bei der Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz in Bobingen warb Zweiter Bürgermeister Klaus Förster gleich in seinem Grußwort für eine aktuelle Initiative und die Arbeit des Verbands. Dabei hob er hervor, dass ihm als Mitglied im Bund Naturschutz der Natur- und Artenschutz ein wichtiges politisches Anliegen sei, für das er sich auch im Bezirkstag einsetze. Insbesondere begrüße er das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ als eine gute und wichtige Initiative, hinter deren Inhalten er aus persönlicher Überzeugung voll stehe. Er hoffe sehr und sei auch zuversichtlich, dass die Eintragung in den Rathäusern erfolgreich verlaufe.

Kreisvorsitzender sieht Lichtblicke

Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Johannes Enzler, ging auf Themen ein, die den Landesverband und die Kreisgruppe im Moment beschäftigen. Der Koalitionsvertrag der neugewählten bayerischen Regierung enthalte Lichtblicke wie das geplante Klimaschutzgesetz, die angedachten Maßnahmen zur Verkehrswende und zur Eindämmung des Flächenverbrauchs und insbesondere die Rücknahme Pläne, das Riedberger Horn für den Wintersport zu erschließen. Zu bemängeln sei allerdings, dass ein dritter Nationalpark auf Eis gelegt sei, der Ausbau der Windkraft durch die nach wie vor geltende 10H-Regel behindert werde und viel Geld für den Straßenbau bereitstehe.

Enzler sieht bei der bayerischen Bevölkerung einen starken Wunsch nach mehr und besserem Naturschutz. Dies zeige das große Interesse für das Volksbegehren, für das sich im Landkreis mittlerweile drei Aktionskreise gebildet hätten, bei denen auch viele nicht in Verbänden organisierte Bürger mitmachten.

Naturschutz braucht Bienen und Biobauern

Lob für Ex-Minister

Ein zentrales Anliegen des Bund Naturschutzes sei eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Dafür werde am 18. Januar wieder in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt!“ demonstriert. Vorbild könnte der Freistaat sein: Bayern habe unter Minister Brunner bundesweit die beste Förderung für Landwirte, die auf Biolandbau umsteigen möchten, eingerichtet; daher hätten im vergangenen Jahr rund tausend Betriebe umgestellt. Es gebe zwei Schulen für ökologische Landwirtschaft und hundert Demonstrationsbetriebe.

Veronika Schwarzenberger berichtete über die Aktivitäten der Jugendgruppe und die Apfelernte auf der Streuobstwiese der Bobinger Ortsgruppe. Die Gruppe „Rasselmäuse“ wird seit Jahren von Sabine Kube geleitet, entdeckt in ihren monatlichen Gruppenstunden bei schönem Wetter die Natur draußen und verbringt die Regentage mit Basteln, Malen und Spielen. Die Streuobstwiese in Straßberg spendete im letzten Jahr reichen Erntesegen, so dass etwa zweieinhalb Tonnen von Baumpaten und anderen Interessenten zum Einlagern geerntet bzw. an „Unser Land“ und „Streuobst Stauden“ geliefert wurden. Die Ortsgruppe selbst ließ in der Mosterei des Bobinger Gartenbauvereins tausend Liter Saft pressen, der von Veronika Schwarzenberger gegen Spende an Interessenten abgegeben wird.

Ortsgruppe pflegt Wiesen

Vorsitzender Otmar Vellinger hielt den Jahresbericht der Ortsgruppe Bobingen dieses Mal kurz. Die Ortsgruppe pflegt eine Feuchtwiese mit Weiher am Waldrand in Straßberg und hat eine größere Holunderpflanzung neu angelegt. Veronika Schwarzenberger ließ sich zusammen mit Beate Krebs vom Gartenbauverein zur „Blühbotschafterin“ ausbilden. Beide stehen nun als Beraterinnen bei der bienenfreundlichen Gestaltung von Gärten, Feldern und öffentlichen Flächen zur Verfügung. Ein Obstbaumschnittkurs und Vorträge zu effektiven Mikroorganismen und der Augsburger Initiative Solidarische Landwirtschaft wurden veranstaltet. Die Ortsgruppe zählt derzeit 432 Mitglieder.

Vellinger rüttelte am Ende die Anwesenden mit einem bewegenden, fast verzweifelten Schlusswort auf: „Ich bin in großer Sorge, dass wir die Wende im Kampf gegen den Klimawandel nicht schaffen und dieser eine Eigendynamik entwickelt, die mit menschlichen Mitteln nicht mehr aufzuhalten ist. Trotzdem glauben die meisten Politiker, sie könnten weitermachen wie bisher: Kohle und Erdöl verbrennen und die Energiewende behindern, den Flugverkehr weiter fördern. Zwar kann jeder etwas tun, doch sei es absolut notwendig, dass die Politik die nötigen Rahmenbedingungen setze. Sein Appell: „Sie hat das bisher nicht getan! Wir kommen nur im Zusammenspiel von Politik und privat weiter. Das sind wir unseren Kindern schuldig!“ (ppl)

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