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Lesung

01.04.2015

Nervenkitzel am „Gnadenort“

Anton Leiss-Huber, Autor eines Altöttingen-Krimis, beeindruckt bei Lesung in der Ulrichsbuchhandlung

Ein Stadtpfarrer, eine schöne Novizin, ein Kommissar, der in seine Heimat zurückkehrt, eine Haushälterin – und ein Mord. Seinen Krimi „Gnadenort“ lässt Autor Anton Leiss-Huber im erzkatholischen Wallfahrtsort Altötting spielen – dort, wo er auch aufgewachsen ist. „Gnadenort“ machte aus dem Schauspieler und Opernsänger auch einen erfolgreichen Autor: Innerhalb von sechs Wochen ist bereits die dritte Auflage des Erstlingswerks gedruckt. Jetzt präsentierte er das Werk in der Ulrichsbuchhandlung. Devotionalien aus Altöttinger Souvenirshops hat der Autor in die Buchhandlung mitgebracht. Als Einstieg skizziert der sympathische Schauspieler und Sänger die Entstehungsgeschichte seines Krimis. Die Idee kam ihm 2010, als er sechs Wochen wegen einer verschleppten Krankheit das Bett hüten musste. Das war in Nordhausen, wo er ein Anfängerengagement hatte. Eine Art Heimweh, so erklärt er, machte Altötting zum Ort des Geschehens. „Ich hatte eine Figur und ein paar Szenen im Kopf und habe mich bildlich im Freundes- und Kollegenkreis umgeschaut. So kam eins zum anderen und daraus hat sich die Geschichte entwickelt.“ Dabei war nicht von Anfang an klar, dass dies ein Krimi wird.

Leiss-Huber arbeitet als Sprecher für den Bayerischen Rundfunk und ist in der Brettl-Spitzen-Sendung zu sehen. Meist steht der 35-jährige aber auf einer Theaterbühne. „Das wird auch weitergehen“ versicherte er, Musical und Operette werde er weiter treu bleiben. Sein schauspielerisches Talent ist während der Lesung in markanter Mimik und Intonation deutlich zu spüren.

Die Hauptfiguren des Krimis – Kommissar Max Kramer, der zusammen mit Novizin Maria Evita Abitur gemacht hat, sein bester Freund, Stadtpfarrer Monsignore Irrlinger, und dessen Hausangestellte, Fräulein Schosi – sind in „Gnadenort“ damit beschäftigt, den Mord am Postwirt aufzuklären. In bayerischen Dialogen mit katholischem Anstrich werden die Charaktere der Altöttinger Einheimischen ans Licht befördert.

Auch die besondere Atmosphäre in dem oberbayrischen Pilgerort ist deutlich zu spüren: Der Leser blickt in Devotionalienläden mit Gewitterkerzen, Fläschchen für Weihwasser und mit Madonnenfiguren, denen man die Krone abschrauben kann, um sie mit Weihwasser zu füllen. Auch das Hotel Post in Altötting, das dem früheren bayerischen Finanz- und Wirtschaftsminister Gerold Tandler gehört, spiegelt Lokalkolorit wider. Dabei stellt Leiss-Huber vorweg klar, dass „der Kommissar Kramer in der Geschichte“ nichts mit Gerold Tandler zu tun hat, weil ihm „diese Frage immer gestellt“ werde. Tandler werde im Werk vielmehr mit „dichterischer Freiheit“ gewürdigt.

„Mit einem Augenzwinkern“ beschreibt Leiss-Huber, der in einem Dorf neben Altötting aufgewachsen ist, seine Heimat und das Pilgerwesen und betont: „Am Glauben wird nicht gerüttelt. Es kommen Gläubige, streng Gläubige und Nichtgläubige im Krimi vor.“ Und die Altöttinger selbst seien ihm alle wohlgesonnen, betont der Autor.

Ein zweites Buch habe er schon im Kopf, teilt Leiss-Huber mit. Die Fortsetzung von „Gnadenort“ spielt in der Zeit vor Ostern „und geht weiter mit denselben Personen“.

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