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Untermeitingen

10.07.2017

Neue Ärzte auf dem Lechfeld

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2 Bilder
So soll das Ärztehaus an der Lechfelder Straße in Untermeitingen ab 2019 aussehen.
Bild: Architekturbüro Bodenmüller, Augsburg

Die Grobplanung des „Ärztehaus Lechfeld“ wird vorgestellt. Dieses könnte Auswirkungen auf Langerringen haben. Was in dem 14 Millionen Euro teuren Projekt alles entstehen soll.

„Unsere Gemeinde erreicht in den nächsten Tagen die Größe von 7000 Einwohner, Klosterlechfeld demnächst 3000“, sagte Untermeitingens Bürgermeister Simon Schropp sichtlich erfreut in seiner Rolle als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinnschaft Lechfeld. In der Verantwortung für die 10000 Bürger sowie mit Blick auf alle angrenzenden Lechfeldgemeinden habe sich der Gemeinderat Untermeitingen schon länger mit Vehemenz dafür eingesetzt, die medizinische Grundversorgung zu verbessern, ergänzte er.

Es sei eine gewisse Frustration zu spüren gewesen, nachdem die im August vergangenen Jahres vorgestellte Planung eines Gesundheitshauses aus betriebsinternen Gründen platzte, blickte er zurück. Innerhalb eines halben Jahres bildete sich rund um den Ideengeber Dr. Tobias Mollemeyer, Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Langerringen, eine neue Investoren- und Planungsgruppe, die mit Hochdruck und neuen Ansätzen die Realisierung des nun als „Ärztehaus Lechfeld“ bezeichneten Projektes umsetzen will. „Wichtig für uns als Gemeinde war dabei, ein tragfähiges Konzept in den Ort zu holen, das langfristig gesehen die besten Zukunftsaussichten in der Versorgung der Bürger vereint“, begründete Schropp die einstimmige Entscheidung des Gemeinderates zu diesem Vorhaben.

4400 Quadratmeter in zwei Baukörpern

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„Das gesamte Projekt teilt sich in zwei Baukörper mit insgesamt 4400 Quadratmeter, wobei der nach Norden abgesetzte, dreigeschossige Bau auf dem Gelände gegenüber dem Edeka-Markt am Lechring 1500 Quadratmeter für einen Pflegedienst mit Tages- und Kurzzeitpflege bereithalten wird“, erläuterte Architekt Peter Bodenmüller die Rahmenbedingungen. Im südlichen, unmittelbar an Lechring und Lechfelder Straße anliegenden Gebäude, stünden knapp 3000 Quadratmeter für das eigentliche Ärztezentrum in drei- und viergeschossiger Bauweise zu Verfügung, führte er weiter aus. „Die Besonderheit ist, dass neben Bäckerei mit Café und Metzgerei, die Fläche komplett für medizinische Zwecke und Dienstleistungen wie beispielsweise eine Apotheke, eine Praxis für Physiotherapie oder einen Zahntechniker vorgesehen ist“, erläuterte Ulrich Reitenberger von der gleichnamigen Baufirma, die als Bauträger fungiert, das Raumkonzept. Erst wenn kein medizinisch ausgerichteter Nutzer gefunden werden könne, stünden freie Räumlichkeiten für Fremdnutzungen zur Verfügung, konkretisierten Georg Käs und Jakob Weber von der für den Vertrieb zuständigen Licus AG die grundsätzlichen Vergaberichtlinien.

Das Herzstück des Ärztehauses stellt die 500 Quadratmeter große Praxis von Dr. Tobias Mollemeyer dar, der mit einem neuartigen Konzept die medizinische Grundversorgung der Patienten sicherstellen möchte. „Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen als Allgemeinmediziner möchte ich autark den Patienten ein breit gefächertes Spektrum der Versorgung anbieten können“, sagte er zu seiner Praxisphilosophie. Dazu gehört die Integration von weiteren Fachärzten neben ihm und seinen Kollegen zur Sicherstellung der allgemein-internistischen Versorgung. Die Verhandlungen mit einem Augsburger Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie einem Landsberger Pulmologen und Allergologen seien erfolgreich verlaufen, sagte Mollemeyer. „Wir werden, so wie jetzt schon in Langerringen, keine Termine vergeben. Aufgrund der Praxisorganisation sollen die Patienten mit einer Wartezeit zwischen einer halben bis dreiviertel Stunde untersucht werden können“, erläuterte er seinen Plan.

Deutlich reduzierte Wartezeit

Der behandelnde Arzt könne dann die Notwendigkeit einer Facharztvorstellung bewerten und auf schnellem Wege diesen mit dem Kollegen in der Praxis festlegen. Die dadurch deutlich reduzierte Wartezeit auf fachärztliche Behandlung käme insbesondere den Kassenpatienten zu Gute, beschrieb Mollemeyer sein Praxiskonzept. Er zeigte sich überzeugt, dass mit diesem Vorgehen die hausärztliche Versorgung aller Lechfeldgemeinden für die nächsten 25 bis 30 Jahre gesichert sei. Eine Erweiterung des fachärztlichen Angebotes schließt Mollemeyer nicht aus. „Selbstverständlich werden wir wie bisher Hausbesuche durchführen und die Seniorenwohneinrichtungen betreuen“, fügte er hinzu.

Eine Lücke in der Versorgung seines jetzigen Praxisstandortes Langerringen sieht er nicht. „Das Dorf ist so lang, dadurch kommen die meisten Patienten eh mit dem Auto. Für viele ist der Weg nach Untermeitingen sogar kürzer als jetzt“, sagte er. Auch sei die Anbindung durch den Nahverkehr wie dem Rufbus eine entsprechende Alternative, das Ärztezentrum zu erreichen, gab er zu bedenken.

Nach jetziger Planung sollen die Bauarbeiten für das mit 14 Millionen Euro veranschlagte Projekt Anfang 2018 begonnen werden. Je nach Witterung während der Bauphase könnten aus Sicht Reitenbergers die Ärzte im ersten Halbjahr 2019 mit der Patientenversorgung beginnen.

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