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11.03.2020

Neue App: Mittendrin im Getümmel der Lechfeldschlacht

Zum Angriff: Bei der Vorstellung des neuen Geschichtspfades in Königsbrunn waren zahlreiche Gewandete dabei. Zur Gestaltung der App gehören auch zahlreiche Videosequenzen, die die Vermittlung des historischen Stoffs auflockern und veranschaulichen sollen.
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Zum Angriff: Bei der Vorstellung des neuen Geschichtspfades in Königsbrunn waren zahlreiche Gewandete dabei. Zur Gestaltung der App gehören auch zahlreiche Videosequenzen, die die Vermittlung des historischen Stoffs auflockern und veranschaulichen sollen.

Geschichte soll nicht öde sein - und schon gar nicht die der berühmten Lechfeldschlacht. Mit einer App kann man nun in die Rolle historischer Figuren schlüpfen.

Die Geschichte soll lebendig, modern erzählt und erfahrbar werden – das ist das Ziel der Regio Augsburg und ihrer Mitstreiter bei der neuen Aufarbeitung der Lechfeldschlacht. Als neuester Baustein wurde jetzt im Infopavillon 955 in Königsbrunn der „Digitale Geschichtspfad“ vorgestellt, der die Ereignisse des Jahres 955 nicht nur erlebbar, sondern auch spielbar macht. Dazu dient an den historischen Stätten in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg moderne Technik.

Der Geschichtspfad soll dazu dienen, die Menschen spielerisch an die Geschichte und die Orte heranzuführen. Mithilfe von QR-Codes und einer Handy-App kann man an den historischen Stätten in die Rolle einer historischen Figur schlüpfen und die Ereignisse aus deren Sicht erleben. Die App führt den Benutzer durch die Örtlichkeiten und gibt ihm kleine Aufgaben, deren Erfüllung wiederum Punkte bringt. Auch Parkmöglichkeiten werden bei der Übersichtskarte angezeigt.

Geocaching in der Haldenburg bei Schwabegg

Vier Standorte hat der neue digitale Geschichtspfad rund um Augsburg. Auf der Haldenburg bei Schwabegg im Süden des Landkreises Augsburg sind die Überreste einer sogenannten Fliehburg aus der Zeit der Ungarn-Überfälle zu sehen. Die Verantwortlichen haben dort neben dem Geschichtspfad auch noch ein Geocaching-Erlebnis geschaffen – eine digitale Schnitzeljagd bei der man mithilfe von GPS-Daten versteckte Schätze entdecken kann. In Kissing im südlichen Landkreis Aichach-Friedberg, wo das damalige Lager der Ungarn gelegen haben soll, dreht sich der Geschichtspfad um das monumentale Wandgemälde im Rathaus. Und in Todtenweis und Pöttmes im Norden des Landkreises Aichach-Friedberg führt der digitale Pfad zu den Verteidigungsanlagen der damaligen Zeit – der Ungarnschanze und zum Wagesenberg.

Neue App: Mittendrin im Getümmel der Lechfeldschlacht

Die Stationen fünf und sechs des Geschichtspfads liegen außerhalb der Region: In Magdeburg und Quedlinburg in Sachsen-Anhalt hatten die Ottonen ihre großen Städte, daher wurden sie als Kooperationspartner in das Projekt einbezogen und haben ebenfalls Teile des Projekts mitgetragen. Die historischen Ereignisse der Zeit sind dort noch deutlich stärker Teil der touristischen Vermarktung, als das (noch) in Schwaben der Fall ist.

Aus den Gegnern in der Schlacht werden Freunde

Bei der Vorstellung in Königsbrunn betonte Götz Beck, der Geschäftsführer der Regio Augsburg Tourismus GmbH die überregionale und europäische Bedeutung, die die Lechfeldschlacht habe: „Nach der Niederlage wurden die ungarischen Reiterstämme sesshaft, von Bayern aus christianisiert und entwickelten sich so zu einem Land westlicher Prägung.“ Die Auswirkungen der Schlacht von 955 seien auch in der heutigen Geschichte noch feststellbar, sagt der Königsbrunner Historiker Manfred Kosch, der regelmäßig Führungen in der Dioramen-Ausstellung im Infopavillon veranstaltet. Und auch Gábor Tordai-Lejkó, der ungarische Generalkonsul in München, betonte, dass aus den Nachwirkungen der Schlacht jahrhundertelange freundschaftliche Beziehungen zwischen Ungarn und Bayern entstanden seien.

148000 Euro ließen sich die Verantwortlichen das moderne Geschichtserlebnis kosten. Zielgruppe sind tatsächlich alle Altersklassen, getestet wurde es allerdings vorwiegend mit Jugendlichen, sagt Sonja Wolf, die das Gesamtprojekt koordiniert hat. Die Rückmeldungen seien sehr gut gewesen. Mit dem digitalen Geschichtspfad wurde der zweite Baustein zur Aufarbeitung der Lechfeldschlacht gesetzt.

Weitere Bausteine für das Gesamtkonzept sind in Arbeit

Die Dioramen-Ausstellung im Infopavillon 955 in Königsbrunn bleibe weiterhin ein Fixpunkt in der Region, sagte Götz Beck. Am dritten und letzten Baustein wird derzeit gearbeitet: An mehreren Standorten des Pfades sollen weitere Objekte entstehen, die die Geschichte erlebbarer machen. An der Haldenburg in Schwabegg soll ein Bronzemodell das vermutetliche Aussehen der historischen Fliehburg sichtbar machen, sagt Sonja Wolf.

In Todtenweis soll es ein „Fenster in die Geschichte“ geben. Auf einer Glasscheibe sind dabei die verschiedenen Teile der Ungarnschanze in die heutige Landschaft eingepasst. Am Kissinger Rathaus sollen Teile des Monumentalbildes außerhalb des Rathauses erklärt werden, damit Besucher auch außerhalb der Öffnungszeiten das Kunstwerk erleben können. In Königsbrunn sind Infostelen für die Dioramenausstellungen und an der Ulrichskirche geplant. Spätestens bis Ende des Jahres sollen auch diese Vorhaben umgesetzt sein.

Die App bekommt man unter dem Suchbegriff 955 in allen App-Plattformen.

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