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Bobingen

10.11.2019

Neue Ideen für traditionelle Krippen

Stefan Jaser arbeitet hoch konzentriert an seiner Krippe. Ende des Monats wird sie im Laurentiushaus zu sehen sein.
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Stefan Jaser arbeitet hoch konzentriert an seiner Krippe. Ende des Monats wird sie im Laurentiushaus zu sehen sein.
Foto: Judith Hitzelberger

In der Schnitzerwerkstatt in Bobingen arbeiten Tüftler auch mit Bauschaum, Kunststoff und Nudeln.

In der Werkstatt von Familie Demmler in Bobingen wird konzentriert gearbeitet. Dennoch spürt man die Vorfreude auf die nahende Weihnachtszeit. Denn hier entstehen neue Krippen. In ganz unterschiedlicher Bauweise und verschiedenen Baustadien sind sie im Raum verteilt. Die Ideen dazu wurden in Büchern oder im Internet gefunden, und nun gilt es, sie auch umzusetzen.

Für die Krippe wird das Wohnzimmer geräumt

Josef und Thomas Demmler sind die Hausherren und Fachmänner für die Arbeitsmaschinen, die zur Verfügung stehen. Josef Bühler und Wolfgang Bobinger stehen den fünf Teilnehmern des diesjährigen Krippenbaukurses beratend zur Seite. Mit den Schnitzwerkzeugen und verschiedenen Techniken kennt sich Bobinger gut aus, denn Krippen und Schnitzen sind in seiner Familie eine Leidenschaft. Sein Vater, Konrad Bobinger, war es, der die Krippenausstellung und den Kurs vor vielen Jahren ins Leben rief. Er war auch beim letzten Mal im Jahr 2015 noch mit vollem Herzen dabei. Bei allen anderen Techniken ist Bühler der erfahrene Mann. „Unsere Hauskrippe ist inzwischen so groß, dass wir unser Wohnzimmer dafür ausräumen müssen“, erzählt er stolz.

Die meisten Krippen entstehen in Ständerbauweise. Die Räume zwischen den Holzpfählen werden auf ganz unterschiedliche Art gefüllt. Einige der Männer bevorzugen Styrodur. Das ist ein Material ähnlich wie Styropor, nur feiner und dadurch besser zu verarbeiten und auch biegsamer als Holz. Franz Handschuh hat vor Jahren mit PU- Schaum die Basis für seine orientalische Krippe geschaffen und stellt sie nun mit dem feineren und flexibleren Material fertig. Auch Stefan Jaser arbeitet mit Styrodur. Noch unsicher ist er, wie er das Dach anfertigen wird, das mit Dachziegeln – Mönch und Nonne – gedeckt werden soll. „Momentan trocknen zu Hause Makkaroni“, erklärt er mit einem Schmunzeln. In einem Buch hat er von dem Trick mit den Nudeln gelesen, doch noch ist es nicht so weit, vielleicht fällt ihm noch eine andere, weniger aufwendige Lösung ein.

Von der Idee bis zur Fertigstellung ist es ein langer Weg

Fabian Stadlmair dagegen versucht sich an der Kerbschnitztechnik, um seine alpenländische Krippe zu verschönern. Mit Steinen und Gips, der mit Zement abgedunkelt wird, entsteht bei Demmler junior ein stabiles Mauerwerk. Und Sebastian Helbig verwendet für seine Krippe eine Mischung aus verschiedenen Techniken.

Die meisten haben schon Krippenfiguren zu Hause, zu deren Stil und Größe die neue Krippe passen muss. Ein kleiner Holzquader, der die Größe der Figur hat, hilft dabei, den richtigen Maßstab zu finden.

Ziel der Männer ist es natürlich, alle Bauwerke bis zur Ausstellung fertig zu haben. Doch wäre es für die Besucher sicher auch interessant, die einzelnen Zwischenstadien zu sehen. Viel Geschick, Geduld und Begeisterung steckt in diesem Projekt, und von der ersten Idee bis zur Fertigstellung ist es ein langer Weg.

Diese fünf neuen Krippen, ob fertig oder nicht, und weitere circa 70 große Krippen können Besucher in der letzten Novemberwoche im Laurentiushaus bewundern. Dazu kommen noch 40 bis 50 kleinere Darstellungen.

„Dieses Jahr haben wir uns bemüht, sehr viel Neues anzubieten, das in den vergangenen Jahren noch nicht ausgestellt war“, freut sich Horst Terschanski. Ein mehrköpfiges Team der Kolpingsfamilie bereitet die Ausstellung schon seit Wochen vor. Denn im Vorfeld gibt es viel zu überlegen, zu bedenken und zu entscheiden.

Am Eröffnungssonntag, 24. November, findet auch der Adventsbasar der Pfarrei im Laurentiushaus statt, sodass sich der Weg gleich mehrfach lohnt. Einen besonderen Service bietet das Organisationsteam Schulklassen und Gruppen: Sie können sich anmelden und die Ausstellung außerhalb der Öffnungszeiten besuchen. Termine dazu werden unter Telefon 08234/5913 oder per E-Mail an krippenteam@kolping-bobingen.de vereinbart. Am 24. und 30. November sowie am 1. Dezember wird den Besuchern auch noch Kaffee und Kuchen geboten.

Öffnungszeiten

Sonntag, 24. November, 10 bis 20 Uhr, Montag bis Mittwoch 17 bis 19 Uhr, Donnerstag/Freitag 17 bis 20 Uhr, Samstag, 30. November, 14 bis 20 Uhr, Sonntag, 1. Dezember, 10 bis 18 Uhr.

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