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Bobingen

12.11.2019

Neues Förderprogramm: Bobingen will jetzt zum Zug kommen

Mit Stellplätzen für Autos und Fahrräder vor dem Bahnhof (oben links) hat Bobingen in der Vergangenheit schon einige Ziele der Stadtentwicklung erreicht.
Foto: Peter Stöbich

Ein neues Förderprogramm des Bundes macht Hoffnung, dass der Bahnhof doch noch barrierefrei wird. Der Freistaat muss das aber unterstützen.

Der Zustand des Bahnhofs von Bobingen schreit seit rund 20 Jahren nach Veränderungen. Seit etwa 15 Jahren gibt es fertige Pläne für den Umbau. Einiges wurde tatsächlich erreicht. Es entstanden P+R-Parkplätze, es gibt einen guten Abstellplatz für Fahrräder – und vor allem gibt es inzwischen einen Taktfahrplan. Doch drei Hauptziele hat die Stadt noch immer nicht erreicht: den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs, einen neuen Busbahnhof und schließlich eine Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes.

Es lockt Geld vom Bund

Eine Veranstaltung mit dem Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn in Bayern nährte bei Bürgermeister Bernd Müller doch wieder neue Hoffnung: „Mal sehen, ob jetzt endlich Bewegung in das leidige Thema Barrierefreiheit am Bobinger Bahnhof kommt.“ Das wurde bislang als Voraussetzung für alle weiteren Entwicklungsschritte in diesem Areal angesehen.

Anlass von Müllers Hoffnung: Es gibt ein neues Investitionsförderprogramm des Bundes. Es zielt auf Anlagen in der Größenordnung von Bobingen ab und verspricht Geld für den Bau barrierefreier Bahnhöfe. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft bestätigte ihm: Es handle sich hierbei um ein Programm für Bahnhöfe mit 1000 bis 4000 Pendlern pro Tag, das sogenannte 1000-Bahnhöfe-Programm.

Auch der Freistaat muss dafür sein

Wer beim Bund zum Zug kommen wolle, brauche aber die Unterstützung seines Bundeslandes. Deshalb schrieb Müller nun einen Brief an den bayerischen Verkehrsminister Reichhart. Und auch bei den heimischen Landtagsabgeordneten sowie bei den Stadtratsfraktionen wirbt Müller für eine parteiübergreifende Initiative. Diese hatten sich ja auch in der Vergangenheit immer wieder für einen barrierefreien Bahnhof ausgesprochen und prominente Parteikollegen zum Ortstermin gebeten.

In seinem dreiseitigen Brief an den Minister schildert Müller eine Zusammenfassung der Vorleistungen der Stadt und der ausgeschlagenen Förderungen bei früheren Programmen, um die sich die Stadt beworben hatte.

Und obwohl beim Personennahverkehr per Schiene und Bus zunächst vor allem die Bahn und auch der AVV gefordert sein dürften, verspricht Müller weitere Eigenbeteiligungen der Stadt bei der Umgestaltung des Bahnhofareals.

Die Stadt verspricht Beteiligung am Umfeld

Er schrieb an Reichhart: „Ein vernünftiger, zukunftsfähiger Umstieg zwischen den Verkehrsträgern Schiene und Bus am Standort Bobingen durch einen neuen Busbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz wird zudem nicht unerhebliche finanzielle Eigenmittel der Stadt erfordern, die wir bereit sind in die Hand zu nehmen. Alle künftigen Maßnahmen am Bobinger Bahnhof sind jedoch untrennbar mit dem barrierefreien Ausbau der Bahnsteige verbunden und können erst umgesetzt werden, wenn diesbezüglich Finanzierungs- und Planungssicherheit besteht.“ Was wohl bedeuten soll: Die neue barrierefreie Fußgängerunterführung zu den Gleisen müsse der Stadt fix zugesagt sein, dann könne sie planerisch und finanziell vorantreiben, was nötig ist, um ein attraktives sowie verkehrsgerechtes Umfeld entstehen zu lassen.

Wie das aussehen könnte, weiß die Stadt schon seit rund 15 Jahren. So lange schon hat sie Konzeptvarianten vom Planungsbüro Eger sowie Ideen des eigenen Bauamtes in den Schubladen liegen. Der darin skizzierte Ausbau der Parkplätze ist längst erfolgt. Auch den Fahrradunterstand hat die Stadt verwirklicht. Der Bau des Kreisels an der Bahnhofstraße stieß einst auf einige Gegenstimmen und wurde auf Eis gelegt, bis mehr Klarheit über die Zukunft des Bahnhofs herrscht. Bei allen Schritten dazu bedarf es einer Kooperation von Staatlichem Bauamt, AVV, Bahn, Freistaat und Bund. Sollten endlich Fördergelder bereitstehen, könnte tatsächlich gemeinsam Bewegung ins Thema Bahnhof kommen.

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