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Reinhartshofen

27.06.2019

Nur eine Zündapp macht beim Ausflug schlapp

Die 16 Fahrer an ihrem Quartier, dem Schirmerhof in Natz in Südtirol, bei der diesjährigen Tour.
Bild: Florian Weh

16 Freunde des motorisierten Zweirads erklimmen Berge bis nach Südtirol. Was sie dort alles erleben und warum ein Fahrer zurückgelassen wurde.

Die Liebe zu ihren Zündapp-Mokicks verbindet um die 30 Freunde dieses motorisierten Zweirads aus Reinhartshofen und Reinhartshausen schon seit mehr als zehn Jahren. Seit 2009 zieht es die Gruppe einmal im Jahr mit ihren Mokicks in die Ferne. Vollbepackt mit ein wenig Kleidung, Zelt, Schlafsack und Stuhl geht’s los.

In den ersten Jahren lagen die Reiseziele noch in Bayern am Niedersonthofer See, Staffelsee, Brombachsee oder Kochelsee. Beim fünften Ausflug wagten sich die Freunde erstmals über die Alpen bis zum Gardasee. „Das war ein absolutes Highlight, das wir nach zwischenzeitlich näheren Zielen wie den Plansee und Staffelsee zur zehnjährigen Jubiläumstour im vergangenen Jahr wiederholten“, schwärmt Florian Weh, der seit Anfang an bei den Touren dabei ist. Heuer ging es zur elften vier Tage langen Tour mit insgesamt 16 Zündapps zwar nicht über die Alpen, aber doch hoch hinauf bis nach Natz in Südtirol. Cheforganisator und Chefmechaniker Manuel Kunert hat diese Tour ausgearbeitet. Die gemischte Gruppe von Jungen und Alten zwischen 20 und 60 Jahren startete wegen Unwetter und Schneefall in den Bergen mit einem Tag Verspätung frühmorgens um 6 Uhr in Reinhartshofen in Richtung Südtirol.

250 Kilometer und 2500 Höhenmeter in „nur“ sechs Stunden

Ihr Ziel war die Pension Schirmerhof in Natz bei Schabs, nähe Brixen. Bei kalten sechs Grad wurde die traditionelle Dorfrunde mit den vollbepackten Zündapps gedreht, dann ging es über Graben und Igling nach Landsberg auf die B17 nach Schongau. In Unterammergau gab es beim ersten Stopp Frühstück. Danach ging die Fahrt weiter über Ettal, Mittenwald und den Zirler Berg nach Innsbruck, wo die Zündapps zum ersten Mal aufgetankt werden mussten. So gerüstet konnte der Brenner-Pass überwunden und über Sterzing vorbei an der Fanzensfeste gegen 15.30 Uhr die Pension in Natz bei strahlendem Sonnenschein erreicht werden. 250 Kilometer und 2500 Höhenmeter wurden in einer Fahrzeit von sechs Stunden bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 53 Stundenkilometern unter die Zweiräder genommen.

Nur eine Zündapp macht beim Ausflug schlapp

Am folgenden Tag ging es über den Meransen nach Weitental und über die Sonnenstraße ins Ahrntal nach Sand in Taufers auf die Burg. In Steinhaus kehrten die Biker ein und genossen auf der Schleife über Bruneck, Onies und Antermoia das gigantische Bergpanorama. Der 2000 Meter hohe Würzjochpass war der Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes. Über St. Andrä, Brixen und Elvas wurde nach fast sieben Stunden Fahrtzeit und 193 Kilometern wieder die Pension in Natz aufgesucht. Da 4314 Höhenmeter zu erklimmen waren, kamen die Zündappfreunde nur auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 29 Stundenkilometer.

Durchschnittsgeschwindigkeit der Zündapps liegt bei 35 km/h

Am dritten Tag ging es ab in den Süden zum Kalterer See und weiter nach Tramin und über den Mendel- und Gampenpass bis nach Naraun. Die Rückfahrt führte an der Fahlburg vorbei über Bozen. Wieder eine sechsstündige Tour mit 213 Kilometern und 3300 Höhenmetern bei durchschnittlich 35 Stundenkilometer.

Am Sonntag, den 2. Juni hieß es wieder zusammenpacken und aufsatteln. Ein gemeinsames Foto als Andenken und schon ging es nach dem Frühstück wieder zurück nach Reinhartshofen. „Es lief wieder einmal gut auf dem Heimweg, nur eine Prozession in Gries am Brenner stoppte uns und wir nutzten dies gleich für einen Boxenstopp“, berichtet Florian Weh. Nach der deutschen Grenze bei Scharnitz gab es aber plötzlich einen Motorschaden bei einem der sonst doch so zuverlässigen Zündapps. „Dieses Mokick mussten wir zurücklassen. Es wurde später mitsamt Fahrer abgeholt. Die Wartezeit nutzten wir sogleich fürs Mittagsessen“, erzählt Weh.

Dafür lief auf dem letzten Etappenabschnitt bis nach Reinhartshofen wieder alles wie gewohnt. Um 16 Uhr kam der Tross wohlbehalten Zuhause an. „Alles in allem war es wieder eine tolle Zündapptour bei sonnig warmem Wetter, leckerem Essen, herrlichen Pässen und Straßen, viel Gaudi und guter Organisation mit den schönsten und zuverlässigsten Fahrzeugen die es gibt“, schwärmt Weh im Namen aller Zündappfreunde mit ihrem Motto „Der Auspuff dröhnt, der Kolben schreit, Zündapp für die Ewigkeit.“

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