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Oberottmarshausen

23.12.2020

Oberottmarshausen zeigt, wie bezahlbare Wohnungen aussehen können

Bürgermeister Andreas Reiter, Architekt Josef Egger und Altbürgermeister Gerhard Mößner freuen sich über die Oberottmarshauser Paarhäuser.
Bild: Anja Fischer

Plus Die Gemeinde Oberottmarshausen will günstigen Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen schaffen: Herausgekommen ist ein architektonisches Juwel.

Links und rechts des Kreisverkehrs am Ortsausgang von Oberottmarshausen Richtung Bobingen nehmen zwei gespiegelte Paarhäuser die Bewohner und Besucher des dortigen Wohnbaugebietes in Empfang. Was viele nicht wissen: Die beiden Häuser gehören zum geförderten sozialen Wohnungsbau und sind Eigentum der Gemeinde Oberottmarshausen.

Zu günstigen Mietpreisen können in Oberottmarshausen auch Menschen mit geringerem Einkommen eine schöne, bezahlbare Wohnung finden. „Sogar mit Blick auf die Berge vom zweiten Stock aus“, sagt Bürgermeister Andreas Reiter. Er nennt die Paarhäuser „ein Juwel am Ort“.

Wohnungen in Oberottmarshausen: Individualität statt Standardisierung

Begonnen hat das Projekt, welches Reiter nun zu Ende führt, Bürgermeister Gerhard Mößner. Er wollte damals keinen standardisierten sozialen Wohnungsbau sondern Individualität, die zu Oberottmarshausen passt und fand im Architekturbüro „architekturagentur“ den passenden Partner. Architekt Josef Egger berichtet, wie es zu den beiden Paarhäusern kam: „Als Referenz zu den ortstypischen Bauernhäusern wurden die Paarhäuser schmal, lang und giebelseitig konzipiert.“ So entstehe eine schwäbische Moderne.

Anstatt eines großen Gebäudekomplexes bilden zudem zwei nach außen sichtbare Gebäude eine Einheit. Um der Monotonie im sozialen Wohnungsbau etwas entgegenzusetzen, wurden die Terrasse, Balkone und Loggien auf jeder Wohnungsebene anders konzipiert. So können sich die Mieter der acht Drei-Raum-Wohnungen und vier Zwei-Raum-Wohnungen mit ihrem neuen Heim identifizieren.

Zwei Jahre wurden Wohnungen in Oberottmarshausen geplant und gebaut

Rund 26 Monate dauerten Planungs- und Bauphase, zu denen im Oktober 2017 der Startschuss fiel. Egger blickt dabei zurück auf eine „wunderbare Findungsphase und eine bemerkenswerte gute Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister, Gemeinderat und Architekt“. Das Projekt habe ein tolles Projektmanagement gehabt und alle Beteiligten seien gut mitgenommen worden. Gemeinsam habe man den Drahtseilakt geschafft, an speziellen Ecken einzusparen und beispielsweise im Treppenhaus schlichten Sichtbeton zu verwenden, um dafür an anderen Ecken innerhalb der Wohnungen individuell werden zu können und die Wohnungen damit aufzuwerten.

Bürgermeister Andreas Reiter ist zurecht stolz darauf, dass seine Gemeinde das knapp vier Millionen teure Bauprojekt stemmen konnte. 50 Prozent davon kommen aus dem Fördertopf des Freistaates. „Trotzdem ist es für so eine kleine Gemeinde wie Oberottmarshausen schon enorm“, sagt Reiter und verweist darauf, dass man sozial geförderten Wohnungsbau sonst beinahe nur aus Städten kenne. „Aber wir wollen alle unsere Bürger unterstützen, auch diejenigen, die sich kein Eigenheim leisten können.“ Mit den zwölf Wohnungen schlage man eine Brücke vom Kindergarten bis zur Unterstützung auf dem späteren Lebensweg. Deshalb sei der Mietpreis auf acht Euro pro Quadratmeter festgeschrieben.

Das Interesse an den Wohnungen in Oberottmarshausen ist groß

Zudem seien die beiden Paarhäuser ein optischer Hingucker mit hohem Wohnstandard. „Ich bin immer noch stolz auf dieses Projekt und kann vorbeifahren, wann ich will, die Häuser sehen zu jeder Jahreszeit gut aus“, schwärmt Reiter und nennt die beiden Häuser stolz das seitliche Einfahrtstor in den Ort. Wie wichtig so ein Projekt auch in kleinen Gemeinden ist, beweist die örtliche Ausschreibung der Wohnungen: Etwa 40 Bewerbungen gingen bei der Gemeinde Oberottmarshausen im Frühjahr 2020 ein. Im August konnten dann 20 Menschen in die Paarhäuser einziehen, aber „es macht deutlich, dass wir bei weitem nicht den ganzen Bedarf decken konnten“, sagt Bürgermeister Reiter nachdenklich.

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