Newsticker
Heiko Maas bringt Regel-Lockerungen für Geimpfte ins Spiel
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Oft fehlt es an den einfachsten Dingen des Lebens

Landkreis Augsburg

07.01.2021

Oft fehlt es an den einfachsten Dingen des Lebens

Spendenbox für die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivfoto)

Die Kartei der Not hilft, wenn Menschen unverschuldet in eine Notlage geraten: So wie eine Frau, die nach einem Schlaganfall linksseitig gelähmt ist.

Ein Schicksal, das bewegt: Bereits mit 58 Jahren erlitt eine Frau aus der Region einen schweren Schlaganfall. In ihrer Wohnung im dritten Stock konnte sie mit ihrer Erkrankung nicht mehr bleiben und musste deshalb nach der Reha ins Altersheim. Dank des Engagements ihrer Betreuerin fand sie eine Wohnung im Betreuten Wohnen. Dort fehlten allerdings eine Küche und eine Waschmaschine.

Die kranke Rentnerin hat so wenig Geld, dass sie sich beides nicht leisten konnte. Die Betreuerin stellte einen Antrag bei der Kartei der Not. Das Leserhilfswerk unserer Zeitung unterstützte die 59-Jährige dann bei der Ausstattung ihrer Wohnung. Das ist einer von vielen Fällen, wie unverschuldet in Not geratenen Menschen in diesem Jahr geholfen werden konnte. Wegen der Corona-Krise waren viele Menschen in schwierige Situationen geraten zusammen, die sie nicht mehr alleine bewältigen konnten.

Ein Kühlschrank oder ein Bett mit Matratze

Hauptsächlich betrafen die Hilfen das Thema Wohnen. Zwölfmal ging es um Energie- und Nebenkosten sowie Mietzahlungen. Das Leserhilfswerk verhinderte, dass Menschen ihre Wohnung verlieren oder ohne Strom und Heizung sind. Oft war auch die Hilfe beim Umzug in eine günstigere Wohnung nötig oder die Einrichtung einer Kochmöglichkeit, eines Kühlschranks, Herds oder eines Bett mit Matratze. In fünf Fällen unterstützte die Kartei der Not akut den Lebensunterhalt, also Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel und Babybedarf.

Fast 50 Anfragen aus dem südlichen Landkreis

Im Verbreitungsgebiet der Redaktion konnten die Kartei der Not in diesem Jahr bei 46 Anfragen mit über 36.000 Euro helfen. In 14 Fällen waren Familien mit gesamt 31 betroffenen Kindern in eine Notlage geraten. Bei 22 Menschen ging es um eine chronische Krankheit und/oder eine Behinderung. Bei Letzteren hat die Kartei der Not neben der Erholungsmaßnahme den behindertengerechten Umbau eines Fahrzeugs bezuschusst.

Schwerkranke Frau braucht ein Auto

Um Mobilität ging es auch bei einer Frau, die Blutkrebs hat. Bei ihr wurde deshalb eine Knochenmarktransplantation vorgenommen, die allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte. Ihr Körper zeigte eine Abwehrreaktion. Die 50-Jährige leidet sehr unter Schmerzen. Ärzte behandeln sie mit einer Antikörper-Therapie. Das führt zu einer Immunschwäche. Deswegen muss sie große Menschenansammlungen meiden und kann nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Wegen des Coronavirus gilt sie als Hochrisikopatientin. Um die die vielen Behandlungstermine wahrnehmen zu können, braucht sie ein Auto. Doch ihres ist fast 20 Jahre alt, eine Reparatur lohnt nicht mehr. Weil sie nur noch stundenweise arbeiten kann, fehlen ihr die Mittel für ein neues Fahrzeug. Die Kartei der Not hat mitgeholfen, dass die Frau jetzt wieder mit mehr Optimismus in die Zukunft blicken kann.

Schnell und unbürokratisch

Seit 1965 hilft die Kartei der Not unverschuldet in Not geratenen Menschen in der Region. Unverschuldet in Not – das kann schnell passieren und jeden treffen. Krankheit, Unfall oder der Verlust der Arbeit sind einige Beispiele dafür. Die Kartei der Not steht als Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck und des Allgäuer Zeitungsverlags den Menschen in der Region in ausweglosen Situationen zur Seite und leistet Hilfe – rasch, unbürokratisch und nachhaltig. Denn durch die Zusammenarbeit mit sozialen Beratungsstellen vor Ort ist gewährleistet, dass ihre Unterstützung auch tatsächlich bei den Bedürftigen ankommt und für den benötigten Zweck verwendet wird. Dabei kommt jede Spende zu 100 Prozent bei den Betroffenen an, weil alle Verwaltungskosten von der Mediengruppe Pressedruck getragen werden. Im Verbreitungsgebiet der Schwabmünchener Allgemeinen halfen 557 Spender. Die größten Spenden kamen von der Trevira GmbH und der Ritter GmbH.

Pandemie sorgt für neue Herausforderungen

Im vergangenen Jahr hat die Corona-Pandemie auch die Arbeit des Hilfswerks vor neue Herausforderungen gestellt. Besonders im Frühjahr, als etliche Tafeln und Beratungsstellen schließen mussten, hat sich die Kartei der Not mit einem Sonderfonds noch stärker für die Menschen in Not eingesetzt und neu entstandene Hilfsprojekte sozialer Organisationen, die während der Corona-Pandemie dazu beitragen, dass die Lebensgrundlage von bedürftigen Menschen gesichert wird, daraus unterstützt.

Lesen Sie dazu auch: Wie sich Corona auf die Spendenbereitschaft in Augsburg auswirkt

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren