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Gymnasium

02.10.2012

Oktoberfest verbindet und zeigt Unterschiede

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Der tägliche Morgenappell, zu dem die indischen Schüler in Reih und Glied antreten, war für die Besucher aus Bayern eine ungewohnte Erfahrung.

Gruppe kehrt mit vielfältigen Eindrücken vom ersten Besuch der Partnerschule im indischen Mysore zurück

Königsbrunn „Ich bin mir vorgekommen wie im Film“, so fasst Lehrerin Stefanie Klimek ihre Eindrücke vom achttägigen Besuch in Indien zusammen. Am Samstagabend kam die Gruppe des Gymnasiums Königsbrunn vom ersten Besuch der Partnerschule in Mysore im südindischen Bundesstaat Karnataka zurück. Gestern berichteten sie, ihr Kollege Helmut Deuringer und Stadtrat Norbert Schwalber der Schulleitung – und planten gleich für den Gegenbesuch der Schüler aus Indien, die am 10. Oktober eintreffen werden.

Es muss ein sehr vielschichtiger Film sein, den die Lehrerin da vor Augen hat – einer, der die Vorstellungen von einer exotischen Kultur bestätigt (und manchmal übertrifft), einer, der überraschende kulturelle Unterschiede zeigt, aber auch eine Herzlichkeit, die es möglich macht, darüber Brücken zu schlagen.

Beispiele für chaotische Zustände im Straßenverkehr

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Die chaotischen Zustände im indischen Straßenverkehr, manchem aus Film und Fernsehen geläufig, illustrieren sie jetzt mit Beispielen. So gerieten sie schon auf der Fahrt vom Flughafen zur Schule in einen Stau – weil die Besatzung eines Lkw auf der mittleren von drei Spuren der Schnellstraße eine Pause machte und unter dem Fahrzeug schlief.

Kein Halt bei Rot an der Ampel, ein ständiges Hupkonzert, zum Überholen auf die Gegenfahrbahn – das mündet für Helmut Deuringer in das Fazit: „Ein Europäer könnte da nicht fahren!“ Andererseits haben die Königsbrunner in den acht Tagen in der 800000-Einwohner-Stadt nur zwei kleinere Unfälle gesehen. Bei ihrem Aufenthalt haben die Königsbrunner in den Gastfamilien vor allem das Leben der indischen Oberschicht aus der Nähe erlebt, weil die De-Paul-Schule durch hohes Schulgeld nur für diese Gruppe offen steht. Herzlichkeit und offenes Interesse schlugen ihnen aber auch bei Ausflügen entgegen.

Besonders aufmerksam haben die beiden Lehrer natürlich den Alltag in der katholischen Schule verfolgt, in deren Internat Schüler aus vielen Ländern zu Hause sind. Dabei fiel ihnen auf, dass in der De-Paul-Schule, die in Indien als Eliteschule gilt, sehr viel auf Auswendiglernen und Abfragen basiert. Den Unterricht findet Deuringer „viel weniger anwendungsorientiert als bei uns“.

Stefanie Klimek meint: „Kreativität und Individualität werden nicht wie bei uns gefördert.“ Sie hat aber auch mit Lehrern gesprochen, die das bedauern. Es entspreche dem Grundzug vieler Kulturen in Asien, das Ganze zu betonen, hinter dem die Interessen des Einzelnen zurücktreten müssten, erläutert Norbert Schwalber, der seit fast 20 Jahren in China aktiv ist.

Auffällig war für die Besucher auch, dass an der Schule – zum Teil auch in den Familien – eine strenge Trennung zwischen den Geschlechtern herrscht. Buben und Mädchen sitzen gemeinsam in den Klassenzimmern, gehen aber auf getrennten Wegen zum Speisesaal und essen an verschiedenen Tischen. Auch das Schwimmbecken benutzen sie an unterschiedlichen Tagen. Und Anfassen ist tabu.

Aufmerksam verfolgten die indischen Jugendlichen den zwanglosen Umgang der Gymnasiasten – und machten große Augen, als diese bei der Abschlusspräsentation in der Aula in gemischter Gruppe mit bayerischem Volkstanz Oktoberfeststimmung boten. Bei der Polonaise gingen sie – nicht zur Freude ihrer Lehrer – begeistert mit.

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