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Mickhausen

11.02.2020

Ortsentwicklung: Wie sich Mickhausen verändern soll

Um Fördermöglichkeiten für die Dorferneuerung in Anspruch nehmen zu können, müsste sich Mickhausen verpflichten, vorrangig auf Möglichkeiten der Innenentwicklung zu setzen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht (Archiv)

Plus Die Gemeinderäte in Mickhausen treffen eine Grundsatzentscheidung, wie sich Ortsteile entwickeln sollen. Hohe Zuschüsse winken.

Leerstände in den Ortsmitten und hoher Flächenverbrauch in den Randbereichen – dieses Problem kennt auch die Gemeinde Mickhausen. Nun will die Kommune entgegensteuern. Dabei hofft sie auf die von der Staatsregierung gestartete Förderinitiative „Innen statt Außen“. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dazu die Basis geschaffen.

Mit dieser Initiative können vor allem strukturschwache Kommunen bei Projekten der Dorferneuerung einen zusätzlichen Förderbonus von 20 Prozent erhalten. „Damit werden für Gemeinden auch Maßnahmen zur Beseitigung von Leerständen im Ortskern interessant“, machte Martin Braun vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben (ALE) aufmerksam. Er präsentierte dem Gemeinderat ausführlich diese Fördermöglichkeit. Dabei ging er sowohl auf das von der Gemeinde angestrebte Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Münster als auch auf Fördervoraussetzungen und Projektmodelle ein.

Ortsentwicklung in Mickhausen: „Notwendig ist ein tragfähiges Konzept“

„Notwendig ist neben einem Antrag der Gemeinde ein tragfähiges Konzept über die künftige Nutzung“, erläuterte Braun. Das Objekt müsse im Eigentum der Gemeinde sein und innerhalb einer Dorferneuerung liegen. „Um einem Flächenverbrauch im Außenbereich für Zwecke der Siedlungsentwicklung entgegenzuwirken, muss sich die Gemeinde darüber hinaus mit Beschluss verpflichten, vorrangig auf Möglichkeiten der Innenentwicklung zu setzen.“

Im Rahmen der Neugestaltung der Ortsmitte des Mickhauser Ortsteils Münster soll das Feuerwehrhaus saniert und um einen Bürgersaal erweitert werden. Davor ist ein Dorfplatz geplant. Die komplette Maßnahme soll nun in die Förderinitiative „Innen statt Außen“ einfließen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Weiter gelte es, eine sogenannte Selbstbindung einzugehen, fuhr der ALE-Mitarbeiter fort. „Darin geht es darum, die Neuausweisung von Bauflächen am Ortsrand auf ein unbedingt notwendiges Maß zu reduzieren.“

Ortsentwicklung: Mickhausen kann bis zu 800.000 Euro erhalten

Treffen alle Voraussetzungen der Förderinitiative zu, könnte die Gemeinde Mickhausen für die Maßnahmen ihrer Dorferneuerung im Rahmen des Dorfgemeinschaftshauses in Münster sowohl bei den Planungen als auch bei den Verbesserungen der Verkehrsverhältnisse und der bürgerschaftlichen Einrichtung einen Fördersatz von bis zu 80 Prozent, maximal 500.000 Euro, erhalten, für Boden- und Gebäudemanagement den gleichen Prozentsatz, maximal 300.000 Euro.

Braun forderte die Gemeinde auf, mit Grund und Boden generell sparsam und schonend umzugehen und Bauland nicht auf Vorrat auszuweisen. Die Initiative „Innen statt Außen“ sei für jede Kommune eine Chance für die Zukunft. Das Förderprojekt mache Sinn für die Gemeinde zu investieren, um wieder Leben in den Innenbereich zu bringen. Das Innenentwicklungskonzept soll unter anderem Stärken und Schwächen im Planungsgebiet darlegen, wie gezielte Nachverdichtungen erfolgen und vorhandene Baulücken überplant werden können. Ein wichtiges Thema: Die Menschen vor Ort sollen in Themen- und Arbeitskreisen eingebunden werden. Das alles diene als Basis für die formellen Planungen, resümierte Braun.

Gemeinde Mickhausen stößt Innenentwicklungskonzept an

Gemeinderat und Bürgermeister waren von der Förderinitiative angetan, zumal bei einem Seminar des Gremiums vor mehreren Jahren bereits ähnliche Planungspunkte angesprochen wurden. Rathauschef Hans Biechele meinte nachdrücklich: „Wir brauchen dringend ein brauchbares Gemeindeentwicklungskonzept.“ So sahen es auch die Gemeinderäte. Einstimmig bejahten sie die Aufnahme der Fahrt in Richtung „Innen statt Außen“. Sie gaben eine Leerstandanalyse und ein Innenentwicklungskonzept in Auftrag. Dabei soll die Verwaltung in Absprache mit dem ALE geeignete Architekturbüros suchen.

Thema war auch die örtliche Rechnungsprüfung der Gemeinde für das Jahr 2018. Dabei hätten sich zwei Prüfungsbemerkungen ergeben, trug Zweiter Bürgermeister Walter Lämmermeyer vor. Einmal habe es Unklarheiten bei der Abrechnung von Bauhofleistungen gegeben, zum anderen nicht nachvollziehbare Unterschiede bei den Kilowattstunden der Straßenbeleuchtung. Einwände von wesentlicher Bedeutung lägen allerdings nicht vor, so Lämmermeyer.

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