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Ausstellung

17.02.2015

Papier in mehreren Lagen

Hinter Glas kommen die verschiedenen Schichten der Arbeiten besonders gut zur Geltung.
2 Bilder
Hinter Glas kommen die verschiedenen Schichten der Arbeiten besonders gut zur Geltung.

Ein Spiel mit Aquarellfarben und Tusche ist derzeit in der Wertachklinik in Bobingen zu sehen

Wer derzeit durch das Foyer der Wertachklinik Bobingen spaziert, kann den Mensch auf den Bildern entlang der Wände manchmal ganz genau erkennen. Manchmal wirkt die Silhouette oder Figur eher durchscheinend. Und auf anderen Arbeiten muss man schon ganz genau hinsehen und den Strichen nachspüren. Immer aber lohnt sich bei den Werken von Christina Weber ein zweiter oder gar dritter Blick. Denn der aufmerksame Betrachter kann feststellen, dass die Bilder nicht einfach nur gemalt sind.

Zwar bezeichnet die Künstlerin und Vorsitzende des Kunstvereins Bobingen ihre Werke selbst „als ein Spiel mit Aquarellfarben und Tusche“, doch nicht nur die Pinselführung übernimmt bei ihren Arbeiten einen wichtigen Teil. Christina Weber benützt ein sehr dünnes chinesisches Papier, auf das Tusche und Farben aufgetragen werden. Meist legt sie das Papier in mehreren Lagen übereinander. Später dann klebt sie diese Lagen mit Kleister vorsichtig zusammen, aber nicht einfach glatt übereinander. „Wenn man das Papier mit der Farbe nass macht, reißt es an diesen Stellen sehr leicht“, erzählt die Künstlerin. „Diese gerissenen Lagen setze ich dann wieder zusammen – mal über- oder untereinander, mal mit Aussparungen, mal direkt aufeinander.“ So entstehen Bilder, die zwar zum Teil „nur schwarz-weiß“ daherzukommen scheinen, dafür aber in ihrer Mehrlagigkeit einen starken Ausdruck aufweisen und immer wieder Neues entdecken lassen. Vor allem bei den Arbeiten, die Christina Weber hinter Glas geklebt hat, kommt diese besondere Struktur zur Geltung. „Im einfachen Rahmen kam das nicht so gut hervor“, fand sie. „Die Glasplatten sind zum Teil mehrfach vorne und hinten beklebt und zeigen, was man alles mit Schichten machen kann.“ Das Papier wird dazu in verdünntem Acryllack getränkt. Dieser dient als Kleber und gleichzeitig als Schutz.

Christa Webers Thema ist immer der Mensch

Eines ist allen Bildern gemeinsam: Christina Webers Thema ist immer der Mensch. Liniennetze stellen die Verbundenheit des Menschen als soziales Wesen dar. Ihre Figuren haben immer Arme, laufen aber nach unten in geraden Linien aus. „Der Mensch braucht Arme, um sich zu verbinden, nicht die Beine“, findet die Künstlerin, die seit knapp fünf Jahren mit dieser besonderen Technik arbeitet. Sie verrät: „Eigentlich war es eine Notlösung. Ich hatte ein Projekt in Irland und konnte auf dem Flug nicht viel mitnehmen, nur eine Rolle dünnes chinesisches Papier und ein paar Pinsel.“ Diese Kombination habe sie dann dazu verleitet, etwas Neues auszuprobieren. Und sie kam der künstlerischen Herkunft von Christina Weber entgegen. „Ich komme ja vom Modellieren und aus der Bildhauerei. Wenn ich mit Ton arbeite, bearbeite ich direkt mit der Hand das Material, da ist kein Hilfsmittel dazwischen. Das Malen mit dem Pinsel kommt dem noch am nächsten.“ Zudem liebt die Künstlerin den Pinsel als Zeichengerät. Ihr Faible für Asien schlägt sich in der Verwendung des besonderen Papiers und der Tusche nieder. So entstehen ausdrucksstarke Bilder, die viel Raum für Interpretationen lassen, aber auch immer ein wenig Gegenständliches zeigen. „Ohne Gegenständlichkeit geht es nicht“, findet Christina Weber. „In den Bildern ist immer etwas erkennbar. Ich denke, dass der Wunsch, etwas zu sehen, in jedem Menschen steckt.“ Zu sehen gibt es im Foyer der Wertachkliniken in den nächsten Wochen so einiges. Zu entdecken aber auch.

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