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Ettringen

31.08.2011

Papierfabrik Lang: Schon wieder 66 Stellen weniger

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Über der Ettringer Papierfabrik Lang braut sich was zusammen: Gestern hat der Konzern UPM angekündigt, die Papiermaschine 3 stillzulegen und 66 Arbeitsplätze abzubauen.
Bild: Foto: Frieder

Der Konzern UPM legt eine der drei Papiermaschinen in Ettringen still. So sollen 66 Arbeitsplätze wegfallen – zwei Werke werden komplett geschlossen.

Ettringen Schon wieder schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter der Papierfabrik Lang in Ettringen: Bis zum Jahresende werden weitere 66 Stellen gestrichen. Das hat der Papierkonzern UPM, zu dem Lang seit Anfang August gehört, gestern bekannt gegeben. Und diesmal wird es wohl nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen gehen.

Wenige Wochen, nachdem der finnische Papierriese UPM seinen Konkurrenten Myllykoski übernommen hat (wir berichteten), hat die Geschäftsführung jetzt erste Folgen der Übernahme bekannt gegeben: Zwei Werke, eines in Finnland, eines in Baden-Württemberg, werden komplett geschlossen, in Ettringen wird die Papiermaschine 3 stillgelegt. Mit diesen Maßnahmen will UPM pro Jahr 1,3 Millionen Tonnen Papier weniger herstellen und sich von 1170 Mitarbeitern trennen. „Wir wollen so ein Synergiepotenzial von 200 Millionen Euro heben“, sagt Hartmut Wurster, der Geschäftsführer von UPM Deutschland.

Die Ettringer Papiermaschine 3 stelle zurzeit 110 000 Tonnen Zeitungspapier pro Jahr her, erklärt er und sagt: „Sie ist nicht mehr wettbewerbsfähig – aufgrund ihres Alters und ihrer Technologie“. Denn: „Die Herausforderungen der Papierindustrie sind Überkapazitäten und Kostendruck. Es geht um Kosteneffizienz.“ Die Maschine wurde 1971 gebaut und ist die älteste der drei Papiermaschinen, die in Ettringen produzieren. Und mit der Maschine sollen 66 Arbeitsplätze verschwinden.

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Erst Anfang Juni hatten sich das Unternehmen und der Betriebsrat nach langen Verhandlungen auf einen Stellenabbau geeinigt: 77 Arbeitsplätze werden abgebaut, indem Arbeiter Auflösungsverträge unterzeichnen, früher in Rente gehen oder Stellen nicht mehr besetzt werden. Jetzt werden also weitere 66 gestrichen – und zwar bis zum Ende des Jahres, kündigt UPM an.

„Wie wir die Arbeitsplätze abbauen, das wird Teil der Verhandlungen mit dem Betriebsrat und den Arbeitnehmervertretern sein“, sagt Wurster und stellt klar: „Wir werden betriebsbedingte Kündigungen nicht vermeiden können.“ Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Ulbrich war gestern Nachmittag ziemlich sprachlos. In einer Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiter über die Pläne informiert. „Aber ich weiß auch nicht mehr als die Presse“, sagt er. Wie es nun in Ettringen weitergeht? Das kann er noch nicht sagen.

Deutlicher wird da die Gewerkschaft. „Nach dem, was wir das letzte Jahr durchgemacht haben, kommt jetzt der nächste Personalabbau“, sagt Peter Beneke von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) enttäuscht. Und er meint: „Wir haben nach der Übernahme schon befürchtet, dass so etwas kommt.“ Beneke glaubt sogar, dass es nicht bei den 66 Arbeitsplätzen bleiben wird: „Das sind ja nur die aus dem Produktionsbereich. Im administrativen Bereich sollen ja auch sogenannte überlappende Bereiche zentralisiert werden.“ Heißt: Auch in Verwaltung, Logistik und Einkauf könnten Arbeitsplätze wegfallen oder verlagert werden. „Da müssen dann die Arbeiter woanders hinziehen – oder sie müssen gehen“, sagt der Gewerkschafter.

Wird also das Papierwerk in Ettringen irgendwann ganz geschlossen? Nein, antwortet Wurster auf Nachfrage: „Wir haben keine weiteren Pläne in der Schublade.“ Der Geschäftsführer sagt zu den Sparmaßnahmen: „Das Ettringer Werk wird kleiner, aber durch seine neue Struktur wettbewerbsfähiger.“ "Wirtschaft und "Seite 44

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