Newsticker
10.000 Impfdosen stehen bereit: Bayern beginnt mit Impfungen für Polizisten
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Parkplatzproblem am Ärztezentrum?

Untermeitingen

02.01.2019

Parkplatzproblem am Ärztezentrum?

Bald schon soll das Ärztezentrum in Untermeitingen ein Anziehungspunkt für das gesamte Lechfeld werden.
Bild: Veronika Lintner

Die Gemeinde Untermeitingen diskutiert noch einmal über die Straßengestaltung rund um den Neubau am Lechring. Warum dabei ein paar Bäume eine Debatte auslösen.

Derzeit steht das Gebäude umhüllt von grauen Planen, verpackt wie ein Geschenk zwischen Baukränen. Doch bald schon soll das Ärztezentrum in Untermeitingen ein Anziehungspunkt für das gesamte Lechfeld werden. Ärzte sollen sich dort am Lechring niederlassen, dazu ein Höregeräteakustiker, eine Apotheke und eine Bäckerei mit Café. Eine ambulante Pflegeeinrichtung wird in einem Bau im Norden des Ärztegebäudes entstehen.

Die konkrete Planung der Straßen und Gehwege rund um das Zentrum hat nun der Untermeitinger Gemeinderat beschlossen. Das Konzept stand nicht zum ersten Mal auf der Tagesordnung. Die Pläne schienen vor der Sitzung des Gremiums schon so gut wie beschlossen – doch sie lösten nochmals eine Debatte aus. Im Fokus der Kritik stand dabei die Zahl der Parkplätze.

Sind knapp 100 Parkplätze am Ärztezentrum genug?

Der Bauplan verzeichnet 80 Parkmöglichkeiten auf dem Gelände des Zentrums, 13 weitere schafft die Gemeinde selbst entlang des Lechrings. Andreas Halscheidt von der Fraktionsgemeinschaft FDP/SPD warnte nun vor einem großen Verkehrsandrang: „Die Frage ist nicht, ob das Parkplatzproblem kommt, sondern wann.“ Die Zahl der Stellplätze bezeichnete er als „völlig unzureichend.“ Das Ärztezentrum liegt an der viel befahrenen Lechfelder Straße, die Klosterlechfeld mit Untermeitingen verbindet. Der Neubau könnte zu einem weiteren Anstieg des Verkehrs führen. Zu den Skeptikern zählt auch Bernd Früchtl (Fraktionsgemeinschaft FDP/SPD). Er schlug vor, auf Teile der geplanten Begrünung zu verzichten, und dafür drei bis fünf weitere Parkflächen am Lechring zu schaffen.

Tatsächlich sind im Bauplan entlang der Straße neun neue Bäume eingezeichnet – auf die vor allem die Fraktion der Grünen nicht verzichten will. Auch der Planungsleiter Christian Dobrindt verwies auf das Ausmaß der Flächenversiegelung, die das Projekt verursacht. Bürgermeister Simon Schropp (CSU) schloss sich den Befürwortern der Begrünung an und sprach sich dafür aus, die Bäume im Plan beizubehalten. Er sagte, dass die zusätzliche Verkehrs- und Parkbelastung zwar nicht vollkommen berechenbar sei: „Aber wir sollten so eine gefällige, grüne Gestaltung nicht aufgeben.“ Dabei verwies er auf zusätzliche Parkmöglichkeiten rund um das Ärztezentrum, bei den Supermärkten und vor dem Schützenheim. Der Gemeinderat entschied sich am Ende der Debatte gegen den Antrag, drei weitere Parkplätze zu schaffen. Nur vier Räte stimmten dafür.

Edeka geht auf Wunsch der Gemeinde nicht ein

Wie stark sich das Verkehrsaufkommen tatsächlich entwickelt, bleibt trotz Verkehrsgutachten ungewiss. Der Plan sieht für die Verkehrsführung eine Verbreiterung des Lechrings vor, mit Abbiegespur zum neuen Ärztezentrum. Die gegenüberliegende Edeka-Filiale erhält zudem zwei neue Zufahrten, im Norden und im Süden. „Sie bleiben zunächst bis zur Abwicklung der Baustelle bestehen, könnten aber bei Bedarf auch dauerhaft bleiben“, erklärte Elfriede Lösch, Leiterin des Bauamts. Ursprünglich hatte die Gemeinde darauf gebaut, dass der Supermarkt seine Hauptzufahrt verlegt – denn sie liegt direkt gegenüber der geplanten Einfahrt zum Ärztezentrum. Edeka ließ sich nicht auf diesen Wunsch ein. Bürgermeister Schropp verteidigte den Bau der neuen Zufahrten gegen kritische Nachfragen: „Es herrscht an dieser Stelle besonders viel Verkehr. Unser Ziel muss sein, dass er möglichst ungestört fließt.“

Damit der Verkehr nicht ins Stocken gerät, soll das Ärztezentrum zudem von mehreren Seiten erreichbar sein. Dobrindt erklärte nochmals das Konzept: „Es gibt eine durchgehende Verbindung von der Lechfelder Straße zum Lechring, das Zentrum ist also immer von zwei Seiten aus erreichbar, von Osten und von Westen.“

Buslinie 712 könnte Verkehr am Ärztezentrum reduzieren

Um den Verkehr etwas zu beruhigen, wird der Fahrbahnbelag im Osten des Ärztezentrums, kurz vor dem bereits bestehenden Kreisverkehr, farblich markiert. Querungshilfen für Fußgänger sollen in diesem Bereich für zusätzliche Sicherheit sorgen. Auch der öffentliche Verkehr könnte die Lage beruhigen: Die neue Buslinie 712, die den ehemaligen Rufbus ersetzt hat, wird direkt an der Ostseite des Ärztezentrums halten. Die Bushaltestelle soll einen ebenerdigen Ein- und Ausstieg für Menschen mit Gehbehinderung ermöglichen. Zudem sieht der Bauplan die Installation „taktiler Leitsteine“ vor, die sich deutlich vom Straßen- und Gehwegprofil abheben. Sie bieten Sehbehinderten Orientierung.

An der Südseite des Gebäudes soll indessen ein Café mit Terrasse einen gemütlichen Aufenthaltsort bieten. Dazu gehört eine Fläche mit Stühlen und Tischen, die bis unter das Stelzen-Vordach reicht. Die Terrasse liegt etwas tiefer, sie grenzt sich mit vier Treppenstufen vom Fußgänger- und Straßenverkehr ab. Wie der Platz gestaltet wird, bestimmen jedoch der Investor und der Pächter. Im Frühjahr 2019 sollen die Straßenarbeiten beginnen. Sie werden laut Bauamt wohl im Herbst noch nicht abgeschlossen sein. Falls alles nach Plan läuft, werden im April die ersten vier Ärzte ihre Praxisräume im Ärztezentrum beziehen: Das Team um Hausarzt Tobias Mollemeyer zieht von Langerringen nach Untermeitingen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren