Newsticker

Zahl der Corona-Neuinfektionen erreicht höchsten Wert seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Pfarrer frohlockt: "Das hat die Kirche gerettet"

17.03.2009

Pfarrer frohlockt: "Das hat die Kirche gerettet"

Bobingen "Das hat die Kirche gerettet!" Wer Pfarrer Mariusz Pluta in den vergangenen Wochen traf, sah einen von Sorgen tief betrübten Mann. Ganz erlöst ist er davon noch nicht, aber es fällt ihm sichtlich leichter, sich vom Optimismus des Kirchenpflegers Günter Gunzenheimer anstecken zu lassen: "An Weihnachten sind wir wieder in der Kirche", wiederholt er zur Bekräftigung für alle Pfarrmitglieder die von Gunzenheimer ausgegebene Parole.

"Ich könnte Euch alle küssen", sprudelt es jetzt aus Plutas Herzen gegenüber einigen Stadträten. Denn ein Ratsgremium hatte vor wenigen Tagen ein Signal gegeben, an dem die Diözese Augsburg bei ihrer Entscheidung über die Zukunft des Gotteshauses nicht herum kommt: Bobingen steht zur Heiligen Familie. Höher als er sich erträumt hätte sei der Zuschuss der Stadt für eine Sanierung des maroden Kirchenbaus. Ohne viele Worte waren sich nämlich alle Fraktionen einig, aus der Stadtkasse den höchsten Fördersatz für Kirchenbauten beizusteuern: Zehn Prozent oder maximal 58 000 Euro (wir berichteten).

Auf 580 000 Euro veranschlagen Gunzenheimer und ein Architekt die Sanierungskosten. Dieser Betrag war leicht zu errechnen: "Das ist die Obergrenze des Finanzierbaren."

Also nur das Wichtigste zum Erhalt der Kirche und zur Sicherung der Pfarrei sei baulich machbar. Weiteres müsse später folgen.

Pfarrer frohlockt: "Das hat die Kirche gerettet"

Diese gestaffelte Bautätigkeit ist für die Pfarrei Gewohnheit. "Das ist die fünfte Sanierung in 40 Jahren", sagt Pluta. Schon bei der Einweihung des Gotteshauses im Jahr 1968 sei der Betonbau aus heutiger Sicht nur ein Rohbau gewesen: "Keine Isolierung, keine Dämmung, keine Lüftung." Und das rächte sich.

Seither folgten Nach- und Ausbesserungen. Die letzte - 1992/1993 - kostete über eine Million Mark. Damit steht die Pfarrei bei der Diözese noch immer mit heute 74 000 Euro in der Kreide.

Im Bistum kennt man die Geldnot der Siedlungspfarrei. Weil ihr ein Kindergarten wichtiger war, begnügt sie sich mit einem Keller als Pfarrheim, sagt Pluta. Die Siedler haben in guten Jahren ihre Kirche erkämpft und dafür viel Geld bezahlt. Jetzt können sie nur noch kämpfen, ergänzt Gunzenheimer.

Die Stadt Bobingen stellt sich dabei demonstrativ hinter sie: "Die Kirche gehört zur Siedlung, sie ist ein unverzichtbarer Teil in ihrer Mitte, das weiß und fördert auch Bobingen als politische Gemeinde", bekräftigte Ratsherr Helmut Jesske bei einem Ortstermin der SPD-Fraktion die überparteiliche Solidarität.

Eine halbe Million Euro fehlt noch

Auch das lässt Pfarrer Pluta hoffen, dass auch in der bischöflichen Verwaltung in Augsburg der Pfarrei "Zur Heiligen Familie" weiterhin geholfen wird, ihr Haus zu erhalten. Das ist nicht selbstverständlich. Ein Zehntel der Kosten liegt auf dem Tisch, über eine halbe Million Euro fehlt noch - für das Wichtigste, nicht für alles Nötige.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren