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Lagerlechfeld

13.06.2018

Pfarrfest: Ein Boot als Sinnbild für die Gemeinde

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3 Bilder
Alle sitzen in einem Boot. Die Kinder als ferne Zukunft der Gemeinde.
Bild: Hieronymus Schneider

Die evangelisch-lutherische Gemeinde Lechfeld feiert in der Versöhnungskirche. Warum sich Pfarrer Sünkel nicht als Kapitän, sondern als Erster Offizier sieht.

Ein ungewöhnliches Bild bot sich den Kirchenbesuchern der Versöhnungskirche, denn vor dem Altar lag ein Fischerboot mit Rudern und einem langen Kescher. Pfarrer Leander Sünkel erzählte von selbst erlebten Bootsabenteuern aus seiner Jugend und als Militärpfarrer, die unfreiwillig im Wasser endeten.

So leitete er auf das Evangelium von der Stillung des Sturms durch Jesus hin. Die Angst der Jünger, im sturmgepeitschten Wasser aus dem Boot zu fallen oder unterzugehen, können sicher auch die Flüchtlinge nachvollziehen, die sich in so einer Nussschale ins Mittelmeer wagen. Pfarrer Sünkel freute sich darüber, dass auch Bewohner aus der benachbarten Unterkunft für Flüchtlinge den Gottesdienst und das Gemeindefest besuchten. Das Lied zur Predigt „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“, übertrug diese Situation auf die Kirchengemeinde.

Zur Verdeutlichung ließ der Pfarrer die Kinder als Zukunft der Gemeinde ins Boot steigen. Die merkten sofort, wie wacklig solch ein Boot sogar auf festem Boden ist. Ohne die Stabilisierung durch die Musiker der Standortblaskapelle, die den Gottesdienst begleiteten, wäre das Einsteigen nicht möglich gewesen. Nach den Kindern als „fernere Zukunft der Gemeinde“ wurde die nahe Zukunft, nämlich die Kandidaten für den neuen Kirchenvorstand, von Pfarrer Sünkel ins Boot gebeten. So konnte er anschaulich verdeutlichen, dass das Schiff der Gemeinde jemanden braucht, der die Richtung vorgibt. „Wie ein Boot durch Ruder, Motor oder Segel angetrieben wird, muss die Gemeinde vom Heiligen Geist angetrieben werden“, sagte Sünkel und stellte die Frage: „Welche Aufgabe hat eigentlich der Pfarrer?“ Auf die spontane Antwort eines Kindes „Der Kapitän“ antwortete er, dass er sich eher als Erster Offizier sehe, „denn der Kapitän soll Gott selbst sein“.

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Mit dem Fischernetz am Kescher demonstrierte er die Aufgabe der Gemeinde, Menschen ins Boot zu holen, die sonst im Wasser ertrinken würden. Das Mittagessen im Garten zwischen der Versöhnungskirche und dem Gemeindehaus, direkt an der Mauer des Bundeswehrgeländes, wurde von der Standortblaskapelle unter der Leitung von Wolfgang Forster und Mitwirkung des Pfarrers mit unterhaltsamen Melodien begleitet. Die Jungschar bot an der Saftbar alkoholfreie Getränke an. Die Kinder konnten sich fantasievolle Masken schminken lassen oder am Schießstand der katholischen Gemeinde St. Martin mit Korken aus Luftpumpen treffen.

Eine besondere Attraktion waren die Kutschfahrten des Pferdehofs Maisterl aus Scheuring, der an diesem Tag sein Angebot vom Zollhaus an der Schwabstadler Lechbrücke nach Lagerlechfeld verlegte. Ein Stand mit Bastelarbeiten und einer mit Losen für die Wohltätigkeitslotterie „Klosterlechfeld sozial“ rundeten das vielfältige Angebot ab. Nach dem sonnigen Auftakt mussten die Besucher wegen eines heftigen Gewitterregens in das Gemeindehaus flüchten.

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