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Eishockey, Bayernliga

30.12.2012

Pinguine schießen zurück

Die Spieler nehmen die Vereinsvorsitzende unter Beschuss

Vor gut zwei Wochen zogen die Pinguine Königsbrunn ihr Bayernligateam vom Spielbetrieb zurück. In einem Interview mit unserer Zeitung schilderte die 1. Vorsitzende Michaela Königsberger aus ihrer Sicht Ursachen des Endes. Nun melden sich Spieler der Pinguine zu Wort und erheben schwere Vorwürfe gegen die Vorsitzende.

Die drei Kapitäne Michael Polaczek, Florian Mayer und Andreas Schwimmbeck sprechen nach eigenen Angaben für jenen Teil der Mannschaft, der schon lange zu den Pinguinen gehört, wie unter anderem Alexander Krafczyk und Marc Streicher. „Die von Michaela Königsberger getätigten Aussagen enthalten einige Unwahrheiten“, so Florian Mayer. So seien Spannungen zwischen dem ehemaligen Pinguintrainer Petr Vorisek und dem Team nicht erst in der aktuellen Saison entstanden. Schon Ende der vergangenen Saison habe es nicht mehr zwischen Trainer und Team gepasst. „Dies war der Vorsitzenden auch bekannt“, so die Kapitäne. Dem Trainer wie dem Team seien finanzielle und sportliche Versprechungen gemacht und nicht eingehalten worden. Bei den dabei entstanden Unstimmigkeiten sei versucht worden, Vorisek und die Mannschaft gegeneinander auszuspielen.

Auch die Zusammenstellung der Mannschaft wird von den Spielern kritisiert: Absolute Leistungsträger seien durch auswärtige, nicht ligataugliche Spieler ersetzt worden. Die Ausländerstelle sei mit Zdenek Jurasek ebenfalls schwach besetzt worden, deswegen sei er zu Beginn ohne Vorwarnung entlassen worden. Ein Ersatz sei, trotz Angeboten, nicht geholt worden.

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Der Auszug aus der Kabine missfiel dem Team

Besonders bitter stößt dem Team der Umzug aus der angestammten Kabine in der Arena auf. Die neue Heimat waren die Container vor der Eishalle. Feuchtigkeit und Schimmel waren da nur eines der Probleme: „Die Mannschaft verteilte sich dadurch auf zwei, drei Räume. So konnte nie der Teamgeist entstehen, welcher die Grundlage für den Erfolg der Vorsaison war“, erläutern die Mannschaftsführer.

Am meisten ärgert das Team jedoch das Thema Finanzen. Zur Erinnerung: Bereits zum Abschluss der Hauptrunde der vergangen Saison gab die enttäuschte Mannschaft bekannt, dass sie seit einigen Monaten ihre vereinbarten Aufwandsentschädigungen nicht mehr bekomme. Trotzdem spielte das Team die Saison zu Ende. Viele spielten fünf Monate ohne Bezüge für Königsbrunn. Erst im Sommer, also im neuen Geschäftsjahr, wurden die Zahlungen zum Teil nachgeholt. „Es gibt jedoch noch immer Spieler, die trotz mehrmaliger Versprechungen von Frau Königsberger noch immer auf das Geld, das seit Oktober 2011 fehlt, warten“, erklärt Kapitän Michael Polaczek.

Zu Beginn der aktuellen Saison seien Aufwandsentschädigungen vereinbart worden, die im Vergleich zur Liga „Peanuts“ seien. Das Motto habe gelautet: „Lieber weniger, dafür sicher und pünktlich.“ Von Anfang an habe jedoch von den bis zuletzt verbliebenen Spielern keiner auch nur einen Cent erhalten.

Die Kapitäne schimpfen: „Nicht der sportliche Misserfolg, sondern diese Faktoren und die immer wieder leeren Versprechungen der 1. Vorsitzenden hinsichtlich der Finanzen führten dazu, dass die Spieler den Verein verließen.“ Die Kapitäne geben Michaela Königsberger die volle Verantwortung für die finanziellen Probleme.

Als Ursache für die Schieflage in der Pinguin-Kasse sieht das Team zwei Möglichkeiten: „Entweder ist der Vorstand unfähig, einen Verein wirtschaftlich und sportlich zu führen und ist nicht zur finanziellen Grundkalkulation, Buchführung und anderen Dingen im Stande, oder der Vorstand machte in Hinsicht auf die Aufwandsentschädigung bewusst nicht einhaltbare Versprechungen und nahm dies von Saisonbeginn an billigend in Kauf.“

Die Vorsitzende war zu einer Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

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