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Bobingen

09.05.2015

Planerin will Siedler begeistern

Die Stichworte, verschiedenen Vorschläge und Projekte zur Zukunft der Siedlung erläuterte Planerin Ingegerd Schäuble.
Bild: Peter Stöbich

Diesmal sprang der Funke nicht so richtig über. Die Ziele freilich sind klar

Zum zweiten Informationsabend über ein Handlungskonzept für die Bobinger Siedlung waren deutlich weniger Bürger gekommen als noch vor einem halben Jahr. Ihnen stellte Planerin Ingegerd Schäuble die bisherigen Ergebnisse einer sogenannten Sozialraum-Analyse vor. Die ist ein Themenfeld aus dem Projekt der Stadt, die Siedlung weiterzuentwickeln und die Lebensqualität dort zu sichern.

Doch ihre Aufbruchsstimmung und Begeisterung wollte nicht so recht auf die Zuhörer überspringen, die sich in der Diskussion teils skeptisch äußerten.

So kritisierte einer der Siedler, dass die Hort-Kinder von der Stadt künftig nicht mehr kostenlos transportiert werden (wir berichteten); ein anderer meinte, das Pferd werde von hinten aufgezäumt: „Denn was nützen alle Arbeitsgruppen, Planspiele und Visionen, wenn der Stadtrat am Ende nein dazu sagt oder gar kein Geld da ist?“

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Schäuble erwiderte, genau darum gehe es, dass die Siedlung eben nicht von der Kommunalpolitik etwas übergestülpt bekomme, sondern dass ihre Bewohner selbst sagen können, was sie wollen beziehungsweise nicht brauchen. Sonst werde sich zum Beispiel auch kein Investor für ein Projekt „Generationenwohnen“ finden lassen, sagte Stadtbaumeister Reiner Thierbach.

Viele wichtige Fragen wie „Neubaugebiet oder Nachverdichtung?“ konnten bei diesem zweiten Bürger-Dialog nicht beantwortet werden. Der Planerin ging es vielmehr darum, die Siedler für verschiedene Arbeitsgruppen und Projekte zu motivieren, „denn die Verbesserung der Lebensqualität ist ein Lernprozess für uns alle“, betonte sie.

Gewerbe, Kultur, Tourismus, Verkehr: Die Themenpalette ist so bunt und vielfältig wie das Leben selbst und es liege nun vor allem an den Bürgern selbst, sich für ihr Quartier zu engagieren. „Wenn zum Beispiel Busse oder Geschäfte nicht genutzt werden, wird es sie auf lange Sicht nicht mehr geben“, so Schäuble. Sie sieht viel Potenzial in der Siedlung: hohen Freizeitwert in grüner Umgebung, Betreuungsangebote für Kinder, aktive Vereine und soziale Gruppen.

Doch einiges liege im Argen, wie das Aussehen des Wertach-Zentrums. Es müsse samt seinem Umfeld aufgewertet und mit Pflanzkübeln, Sitzmöbeln oder leuchtenden Sonnenschirmen ausgestattet werden. Ein Dorn im Auge sind der Planerin auch die großen Asphaltflächen, die Autofahrer zu hohem Tempo verleiten. Wichtig ist ihr außerdem, soziale Räume ohne Konsumzwang zu schaffen. Eine weitere Idee: Eine Geschichts-Werkstatt könnte über die Entstehung der Siedlung vor fast 80 Jahren informieren.

Was aus dem umfangreichen Bündel von Vorschlägen auf welche Weise tatsächlich umgesetzt werden kann, soll in verschiedenen Arbeits- und Projektgruppen eingehend diskutiert werden. „Haltende Strukturen“ seien wichtig, betonte Schäuble, damit die einzelnen Maßnahmen wirklich von Dauer sind. Auch ein „ermutigendes Quartiersmanagement“ und Geld aus dem Topf der Städtebauförderung sollen helfen, die Existenz der Siedlung nachhaltig zu sichern. Wenn das integrierte Handlungskonzept fertig ist, wird sich der Stadtrat noch ausführlich damit beschäftigen.

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