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Kabarett

16.05.2011

Poetisch, aber doch gemein

In seinem Programm zog Christoph Sieber den politischen und persönlichen Alltag durch den Kakao.
Bild: Foto: Anderson

Christoph Sieber tritt vor kleinem Publikum in der Singoldhalle auf

Bobingen Trotz zahlreicher Preise und Auftritten im Fernsehen besitzt der Name Christoph Sieber offenbar noch nicht genügend Zugkraft, um die Bobinger zahlreich ins Kabarett zu locken. So waren es nur rund 30 Besucher, die in das Foyer der Singoldhalle gekommen waren, um Christoph Sieber und sein Programm „Das gönn ich Euch“ zu erleben. Der Kabarettist nahm es mit Humor und begrüßte jeden der Gäste persönlich mit Handschlag.

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Er trat mit dem Publikum in Kontakt, kommentierte politische und gesellschaftliche Ereignisse. Er zog Politiker durch den Kakao, sei es „Pharmazäpfchen“ Philip Rösler, „Ähh Stoiber“ oder Gerhard Schröder, „der aus Gas Kohle macht“. Zur Situation in Deutschland meinte er: „Nordic Walking – Deutschland geht am Stock.“ Dann die Tücken des Alltags, besonders die digitalen: „Wir haben überall Knöpfchen zu bedienen, damit wir das Gefühl haben, beschäftigt zu sein.“

Zwischendurch brachte der studierte Pantomime Bewegungseinlagen und poetisch klingende, aber doch gemein gemeinte Raps. Aus der wachsenden Unmöglichkeit, das Leben zu erklären, ergibt sich für den 41-Jährigen, dass in der Katastrophe das wahre Leben stattfindet.

Und dass unser Alltag auch ohne Zutun eines Kabarettisten genügend unfreiwillige Komik bietet, bewies Sieber mit dem Verlesen des Werbeprospektes eines Mobilfunkanbieters. Chinesisch wäre leichter zu verstehen. Das Publikum konnte lachen und fühlte sich gut unterhalten. Demnächst wird der Württemberger in „Ottis Schlachthof“ zu sehen sein, was seine Popularität auch in Bayern steigern wird. (inge)

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