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Bobingen

15.01.2020

Politik ist ihr Hobby – auch mit 85 Jahren

Feiert heute ihren 85. Geburtstag: Die BNobinger Stadträtin Waltraut Wellenhofer. Bei der nächsten Kommunalwahl kandidiert sie wieder.
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Feiert heute ihren 85. Geburtstag: Die BNobinger Stadträtin Waltraut Wellenhofer. Bei der nächsten Kommunalwahl kandidiert sie wieder.

Plus Waltraut Wellenhofer aus Bobingen feiert ihren 85. Geburtstag. Wie die frühere Lehrerin auf den Stadtrat kam und was sie neuen Gesichtern im Stadtrat mit auf den Weg gibt.

Andere gehen auf Reisen, züchten Rosen oder entdecken ihre Leidenschaft fürs Tanzen. Waltraut Wellenhofer aus Bobingen hat eine ganze andere Beschäftigung: Seit 1978 gestaltet sie als Stadträtin ihr Umfeld mit. Jetzt feiert sie ihren 85. Geburtstag – sie gehört damit zu den ältesten aktiven Stadt- oder Gemeinderäten. Ihr Interesse an der Kommunalpolitik wurde eher ungewöhnlich geweckt.

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Sie unterrichtete an der Realschule

Wellenhofers Mann kam einmal nach der Arbeit auf sie zu und berichtete, dass eine Frau für den Stadtrat gesucht werde. „Dann hat mich mein Mann zu einer Versammlung der Wählervereinigung, wie es damals noch hieß, geschickt, ich kam auf die Liste und wurde tatsächlich in den Stadtrat gewählt“, erinnert sich Waltraut Wellenhofer. Das war 1978. Politik hatte die junge Frau bis dahin kaum interessiert – nur soweit es sie in ihrem Beruf als Lehrerin an der Realschule Bobingen oder als Mutter von zwei kleinen Kindern betraf. Auch mit den einzelnen Parteien hatte sie nichts am Hut.

Nach ruhigeren Anfangsjahren kam die politische Verantwortung vor allem mit Bürgermeister Hartmut Gärtner, der die engagierte Frau zu seiner Stellvertreterin berief. Damals sei sie gerade in den Bereich der Stadtentwicklung hineingewachsen.

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Städtepartnerschaft gefördert

Als Kind der Nachkriegsgeneration erlebte Waltraud Wellenhofer selbst noch Grenzkontrollen und Einschränkungen mit. Vielleicht hat dies dazu beigetragen, dass ihr gerade die Städtepartnerschaft mit Aniche während ihrer gesamten Stadtratszeit besonders am Herzen lag, meint die Politikerin mit Leidenschaft. Für sie bedeutete Lokalpolitik immer, den gemeinsamen Konsens zu suchen. „Ich habe nie große Kämpfe haben wollen und mich auch nie in personelle Auseinandersetzungen ziehen lassen, sondern immer jeden gleich behandelt“, berichtet Wellenhofer, wie sie so manche stürmische Sitzung gut hinter sich gebracht hat. Sie habe immer versucht, die politischen Themen zu versachlichen und Akzeptanz und Toleranz in den Vordergrund gestellt. Das sei vermutlich auch durch ihre pädagogische Prägung gut gelungen.

Was eigentlich würde die 85-Jährige einem neuen Gesicht in der Gemeindepolitik mit auf den Weg geben? „Er oder sie sollte eine Grundtoleranz gegenüber allen haben. Der Lebensweg einer Kommune wird geprägt durch das Miteinander, nicht das Gegeneinander“, sagt sie. Und: „Wer in die Politik will, sollte sich zuerst in Vereinen und in der Gemeinde engagieren.“ Das Leben in der Schule und in Vereinen sei ein ganz wichtiger Faktor in einer Gemeinde. Deshalb müsse man erst hier ansetzen.

Politik macht ihr immer noch Spaß

Waltraut Wellenhofer ist heute die Leitfigur der Städtepartnerschaft mit Aniche und prägte durch ihre politischen Schwerpunkte in der Jugendarbeit und der Stadtgestaltung das Leben und die Ansicht Bobingens maßgeblich mit. Vor allem die Entwicklung des Ortes zu einer lebenswerten Kleinstadt, eine Entwicklung, die bis in die Stadtteile getragen wurde, gehörte zu den großen Entscheidungen, die in ihrer Stadtratstätigkeit getroffen werden mussten. Mit Erfolg, wie sich im Rückblick zeigt. Politik macht ihr – trotz ihres hohen Alters – immer noch Spaß. Deshalb hat sich Waltraut Wellenhofer auch noch einmal für die Stadtratswahlen aufstellen lassen. Natürlich auch mit dem Hintergedanken, durch die für sie abgegebenen Stimmen mehr Sitze im Stadtrat zu gewinnen und damit auch jüngeren Mitgliedern der Freien Wähler eine Chance auf einen Platz zu ermöglichen.

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