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Schwabmünchen/Lechbruck

25.01.2020

Postkarte kommt nach 122 Jahren wieder an

Die besten Wünsche zum Neuen Jahr schickte Babette Kuhn vor genau 122 Jahren an die Fanny Keller in Lechbruck.
Foto: Maximilian Czysz

Plus Über einen Umweg erfährt eine Seniorin aus Lechbruck vom „Gruss aus Schwabmünchen“, der an ihre Großmutter adressiert war.

Das Rätsel um eine Postkarte, die vor 122 Jahren als Silvestergruß von Schwabmünchen nach Lechbruck geschickt wurde, ist fast gelöst. Denn jetzt meldete sich die Enkelin der Frau, die 1898 den farbigen „Gruss“ erhalten hatte.

In einem Brief berichtet Otti Schneider aus Lechbruck, dass ihre Großmutter die Empfängerin war – sie hieß Franziska Keller und hatte einen Gastwirt geheiratet. „Fanny“ war die Tochter des früheren Bergwerksdirektor Umhau aus Peißenberg. Er war dort offenbar „Obereinfahrer“ und wurde laut der Berg- und Hüttenmännischen Rundschau aus dem Jahr 1907 zum Vorstand des Hüttenamts Obereichstätt ernannt. Otti Schneider hatte den Bergmann wohl nicht mehr kennengelernt. Sie wuchs in der Gastwirtschaft der Großeltern im Urlaubsort Lechbruck auf. „Das Wirtshaus existiert nicht mehr“, berichtet Otti Schneider, die jüngst Besuch aus Königsbrunn erhielt – mit dabei der Zeitungsausschnitt über die kunstvoll gestaltete Postkarte, die damals eine Babette Kuhn abgeschickte hatte.

Schickte eine Freundin die Karte ab?

Otti Schneider will jetzt herausfinden, wer die Dame war. Vielleicht eine Freundin ihrer Großmutter? „Ich habe da eine Vermutung“, sagt die Seniorin, die auch mehr über die Karte erfahren will. Der mit drei Pfennig frankierte Druck zeigt mehrere Ansichten von Schwabmünchen: Den oberen Markt, die untere Marktstraße, das Kriegerdenkmal an der Pfarrkirche und den Marktplatz. Die Optik hat sich im Lauf der Zeit stark verändert – heute sind in der Straßenmitte keine Fußgänger mehr unterwegs, sondern Autos. Auch die Gebäudefassaden schauen anders aus. Unverändert geblieben ist der Erker auf der rechten Straßenseite in Blickrichtung der Pfarrkirche St. Michael.

Sammler bekam Karte in die Finger

Die Karte, die im Verlag Fesenmair in Schwabmünchen erschienen ist, stammt aus der Sammlung von Rudolf Strohmaier aus Langerringen. Er hat noch eine weitere Ansicht, die das alte Schwabmünchen zeigt. Es handelt sich um eine Weihnachtskarte des Weltpostvereins mit einer Pferdekutsche, die über die nicht asphaltierte und links und rechts von Bäumen eingefasste Hauptstraße fährt. Wie sich die Zeiten ändern.

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