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Kleinaitingen

16.01.2019

Profitieren Bürger von neuem Solarpark finanziell?

In Kleinaitingen gibt es derzeit drei Solarparks, einer davon befindet sich unmittelbar neben dem Aldi-Logistikzentrum (Bildmitte) an der B17.
Bild: Uwe Bolten

Plus In Kleinaitingen könnte schon bald eine vierte Fotovoltaikanlage entstehen. Warum der Standort überhaupt verfügbar und auch für Bürger attraktiv sein könnte.

In der kleinen Lechfeldgemeinde Kleinaitingen haben Fotovoltaikanlagen fast schon Tradition. Drei große Anlagen gibt es dort bereits, nun könnte eine vierte hinzukommen. Diese ist allerdings anders als die bisherigen Anlagen. Denn die Bürger könnten von ihr direkt finanziell profitieren. Der Gemeinderat beschäftigte sich mit dem Thema in seiner jüngsten Sitzung.

Hinter der geplanten Fotovoltaikanlage stehen die Lechwerke in Zusammenarbeit mit der Firma Volllast. Entstehen soll die Anlage, falls es soweit kommt, auf einer nur etwa 1,9 Hektar großen Fläche im Norden der Gemeinde zwischen der Bahnlinie im Westen und der Ulrichstraße im Osten. Auf diesem Areal würde auch die Ausgleichsfläche in einer Größenordnung von 0,8 Hektar liegen, sagt Kleinaitingens Bürgermeister Rupert Fiehl. Pro Jahr sollen nach derzeitigem Stand rund 825000 Kilowattstunden Strom erzeugt und in das regionale Netz eingespeist werden. Das würde rein rechnerisch den Bedarf von etwa 275 Haushalten decken, sagt Ingo Butters, Pressesprecher der Lechwerke. Damit würde Kleinaitingen einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende machen.

Kleinaitingen erzeugt rechnerisch mehr Solarstrom als die Gemeinde selbst verbraucht

Ende 2007 ging der etwa 20 Hektar große Solarpark Kleinaitingen I südlich der Ulrichkaserne in Betrieb. In den darauffolgenden drei Jahren wurde diese Art der Stromgewinnung mit dem sechs Hektar großen Solarpark Kleinaitingen II nördlich von Aldi sowie dem Solarpark Kleinaitingen III nördlich der Ulrichkaserne erweitert. Auf Kleinaitinger Flur wurden 2013 so durch Fotovoltaikanlagen knapp 14000 Megawattstunden Strom erzeugt, der gesamte Verbrauch der Kleinaitinger Bürger und Unternehmen lag dagegen bei nicht einmal 9000 Megawattstunden. „Wir können stolz darauf sein, so viele Solaranlagen und damit eine sehr positive Energiebilanz zu haben“, sagt Fiehl.

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Die Besonderheit an diesem neuen Solarpark: Bürger könnten über eine vorhandene Energiegenossenschaft an der Anlage finanziell beteiligt werden. Ein solches Modell wurde in Bobingens Süden bereits im Sommer 2013, als die dortige rund elf Hektar große Fotovoltaikanlage direkt an der Ortsumfahrung und der Lechfeldbahn entstanden ist, erfolgreich umgesetzt. „Das Model hört sich sehr interessant an und ist eine gute Anlagemöglichkeit für die Gemeinde und die Bevölkerung“, sagte Fiehl. Obwohl der Bürgermeister keine genauen Zahlen bezüglich der prognostizierten Dividende nennen möchte, so stehe keine Null vor dem Komma. „Die Bürgerbeteiligung finde ich eine klasse Sache. Man erhält zwar eine überschaubare Dividende, aber immerhin gibt es eine“, sagt Fiehl.

Fläche für Fotovoltaikanlage war für Kiesabbau vorgesehen

Der Gemeinderat beschloss bei der jüngsten Sitzung einstimmig, die fünfte Flächennutzungsplanänderung einzuleiten, mit dem Ziel, die Fläche zwischen Ulrichstraße und Bahnstraße als Sondergebiet Fotovoltaik auszuweisen. Das betroffene Gebiet war bisher als Konzentrationsfläche für den Kiesabbau definiert. Eine hydrologische Untersuchung zeigte nun, dass dies an jener Stelle aber nur in beschränktem Umfang möglich sei. Für einen Solarpark sei das Gelände deswegen so attraktiv, da es dort eine Einspeisevergütung gebe. Laut dem Erneuerbaren Energie-Gesetz (EEG) wird Strom mit 8,33 Cent pro Kilowattstunde vergütet, wenn die Fotovoltaikanlage längs von Schienenwegen liegt und sie in einer Entfernung bis zu 110 Metern errichtet worden ist. Nur dadurch sei es für Betreiber finanziell interessant, berichtet Bauamtsleiter Helmut Zott.

Durch den vom Gemeinderat befassten Aufstellungsbeschluss geht das Projekt in die nächste Runde. Die Lechwerke werden nun in enger Abstimmung mit Kleinaitingen die weitere Detailplanung erarbeitet. Vorausgesetzt, dass das Genehmigungsverfahren entsprechend verläuft, könnte der Bau des Solarparks noch in diesem Jahr erfolgen, sagt LEW-Pressesprecher Butters.

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