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Verkehr

29.06.2015

Radler-Protest gegen die Osttangente

Der Radler-Protest zeigte in der Schleifenstraße im Süden von Königsbrunn, wie nahe die geplante Osttangente an bebautem Gebiet verlaufen soll.
Bild: Claudia Deeney

Bürgerinitiative bietet auch Informationen über die Trinkwasserschutzgebiete

Wer genau will eigentlich die Osttangente? Diese Frage stellt sich nicht nur Andreas Nieß von der Bürgerinitiative Keine Autobahn (BIKA). Auch Uschi und Alwin Jung von den Königsbrunner Grünen haben sich darüber schon Gedanken gemacht und kommen zu keinem konkreten Ergebnis. Eine Antwort darauf wäre, laut diversen Zeitungsberichten: „Die Kissinger, weil die den Verkehr aus ihrer Stadt haben wollen. Pauschal stimmt das so aber nicht, sonst hätten sich nicht auch viele Kissinger, neben Bürgern aus Friedberg, Mering, Merching und Unterbergen, an der Protestaktion „Sternfahrt zum Weitmannsee in Kissing“ beteiligt.

Die BIKA hatte am Samstag eingeladen, per Fahrrad so ziemlich genau die Strecke abzufahren, entlang der die Osttangente nach ersten Planungen verlaufen soll. Rund 50 Radfahrer starteten in Oberottmarshausen auf Feldwegen oder Schotterstraßen Richtung Königsbrunner Schleifenstraße. Dort gab es den ersten Zwischenstopp, es stießen einige Teilnehmer dazu.

Weiter ging es zum Trinkwasserbrunnen 911 an der Bachstraße. Die mittlerweile rund 80 Interessierten wurden dort von Eva Sailer (Bereichsleiterin der Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH) sowie von Rolf-Peter Reinhardt (kaufmännischer Leiter) und Rudolf Willer (technischer Leiter) von den Stadtwerken Königsbrunn bereits erwartet. Die Fachleute gaben einen kurzen Einblick in das Thema Trinkwasserschutz. Auf Nachfragen einzelner Teilnehmer, wie sich denn eine Autobahn mit Naturschutz- und Trinkwasserschutzgebieten vereinbaren lasse, verwiesen alle drei auf die Stellungnahme der Stadt. Sie betonten, dass die hohe Qualität des Trinkwassers den Verantwortlichen in Augsburg und Königsbrunn sehr wichtig ist.

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Reinhardt lobte zudem das Engagement der Bürger und sagte: „Es ist in der heutigen Zeit sehr wichtig, dass sich die Menschen informieren auch was kommunale Belange betrifft und Entwicklungen in diesem Bereich genau beobachten“.

Anschließend radelte die Gruppe Richtung Mering und Kissing. Am Lochbach legte man eine längere Pause ein und schaute sich die gelungene Wiederherstellung des Gewässers an. Bei Kaffee und Kuchen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit sich mit den BIKA-Aktiven auszutauschen.

Bürgerinitiative will sich noch nicht „zurücklehnen“

Andreas Nieß sagte gegenüber unserer Zeitung: „Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen aus Königsbrunn heute hier sind“. Die Bürgerinitiative habe schon viele Unterschriften gegen den Ausbau der Osttangente gesammelt. „Trotzdem können wir uns noch nicht entspannt zurücklehnen. Auch wenn der Stadtrat einstimmig gegen den bisherigen Verlauf der geplanten Autobahn ist, bedeutet das nicht, dass das in Berlin bei den Planungen berücksichtigt wird.“

Grünen-Stadtrat Alwin Jung ist auch dieser Meinung. Es sei die beste Signalwirkung, wenn die Verantwortlichen in Berlin mitkriegen, dass die Bürger diese Straße nicht wollen und dass es Proteste gegen dieses Projekt gibt.

Die Königsbrunnerin Petra Möllmann hat eine klare Ansicht zu dem Vorhaben: „Die wunderbaren Naturlandschaften, durch die wir heute geradelt sind, sollten wir erhalten. Es wäre traurig, anstelle Pflanzen- und Blumenwelt hier Asphalt und Autolärm zu schaffen“. Ihre Freundin, Marianne Fromm aus Augsburg, ergänzt: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Ich habe noch nie den Eindruck gewonnen, dass mehr Straßen die Verkehrslage entspannen – sondern das Gegenteil passiert. Früher hat es sich nur auf der alten B 17 gestaut, jetzt staut es sich halt zusätzlich auf der neuen B 17 auch noch“! Ohne weitere Stopps ging es dann zum Weitmannsee in Kissing wo sich die Protestradler aus den verschiedenen Himmelsrichtungen planmäßig getroffen haben.

Im Internet

www.bika-koenigsbrunn.de

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