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Schwabmünchen

04.04.2021

Räume renoviert: Schwabmünchner Jugendliche schaffen sich neue Perspektive

Die Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen: Nun verfügt der Schwabmünchner Verein für Kinder und Jugendarbeit Adventure Rapis über eigene Räume.
Foto: Moritz Jennifer

Plus Monatelang haben die Kinder und Jugendlichen gewerkelt. Nun sind die Räume des Schwabmünchner Vereins Adventure Rapis im Untergeschoss der Grundschule fertig.

Monatelang haben sie gewerkelt, jetzt sind die neuen Räume fertig. Im Untergeschoss der Grundschule in Schwabmünchen steht den Kindern und Jugendlichen des Vereins Adventure Rapis ein großer Gruppenraum samt Küche und kleinem Büro zur Verfügung.

"Es war viel Arbeit, aber der Einsatz hat sich gelohnt", sagt Moritz Michael, zweiter Vorsitzender des Vereins für Kinder und Jugendarbeit. Im Sommer vergangenen Jahres nahmen die Mitglieder die Renovierungen in Angriff. "Die Räume waren in einem katastrophalen Zustand", erinnert sich Michael. Deshalb hieß es erst einmal: Aufräumen, Putzen und Streichen.

Tausende Arbeitsstunden haben die Kinder und Ehrenamtlichen investiert

Um die coronabedingten Hygienemaßnahmen einhalten zu können, wurde in kleinen Gruppen gearbeitet. "Uns war wichtig, dass die Kinder mit anpacken und die Räume selbst gestalten", sagt Michael. Denn sie sollten ein Gefühl dafür bekommen und sich am Ende wohlfühlen. Ein netter Nebeneffekt: "Wer beim Streichen hilft, wird die Wand später nicht verschmieren", sagt Michael.

Von den rund 120 Vereinsmitgliedern habe jeder einen Beitrag geleistet. Gemeinsam hätten sie tausende Arbeitsstunden hineingesteckt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet Michael. Farbenfrohe Wände, kunterbunte Stühle, Sofaecke und ein selbstgebauter Sternenhimmel an der Decke.

"Die Kinder waren mit Eifer dabei und hatten viele kreative Ideen", sagt der zweite Vorsitzende. Neben einem Luftreinigungsgerät haben sie auch eine Lichtampel eingebaut, die die Luftqualität anzeigt.

Gruppentreffen finden wegen Corona derzeit nur online statt

Bis die Kinder und Jugendlichen die Räume zum ersten Mal nutzen können, wird es allerdings noch dauern. Denn wegen Corona finden Gruppentreffen derzeit nur online statt. Mit einer Osterrallye für Familien oder einem digitalen Escape-Room versuchen die ehrenamtlichen Leiter die Kinder zu begeistern.

"Die digitalen Angebote sind besser als nichts, aber man erreicht nicht alle Kinder", sagt Michael. Viele würden aus finanzschwachen Familien kommen und über keine gute, digitale Ausstattung verfügen.

Trotz der coronabedingten Einschränkungen ist Michael optimistisch. Die Freude über die vereinseigenen Räume überwiegt, denn sie waren keine Selbstverständlichkeit. Bis vor Kurzem fanden Gruppenstunden, Aktionen oder Vorstandssitzungen im Jugendzentrum, im Freien, in Garagen oder in Privatwohnungen von Mitgliedern statt. "Das hat uns viel Kraft gekostet", sagt Michael.

Jahrelang verfügte der Verein Adventure Rapis über keine eigenen Räume

Jahrelang bemühte er sich um eigene Räume für den Verein, der inzwischen auch ein öffentlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe ist. Ende 2017 stimmte der Schwabmünchner Stadtrat schließlich zu, doch das Vorhaben verzögerte sich. Erst im Frühjahr 2020 erhielt Adventure Rapis - der Name bedeutet übersetzt etwa "Abenteuer in der Römerstadt" - die Räume in der Grundschule.

Bedingt durch den ersten Lockdown konnten die Renovierungsarbeiten im Sommer 2020 erst richtig beginnen. Wegen Corona muss nun auch die Einweihungsfeier warten. Aber Schwabmünchens Pfarrer Christoph Leutgäb war schon mal für einen Segen vor Ort. Die Kinder konnten digital per Video dabei sein.

Neue Räume schaffen Perspektive nach der Krise

"Ich freue mich sehr, dass die Räume jetzt fertig sind und die Kinder einen Platz haben, an den sie kommen können", sagt Michael. Diese Aussicht sei gerade in der Corona-Krise wichtig. Denn seiner Ansicht nach werden Kinder und Jugendliche von der Politik übersehen. "Sie sind nicht nur Lernmaschinen, sondern stecken mitten in der Entwicklung und brauchen den Austausch mit Gleichaltrigen", sagt Michael.

Erst vor Kurzem sei ein Mädchen bei ihm gewesen und habe geweint. "Sie war einfach froh, mal wieder rauszukommen und etwas anderes zu sehen und zu hören", sagt Michael. Auch deshalb sei es wichtig gewesen, die Kinder und Jugendlichen in die Gestaltung der Räume mit einzubeziehen. Denn so hätten sie sich selbst eine Perspektive geschaffen, auf die sie sich nach der Krise freuen können.

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