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Oberottmarshausen

03.07.2018

Renk steht in den Startlöchern

Renk wird in Oberottmarshausen direkt neben der B17 ein Waren- und Prüfzentrum errichten.
Bild: Michael Lindner

Der Gemeinderat Oberottmarshausen stimmt dem Bebauungsplan und dem Bauantrag des Augsburger Getriebeherstellers zu. So geht es jetzt weiter.

Der Augsburger Getriebehersteller Renk möchte sich auf dem Lechfeld bei Oberottmarshausen niederlassen. Seit März vergangenen Jahres ist die Öffentlichkeit über das Vorhaben informiert. Seitdem werden Stellungnahmen eingeholt sowie die Vorzüge, aber auch die Nachteile für den sieben Hektar großen Standort südlich der Rainstraße zwischen der B17 und der Landsberger Straße im Gemeinderat erörtert. Jetzt wurde das Vorhaben zum wiederholten Mal im Oberottmarshauser Gremium diskutiert – der Gemeinderat stimmte über den Bebauungsplan sowie den Bauantrag ab.

Ein Jurist setzte sich in den vergangenen Wochen mit dem Bebauungsplan im Rahmen des ausgearbeiteten städtebaulichen Vertrags auseinander und hatte rein formale Einwände, wie Volker Kirtscher vom Ingenieurbüro Arnold Consult sagte. So sollen Einzelhandelsgeschäfte jeglicher Art – ausgenommen Kioske für den täglichen Bedarf – in dem Bebauungsplan nicht zulässig sein. Laut Bebauungsplan sind an dem Standort des Weiteren keine Anlagen für kirchliche oder kulturelle Zwecke oder gar Vergnügungsstätten zulässig. Der Bebauungsplan wurde bei einer Gegenstimme von Markus Reiter (FW) gebilligt. Die öffentliche Auslegung erfolgt vom 9. Juli bis zum 10. August, bei der die Träger öffentlicher Belange erneut beteiligt werden. Sollte es keine Einwände geben, kann der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung den abschließenden Satzungsbeschluss fassen, sagt Helmut Zott, der Geschäftsstellenleiter und Leiter im Bauamt bei der VG Großaitingen.

70 Parkplätze und ein bis zu 16 Meter hohes Gebäude neben der B17

Roland John ist Projektleiter bei Renk und stellte dem Gemeinderat den Bauantrag des Unternehmens vor. In dem Wareneingangs- und Prüfzentrum an der Landsberger Straße 192 sollen die für die Produktion von Fahrzeug-, Schiff und Industriegetrieben benötigten Vorprodukte gelagert und einer Qualitätsprüfung unterzogen werden. Bis zum Abruf für die Produktion verbleiben die Bauteile im neuen Gebäude, das an seiner höchsten Stelle – im westlichen Bereich entlang der B17 – 16 Meter hoch ist. Südlich des Waren- und Prüfzentrums sind rund 70 Parkplätze vorgesehen, die zu prüfenden Bauteile werden im nördlichen Bereich angeliefert.

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Im östlichen Bereich an der Landsberger Straße wird ein kleineres Bürogebäude errichtet – weg von der B17, damit die Mitarbeiter so wenig Lärm wie möglich ausgesetzt sind, sagt John. Der Projektleiter macht in seinen Ausführungen deutlich, dass in Oberottmarshausen keine reinen Logistik- oder Lagerhallen entstehen. „Sonst käme der Standort für uns nicht infrage, weil wir dann deutlich weniger Platz benötigen würden, indem wir mehr in die Höhe bauen“, sagte John bei der Gemeinderatsitzung. Erste Arbeiten haben bereits stattgefunden – das Gelände wurde auf Kampfmittel sowie Bodendenkmäler untersucht.

Prüfzentrum von Renk soll 2019 in Betrieb genommen werden

Dem Bauantrag von Renk wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt – die Gemeinderäte Markus Reiter, Bernhard Schmitt sowie Christine Egelhofer stimmten dagegen. Es wird nun eine Teilbaugenehmigung erfolgen, damit Renk mit vorbereitenden Arbeiten wie dem Aushub beginnen kann. Das Prüfzentrum soll laut John im ersten Quartal 2019 in Betrieb, wenngleich das „sehr knapp“ bemessen sei. Das erwartete Verkehrsaufkommen werde laut John bei maximal 50 Fahrzeugen pro Tag liegen.

Auf dem Areal des Stammwerks zwischen der Gögginger und Eichleitnerstraße in Augsburg gibt es schon lange keine Wachstumsmöglichkeiten mehr, zudem wurden Teile der Logistik an verschiedene Standorte in Augsburg ausgelagert. Weltweit beschäftigt der Antriebsspezialist etwa 2200 Menschen, allein 900 im Augsburger Stammwerk, welches künftig von Oberottmarshausen aus versorgt werden soll.

Bis zu 30 Arbeitsplätze sollen dann von Augsburg auf Oberottmarshausen übergehen, Renk investiert auf dem Lechfeld dem Vernehmen nach einen zweistelligen Millionenbetrag; wie viel genau, ist nicht bekannt.

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