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Bergrennen Mickhausen

06.10.2019

Rennautos statt Traktoren im Hof

Rennbolide und Traktor: In Münster stoßen sich die Gegensätze manchmal hart im Raum.
Bild: Norbert Staub

Plus In Münster herrscht Ausnahmezustand. Viele Bewohner räumen für das Bergrennen in Mickhausen ihre Garagen aus, damit dort die Boliden Platz haben.

Wer am Wochenende durch Münster marschiert, muss den Eindruck bekommen, dass der beschauliche 200-Einwohner-Ort in den Stauden nur aus Rennsportverrückten besteht. In zahlreichen Garagen und Hofeinfahrten stehen aufgemotzte Rennboliden. Doch Johann Müller wirkt nicht gerade wie ein PS-Junkie. Der bodenständige Landwirt stellt – wie viele andere Einwohner des kleinen Ortes – seinen Hof den Teilnehmern des Bergrennens Mickhausen zur Verfügung. Dort, wo sonst Traktoren und andere Landmaschinen stehen, sind auf dem Müllerhof nun drei Opel-Rennwagen des Schweizer Teams von Josef Koch untergebracht. „Das ist für uns ein Highlight im Jahr“, lacht Johann Müller, der gerade aus dem Stall kommt, wo er seine Kühe versorgt hat: „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir alles, was wir an Platz haben, zur Verfügung stellen.“

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Fabian Vettel fährt mit dem Audi S8 plus die Strecke des Bergrennens von Mickhausen.
Video: Julian Würzer

Insgesamt sechs Rennautos stehen in seinem Hof, und für die 15 Gäste aus der Schweiz, die in ihren Wohnmobilen übernachten, hat er extra eine Garage beheizt, sodass man gemütlich beieinander sitzen und ratschen kann. Seine Frau kümmert sich um das Essen für die Gäste: „Das macht einfach riesig Spaß, die Leute etwas zu verwöhnen und mit ihnen zu feiern“, so Johann Müller. Und für seine Gäste legt er die Hand ins Feuer: „Da kommt kein Nagel weg – im Gegenteil: Viele lassen Geschenke hier, wenn sie wieder wegfahren.“

Es war kalt und trübe, aber trotzdem waren beim Bergrennen Tausende von Motorsport-Fans nach Mickhausen gekommen.
74 Bilder
Bergrennen lockt tausende Fans an
Bild: Reinhold Radloff

Schweizer kommen seit 15 Jahren auf den Müllerhof

Seit über 15 Jahren kommt das Schweizer Team zu Johann Müller, was dem Hof den Spitznamen „Schweizereck“ im Dorf eingebracht hat. Mit den vielen Jahren wurden aus den Gästen Freunde, und Johann Müller war mit seiner Familie auch schon in der Schweiz zu Besuch. Und natürlich stand Johann Müller am Sonntag an der Strecke und drückte seinen Freunden aus der Schweiz die Daumen.

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Auch Rennfahrer Josef Koch von dem Schweizer Rennteam spricht von seinen Freunden, wenn er im Müllerhof zu Besuch ist: „Das sind super Gastgeber, wir kommen immer wieder gerne hierhin und freuen uns, wenn wir die Müllers wieder sehen.“ Die familiäre Atmosphäre beim Bergrennen in Mickhausen sei schon etwas ganz Besonderes. Von Donnerstag bis Montag sind die Schweizer auf dem Müllerhof zu Gast.

Johann Müller stellt seit 15 Jahren seine Maschinenhalle einem Rennteam aus der Schweiz zur Verfügung.
Bild: Norbert Staub

Fürs Bergrennen Mickhausen Garage leer geräumt

Auch Josef Ullmann, der in Sichtweite des Starts wohnt, hat seine Garage leer geräumt. Statt seines Mazdas mit 140 PS, der nun im Regen steht, hat er 600 PS in der Garage stehen. „Seit 1974 steht unser Haus, und seitdem werden bei mir die Autos untergebracht, wenn ein Bergrennen stattfindet“, sagt Ullmann.

600 statt 140 PS: Josef Ullmann hat seine Garage für einen Rennwagen leer geräumt.
Bild: Norbert Staub

Mal sind die Rennfahrer, die ihre Boliden bei ihm unterstellen, in Pensionen und mal in mitgebrachten Wohnmobilen untergebracht. Er war aber am Sonntag nicht an der Rennstrecke: „Ich hab im Haus genug Action und kann zumindest den Start auch von meiner Terrasse aus verfolgen.“ Doch auch wenn sich die Begeisterung für das Rennen bei ihm in Grenzen hält, ist es keine Frage, dass er seine Garage freiräumt: „Das macht man so in Münster, das gehört einfach dazu.“

 

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