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Klosterlechfeld

08.10.2018

Saustall des Klosters wurde zum Schützenheim

Klosterlechfelds Schützenkaiserin Nicole Fronius empfing ihren Pokal von Werner Thier (links) und Max Wamser.
Bild: Hieronymus Schneider

Die Schützengesellschaft 1898 Klosterlechfeld feierte ihr 120-jähriges Bestehen. Hinter dem Begriff Schützen stand zunächst nicht das Schießen. Erstmals wird ein Schützenkaiser ermittelt

Schützenvereine gehören wie die Feuerwehren zu den Grundfesten einer Dorfgemeinschaft, denn sie wurden zu ihrem Schutz gegründet. Schützengilden hatten früher die Aufgabe, das Dorf vor Räuberbanden und sonstigen Feinden zu verteidigen und so steckt in dem Wort „Schütze“ nicht nur das Schießen, sondern auch der Schutzgedanke.

Die Klosterlechfelder Schützengesellschaft wurde im Jahre 1898 als zweiter Verein des damals 260 Einwohner zählenden Dorfes unter dem Namen „Zimmerstutzen-Schützengesellschaft“ gegründet. Die erste Schießstätte war im Gasthaus „Zur Post“. Beim Festabend zum 120-jährigen Jubiläum streifte der Erste Schützenmeister Reinhard Hiller die Entwicklung zu einem erfolgreichen Sportverein mit 175 Mitgliedern. „Es ist eine stetige Gratwanderung zwischen Tradition, Brauchtumspflege, Geselligkeit und sportlichem Erfolg“, sagte Hiller und beschrieb, wie stark sich die Ausrüstung verändert hat: „Früher gingen die Schützen mit umgehängtem Luftgewehr zum Schießabend, heute haben sie Rollkoffer, als wollten sie eine Urlaubsreise antreten“.

 

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Verein muss Spaß bieten, keine Bürokratie

Er beklagte die zunehmende Last durch Regelungen und Auflagen bis hin zur Datenschutz-Grundverordnung. „Dabei muss ein Verein heute vor allem Spaß bieten, damit die Mitglieder gerne kommen und sich auch die Jugend einfindet“, sagte Hiller und stellte dabei die Bedeutung des vereinseigenen Schützenheims heraus. Im Jahre 2006 konnte der verfallene ehemalige Saustall des Klosters mit Hilfe des damaligen Bürgermeisters Peter Schweiger erworben werden.

Mit großem Engagement und Eigenleistungen der Mitglieder wurde daraus das heutige schmucke Vereinsheim, welches im Jahr 2009 eingeweiht wurde und schon viele außergewöhnliche Feste erlebt hat. Hiller nannte beispielhaft die Feier „25 Jahre Partnerschaft Klosterlechfelds mit Großschweidnitz im Jahre 2015“. Die Schützengesellschaft der Partnergemeinde aus der Oberlausitz war mit einer stattlichen Abordnung angereist. Schützenmeister Hans-Henner Niese gratulierte dem Partnerverein und überreichte einen Geschenkkorb mit Lausitzer Spezialitäten.

Bürgermeister Rudolf Schneider und Gauschützenmeister Jochen Peters vom Schützengau Lech-Wertach würdigten die Verdienste der Schützengesellschaft sowohl im ehrenamtlichen Engagement mit hervorragender Jugendarbeit als auch im Hinblick auf deren sportlichen Erfolge. Diese wurden heuer mit dem Aufstieg der 1. Luftgewehrmannschaft in die Schwabenliga gekrönt.

Siegerehrungen Im Jubiläumsjahr wurden einige besondere Wettkämpfe ausgetragen. Den Fernvergleichskampf mit dem Partnerverein gewann die SG Großschweidnitz mit 418 zu 365. Bester Schütze war dabei Roland Worch mit 56 Punkten. Das beste Blatt‘l beim Schuss auf den 120-Teiler hatte der Luftpistolenschütze Hermann Lauter. Er erhielt dafür eine Erinnerungsstandarte. Erstmals wurde ein Schützenkaiser unter allen Schützenkönigen ermittelt, die mit dem gleichen Handicap „Schlingenschießen“ auf den Zehner zielten. Mit der geringsten Abweichung von 0,01 Millimeter, also einem 11,6-Teiler, gewann Nicole Fronius den von Peter Schweiger gestifteten Pokal und wurde somit die erste Klosterlechfelder Schützenkaiserin. Die von Bürgermeister Schneider gestiftete Jubiläumsscheibe zur 200-Jahrfeier der Gemeinde gewann der Luftpistolenschütze Michael Hunseder.

Ehrungen Hans Wörle erhielt das Fahnenehrenzeichen in Gold des Schützenbundes für 50-jährige Tätigkeit als Fahnenträger. Er trat schon mit 15 Jahren der Schützengesellschaft bei und übte verschiedene Vorstandsämter als Jugendleiter und Beisitzer aus. Erwin Wamser und Werner Thier wurden mit der Silbernen Nadel des Bezirks Schwaben ausgezeichnet. Wamser ist seit 40 Jahren als sportlicher Leistungsträger und unverzichtbarer Funktionär im Verein. Von 1995 bis 2004 war er der sportliche Leiter, bis 2010 Schriftführer und bis heute Kassier. Werner Thier war von 1981 bis 1983 Jugendleiter und ist seit 1990 der Zweite Schützenmeister.

Ingrid und Reinhard Hiller erhielten die besondere Ehrung des Protektorabzeichens in Silber des Bayerischen Sportschützenbundes. Diese Ehrung für besondere Verdienste um das Schützenwesen wurde vom Protektor des Schützenbundes, seiner königlichen Hoheit Franz von Bayern, gestiftet. Reinhard Hiller ist seit 1976 ununterbrochen in verschiedenen Vorstandsämtern tätig. Als Erster Schützenmeister leitete er zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid die Planungen und den Umbau des Schützenheimes, sowie die Anlage des Gartens. Unter seiner Ägide wurde die Mitgliederzahl auf 175 gesteigert. Ingrid Hiller ist als Tochter des Ehrenmitglieds Adolf Heckl stets mit der Schützengesellschaft verbunden und an allen Veranstaltungen maßgeblich beteiligt.

Zum Abschluss des Jubiläumsabends präsentierten Erwin Wamser und Torsten Paulo die Vereinschronik unterhaltsam mit vielen historischen Bildern. Die gesamte Chronik kann auf der Homepage der Schützengesellschaft 1898 Klosterlechfeld eingesehen werden.

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