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Königsbrunn

23.10.2017

Saxophon trifft Orgel

Ein musikalisch höchst stimmiges Duo: Saxofonist Christian Elin und Kirchenmusiker Christoph R. Gollinger.
Bild: Andrea Collisi

Christian Elin und Christoph R. Gollinger vermitteln durch ihr Können den Eindruck als spielten mehr als zwei Musiker.

Ein anspruchsvolles wie genussvolles Konzert boten Kirchenmusiker und Organist Christoph R.Gollinger und Saxophonist und Klarinettist Christin Elin in der Kirche Zur Göttlichen Vorsehung. Das honorierten auch die Zuhörer in Königsbrunn, die anhaltend applaudierten und auch laute Bravorufe waren mehrmals zu hören. Das ist eher ungewöhnlich bei einem klassischen Konzert.

Doch es war im Grunde auch kein rein klassisches Konzert im üblichen Sinn. Jedenfalls brachte es eine spannende Mischung mit seinem Querschnitt von Musikstücken aus dem Barock von Johann Sebastian Bach, über die Romantik von Camille Saint-Saens sowie Moderne von Astor Piazolla bis hin zu zeitgenössischen Werken von Hans-André Stamm. Für weitere Höhepunkte sorgten die Eigenkompositionen von Christian Elin selbst, der sowohl mit dem Solostück für Sopransaxophon „Cycles“ für Furore sorgte wie auch beim solistischen Vortrag „Un pas jusqu’au seuil“ mit dem selten zu hörenden Instrument Bassklarinette.

Sphärische Klänge tragen die Zuhörer förmlich davon

Bei „Cycles“ erlebte der Zuhörer sphärische Klänge ähnlich einer Höhlenmusik, die den Zuhörer in weite Ferne tragen und immer wieder zurückholen konnten. Elin vermittelte durch seine technische Brillanz und die Fähigkeit, alles aus seinem Instrument herauszuholen, mitunter den Eindruck mehrerer Instrumente. Beim Vortrag mit der Baßklarinette war es – ganz dem Titel entsprechend – „Ein Schritt zu Schwelle“ der sehnsuchtsvolle tiefe und wehmütige Tenor, der immer wieder auch Assoziationen an den Charakter von Klezmer brachte. Furios der Vortrag „Pick Five“, bei der man auch die Spielfreude und der Spaß am Ungewöhnlichen der beiden Musiker spürbar wurde. Das gleiche bei Piazollas Libertango – hier hatten sich zwei gefunden, die mit scheinbar müheloser Leichtigkeit Musik in den Raum für die Zuhörer transportierten.

Und das kam an. Der 19-jährige Niklas Diller, der selbst jahrelang Orgel spielte, war fasziniert von dieser musikalischen Begegnung. Erstaunt und angetan war auch Johannes Hutfless von der Darbietung beider Künstler aber besonders auch von der Kunst des Kirchenmusikers Gollinger. Der habe ihn das mächtige Instrument der Orgel nochmals ganz neu entdecken lassen, betonte der Musikfreund: „Die Leichtigkeit und Zurücknahme im Zusammenspiel hat mich erstaunt. Herr Gollinger hat das Instrument der Klarinette und des Saxophons gleichrangig sein lassen wie ich es bisher kaum bei andern Konzerten mit beispielsweise Orgel und Trompete erlebte.“

Was man aus der Orgel herausholen kann und welche Arbeit durch das gleichzeitige Spiel an den Tastaturen, Registern und Pedalen dabei vom Organist zu leisten ist, zeigte Gollinger im Solostück Offertoire C-Dur von Louis Lefébure-Wély.

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