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Serie Schwäbische Häuser

02.03.2009

Schafe, Esel und ein schwäbisches Bauernhaus

Von der Vorstadt aufs Land - die Familie Schurer hat sich in Baiershofen einen Lebenstraum erfüllt. Dazu gehören vier fleißige Menschen, zwei Hunde, eine Katze, Schafe, Esel und - zuallererst - ein schwäbisches Häuschen. Von Hertha Stauch

Von Hertha Stauch

Altenmünster-Baiershofen - Von der Vorstadt aufs Land - die Familie Schurer hat sich in Baiershofen einen Lebenstraum erfüllt. Dazu gehören vier fleißige Menschen, zwei Hunde, eine Katze, Schafe, Esel und - zuallererst - ein schwäbisches Häuschen. Denn das etwas heruntergekommene, alte Bauernhäuschen in der Ortsmitte von Baiershofen darbte lange Zeit dahin und sollte schon "weggeschoben" werden, ehe es von den Schurers entdeckt wurde.

Keiner wollte es haben, weil es bereits deutliche Spuren des Zerfalls zeigte, doch für die aus Neusäß stammende Familie war es "das Haus. Ich wusste sofort, dass es das richtige ist", strahlt Cornelia Schurer noch heute über ihre Entdeckung. Nichts schreckte die Schurers ab, als sie nach dem Kauf gemeinsam ans Renovieren gingen; nicht feuchte Wände, nicht modernde Balken, kaputte Dächer und marode Fußböden. Sie schufteten und werkelten jede freie Minute - und wohnen nun seit fünf Jahren, bereits anerkannt und aufgenommen in die Dorfgemeinschaft, im schwäbischen Bauernhof. Wichtig war der Familie, die schwäbische Bauweise mit Gesimsen, Fensterkreuzen und Fensterläden zu erhalten - äußerlich wurde nicht viel verändert, nur ein Fenster zur Terrassentüre gemacht. Auch im Inneren wurden die Anordnung der Räume und die niedrige Raumhöhe belassen.

Auch die Struktur des Hofes - vorne Wohnhaus, dann Übergang zum Stall und zur Scheune - wurde belassen. Denn gerade das ist es, was der Familie mit ihrer Eselzucht und Schafhaltung die Arbeit erleichtert. "Die Raumanordnung ist ideal für uns", sagt Cornelia Schurer. Im einstigen Stall mit gewölbter Decke hat sie alles Material, Werkzeug und Gerät für ihre Tierhaltung untergebracht. Von dort aus geht es in die ehemalige Scheune, in der die Esel ihre Boxen und die Schafe ihren Zwerch bekommen sollen.

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Denn noch ist die Renovierung nicht ganz abgeschlossen - je nach Zeit und Geldbeutel geht es Stück für Stück. Und - das versteht sich von selbst - die neuen Herren des Hauses machen vieles selbst. Handwerklich begabt sind sie allemal. Manfred Schurer hat sich als gelernter Energieanlagen-Elektroniker und jetzt EDV-Fachmann in München großes handwerkliches Können angeeignet. Sohn Mario, 15 Jahre alt, liebt die Arbeit auf dem Hof, steuert bereits den alten Traktor, den sich die Familie gekauft hat, und peilt eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker an. Tochter Tanja, 22, ist schon aus dem Haus, und Mutter Cornelia gibt als tierbegeisterte Frau den Ton in der Tierzucht und Hobbylandwirtschaft an. "Baiershofen hatte zuletzt nur noch eine Landwirtschaft. Jetzt mit uns sind es wieder zwei", sagt die Eselzüchterin.

Ihre Tiere werden gerne von anderen Grundstücksbesitzern zum Abgrasen der großen Gärten, die es im Angerdorf Baiershofen noch gibt, ausgeliehen: "Wir beweiden das ganze Dorf." So hat die Familie den Baiershofenern nicht nur ein altes Anwesen erhalten, sondern auch wieder zu einem Stück dörflicher Tradition und Lebensweise verholfen. Dass der Kulturausschuss des Kreistages Augsburg sie für ihre Mühen mit einer Prämie belohnte, darauf sind die Schurers stolz.

Und die Neusässer Neu-Baiershofer bereuen nichts: "Wir können nicht sagen, dass uns hier irgendetwas fehlt."

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