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Schwabmünchen

06.11.2019

Schlechte Scherze über schöne Ohren

Trotz seiner vor kurzem durchgeführten Ohrenoperation ließ es sich Matthias Matuschik nicht nehmen, die Comedy-Nacht zu moderieren.
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Trotz seiner vor kurzem durchgeführten Ohrenoperation ließ es sich Matthias Matuschik nicht nehmen, die Comedy-Nacht zu moderieren.
Foto: Uwe Bolten

Matthias Matuschik präsentiert vier Künstler zur zehnten Comedy-Nacht im Germar’s.

Manch ein Besucher der zehnten Comedy-Nacht im „Germar’s“ vermutete bei Moderator Matthias Matuschik hellseherische Fähigkeiten. Gerade in dem Moment, als er sich zum FC Bayern München äußerte, vibrierten einige Handys und die Meldung über Nico Kovacs Entlassung lief über den Nachrichten-Ticker. Doch wenn der Kultmoderator und Kabarettist Matuschik zur Veranstaltung nach Schwabmünchen kommt, sind es nicht nur seine scharfzüngigen, zum Teil bitterbösen, Moderationen und Vorträge, die das Publikum begeistern, sondern insbesondere die Künstler, die er präsentiert. Und die fanden, für Matuschik zum Leid, in seiner Ohrenoperation, von der ein Verband zeugte, eine wahre Spielwiese, um eingestreute Scherze darüber zum Besten zu geben.

„Schlechte Scherze über schöne Ohren“, wie der im fränkischen Heimatdialekt vortragende Christoph Maul feststellte. Er ließ die Zuhörer an bösen Späßen mit der Mülltonne gegenüber eines neuen Nachbars teilhaben und appellierte für selbstputzende Wohnungen statt selbstfahrende Autos. Der in Franken bei großen Veranstaltungen sowie in Hörfunk und Fernsehen vertretene Kabarettist gab Ratschläge für Scherze mit Mitbürgern. Für seine Idee: „Haltet doch mal im Auto während der Vorbeifahrt an einer Polizeistreife eine Banane ans Ohr“, löste Riesenbeifall und schallendes Gelächter hervor.

Szenen zwischen Bio-Essen und Schweinshaxe

Christina Baumer, neben ihrer Karriere als Kabarettistin ebenso in Film und Fernsehen anzutreffen, entführte die Zuhörer in ihre oberpfälzische Heimat. Als Leberkäse liebende Urbayerin Tina leerte sie in ihrer Bekleidung als Bedienung eine Halbe Bier auf der Bühne in einem Zug und ließ durchblicken, dass in der Oberpfalz „jeder Tag eine Survival-Tour“ darstellt. Parallel dazu nahm sie die Rolle der Zwillingsschwester Chris ein, die ihr veganes Leben als Schauspielerin in München versucht, in den Griff zu bekommen. Die Szenen zwischen Bio-Essen und Schweinshaxe, Facebook und Wirtshaus werden den Besuchern in Erinnerung bleiben.

Mit Humor und Ironie präsentierte der Würzburger Andy Sauerwein Betrachtungen zum täglichen Wahnsinn, wie die Konkurrenz von „Siri und Alexa“ um seine Person bewies. Absolut gekonnt begleitete er sich selbst am Piano, die „Sachsen-Hymne“ war mit besonders schwarzem Humor gespickt. Das exzellent als Boogie gespielte „Bobby-Car“-Lied animierte die Gäste zum Mitmachen.

„Der Max ist heute der König der Herzen“, sagte Matuschik, nachdem der Münchner Max Osswald als Poetry-Slammer seine Geschichten mit eindrucksvoller Mimik und Gestik vorgetragen hatte. Von Komik gespickt, begleiteten die Zuhörer eine Handballmannschaft in die Münchner Pinakothek der Moderne, bei dem nahezu Sporthallenatmosphäre einschließlich Fangesänge die Kunsthalle durchdrang. Die Gäste quittierten seinen Auftritt mit viel Applaus.

Der Veranstaltung tat es sehr gut, dass sich alle an die von Matthias Matuschik zu Beginn erbetene Bestell- und Servierpause während des Programms hielten. So hatten Künstler und Publikum im voll besetzten Lokal die Möglichkeit zu interagieren – auch wenn die Zuhörer auf den ein oder anderen Gag, bei dem das Servicepersonal in der Vergangenheit Pate stand, verzichten mussten.

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