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Langerringen

30.03.2019

Schorerhof wird zur Daseinsvorsorge

Hier entsteht ein neuer Gebäudekomplex: Der altbekannte Name Schorerhof soll nach dem Wunsch des Langerringer Gemeinderates erhalten bleiben. Auch die Kapelle bleibt stehen.
Bild: Michael Mäusly

An der Hauptstraße in Langerringen sollen mehrere Gebäude entstehen, darunter eine Arztpraxis, eine Apotheke und betreutes Wohnen.

Mitten in Langerringen soll ein neuer Blickfang entstehen, denn das Dorf will sich weiterentwickeln. Unter dem Stichwort Daseinsvorsorge sieht es die Gemeinde wohlwollend, dass Bauunternehmer Herbert Lutzenberger an der Hauptstraße mehrere Gebäude entstehen lassen will. Dort sollen eine Arztpraxis, eine Apotheke und betreutes Wohnen Platz finden. Im Gemeinderat stellte der Bauträger den aktuellen Planungsstand vor.

Das alte landwirtschaftliche Anwesen an der Hauptstraße 50 war und ist den Langerringern seit Jahrzehnten als Schorerhof bekannt. Auch deshalb kamen aus dem Gemeinderat Stimmen, doch diesen Namen für das umfangreiche Projekt beizubehalten. Im Rahmen der Vorbereitungen war bisher die Bezeichnung Neue Mitte ins Gespräch gebracht worden – eine Bezeichnung, die auch andere Gemeinden schon verwenden.

Unter anderem sollen elf barrierefreie Wohnungen an der Langerringer Hauptstraße entstehen

Der Komplex aus drei mehrgeschossigen Einzelhäusern, 31 oberirdischen Parkplätzen und einer Tiefgarage (31 Stellplätze) wird auch elf barrierefreie Wohnungen bis zu einer Größe von 110 Quadratmetern beinhalten. Außerdem wird Lutzenberger seinen Firmensitz in eines der drei Gebäude verlegen. Da sich das Vorhaben noch im frühen Planungsstadium befindet, moderierte Architekt Peter Nardo (Planungsbüro Tremel) die Abwägung der Stellungnahmen der ersten Runde im Bauleitverfahren.

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Neben den Standardstellungnahmen, die sich auf redaktionelle Klarstellungen oder selbstverständliche Aspekte beziehen, spielt der Immissionsschutz eine große Rolle. Der Bebauungsplanentwurf umfasst auch das benachbarte Grundstück Hauptstraße 48, auf dem eine Landwirtschaft mit Stallungen betrieben wird. Hier sieht das Augsburger Landratsamt eine Überschreitung der Geruchsbelastung: „Es riecht zwölf Prozent der Jahresstunden häufiger nach Rinderstall, als dies zulässig ist.“ Zur Vermeidung sollten Fenster und Türen auf der Nordseite des Stalles ganzjährig geschlossen bleiben. Da natürliche Gründe wie Wetterlagen sich aber nicht an Vorgaben halten, könne es doch zu höheren Belastungen führen. Bei dem Planungsgebiet handelt es sich um innerörtliches Mischgebiet. Weil sich aber die landwirtschaftlichen Immissionen nicht ändern lassen, liegt das Thema jetzt in der Hand von Lutzenberger.

Eine Lüftungsanlage könnte den Geruch der Ställe neben dem Schorerhof bannen

Er hat vor, durch „architektonische Selbsthilfe“ (bauliche Maßnahmen) – eine Wortschöpfung, die Architekt Nardo so bisher auch nicht bekannt war – einen wirksamen Schutz für die künftigen Nutzer und Bewohner zu schaffen. Das könnte beispielsweise durch eine Lüftungsanlage geschehen.

Auch das Landwirtschaftsamt äußerte erhebliche Bedenken. Als Reaktion der Gemeinde wird der betroffene Milchviehbetrieb aus dem Geltungsbereich herausgenommen. Damit sind die beabsichtigten Auflagen zum Immissionsschutz jetzt vom Tisch. Im Rahmen der öffentlichen Auslegung hatte sich der Rechtsanwalt von Landwirt Wolfgang Müller ebenfalls ablehnend dazu geäußert. Seine Argumentation hat sich somit im Ergebnis ebenfalls erledigt.

Die Baumaßnahme soll die Anlieger im Maiergässle nichts kosten

Bürgermeister Konrad Dobler und Planer Nardo dämpften Befürchtungen, dass aufgrund dieser Baumaßnahme erschließungbeitragsrechtliche Kosten für Anlieger des benachbarten Maiergässle entstünden; laut Nardo wird es nur ertüchtigt. Aufgrund der Stellungnahme des Landratsamtes Augsburg will die Gemeinde prüfen, inwieweit rechtliche oder vertragliche Regelungen vorgenommen werden müssen.

Die Planung der Neubebauung wurde mit Kreisbaumeister Frank Schwindling abgestimmt. In der Gesamtbewertung sieht dieser das Ortsbild gewahrt. Eine an der südwestlichen Grundstücksgrenze zur Hauptstraße hin und frei sichtbar gelegene kleine Kapelle bleibt erhalten; eine Tatsache, die auch in der Kreisbaubehörde positiv zur Kenntnis genommen wurde.

Weitere Themen im Überblick:

Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ 2019 bis 2022: Die Gemeinde entscheidet sich gegen eine Teilnahme.

Sanierung der Viktor-Scheffel-Schule: Im Rahmen einer Plankorrektur wird eine barrierefreie Behindertentoilette eingebaut.

Kindergarten im Ortsteil Gennach: Aus einem Sonderprogramm erhält die Gemeinde zusätzlich 200000 Euro an Fördermitteln.

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