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Spezialtransport

19.06.2020

Schrittgeschwindigkeit statt Überschall

Immer wieder eng ging es beim Transport des Eurofighters durch das Kaufbeurer Stadtgebiet zu. Damit der Düsenjet mit einer Spannweite von 11,50 Meter durchpasste, mussten auch mehrere Ampelmasten umgelegt werden.
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Immer wieder eng ging es beim Transport des Eurofighters durch das Kaufbeurer Stadtgebiet zu. Damit der Düsenjet mit einer Spannweite von 11,50 Meter durchpasste, mussten auch mehrere Ampelmasten umgelegt werden.

Eurofighter rollt auf Lkw-Gespann nahezu problemlos von Lagerlechfeld nach Kaufbeuren

Als ob das Wetter verhindern wollte, dass der Eurofighter seinen Weg vom Lechfeld in das Allgäu antreten konnte, setzte kurz vor dem Moment, an dem der Transport in Sichtweite der Ausfahrtsstelle kam, massiver Regen ein. Silbrig-braun erschienen die verlegten Metallplatten, auf denen der Schwertransporter das Flugplatzgelände am späten Nachmittag durch eine vorbereitete Zaunlücke verließ.

Unerwartet zügig lenkte der Fahrer sein Gefährt ein und führte seine Fahrt unbeirrt des knappen Platzes neben seinen Reifen fort. Hier war ein echter Meister seines Fachs am Werk. Das bundeseigene Gelände zwischen Fliegerhorst und der Ulrichkaserne sollte für die nächsten Stunden der Parkplatz des Eurofighters sein.

Gegen 20.15 Uhr erhielt der Transport von der Polizei die Erlaubnis, die Bundesstraße 17 an der Auffahrt Oberottmarshausen mit seinen 16 Begleitfahrzeugen zu befahren. Zahlreiche Schaulustige fanden sich auf den Brücken entlang der Strecke ein. Die Geduld der Beobachter auf der Überquerung nahe der Lagerlechfelder Versöhnungskirche wurde um 20.40 Uhr belohnt, als eine Front von Blinkleuchten am Horizont erschien. Wenige Minuten später passierte der außergewöhnliche Konvoi die Engstelle auf dem Mittelstreifen der Bundesstraße, gefolgt von einer Vielzahl von Fahrzeugen, die sich Hunderte von Metern hinter dem Transport aufstauten.

Schrittgeschwindigkeit statt Überschall

Während die Lechfelder Zuschauer noch im Nieselregen ausharren mussten, hatten die Schaulustigen auf der Brücke der Bahnhofstraße in Hurlach, die der Konvoi gegen 21 Uhr erreichte, bessere Wetterverhältnisse. Die einbrechende Dunkelheit ließ deutlich die auf die Fahrbahn gerichteten Lichter erkennen, mit denen die Breite des Eurofighters sichtbar wurde: Während der linke Lichtpunkt exakt die Markierungslinie der Fahrbahnbegrenzung ausleuchtete, fand sich die rechte Orientierungsmarke jenseits des Seitenstreifens im Grünen wieder.

Der Landsberger Kreisel, erster markanter Zielpunkt nach 20 Kilometern Fahrt, erreichte der außergewöhnliche Konvoi nach knapp eineinhalb Stunden um 21.40 Uhr. Mit einem bunten Lichtermeer und einer kurzen Wartezeit verabschiedete sich der Eurofighter auf seinem Weg Richtung Kaufbeuren von der Bundestrasse 17 auf die Autobahn 96.

Von dort ging es über die Bundesstraße 12 nach Kaufbeuren, und hier begann der schwierigste Teil des Transports: Obwohl der städtische Bauhof schon etliche Verkehrsschilder und Ampeln umgelegt hatte, musste das 11,50 Meter breite und 16 Meter lange Flugzeug immer wieder zentimetergenau zwischen Masten, Bäumen und Verkehrsinseln hindurchmanövriert werden.

Kurz nach 2 Uhr morgens, und damit rund eine Stunde früher als geplant, parkte das Eurofighter-Lkw-Gespann dann schließlich rückwärts in einen Hangar auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst ein. „Es hat alles wunderbar geklappt“, waren sich am Ende Bundeswehr-Sprecher Dietmar Bassing und Speditionschef Anton Wocken einig. (mit mas)

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