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Graben

16.11.2019

Schüler erleben die Gefahr von Plastikmüll

Schüler der Grundschule Graben erlebten spannende und lehrreiche Momente über das Leben im Meer und drohende Gefahren, durch Journalistin Bettina Kelm (hinten, weißes T-Shirt) und Autorin Friederun Reichenstetter.
Bild: Uwe Bolten

Kinder der Grundschule Graben tauchen in die Tiefe des Meeres. Wie Umweltbewusstsein entsteht.

Nach einem vielstimmigen „Oohh“ trat wieder Ruhe ein. Das Bild, das Reisejournalistin Bettina Kelm im Kulturzentrum an die Wand projizierte, bewegte die rund 90 Kinder der 3. und 4. Klasse der Gräbinger Grundschule: Eine Meeresschildkröte gefesselt in einem Fischernetz aus Nylon, in dem sich weitere Kunststoffteile verfangen hatten, an einer Hinterflosse hatte sich ein kleiner Eimer verhakt.

„Wir wissen nicht, ob die Schildkröte nach der Entfernung des Plastiks überlebt hat. Die Schnüre des Netzes hatten sich schon tief in die Flossen eingeschnitten“, sagte Kelm, die zusammen mit Kinder- und Jugendbuchautorin Friederun Reichenstetter in der Bücherei zu Gast war. Der Umweltvortrag „Deine Freunde im Meer – und wie Du sie schützen kannst“ erlaubte den faszinierenden Einblick in die Welt der Meeresbewohner und die massive Bedrohung durch Plastik, die dieses gigantische Ökosystem zu zerstören droht.

Friederun Reichenstetter entführte die Kinder mit der Lesung aus dem erzählenden Sachbuch „Der kleine Delfin und seine Freunde im Meer“ in die Tiefen des Ozeans, in dem sie das Leben von Meeressäugern und Fischen spannend darstellte. Die Geschichte diente als Mantel, der einen wahren Schatzkörper aus Informationen um die Tierwelt in den Meeren beinhaltete. Während sie vorlas, erschienen immer die passenden Illustrationen aus ihrem Buch an der Wand und ließen die Kinder förmlich mit dem kleinen Delfin in seine Welt eintauchen. Die Ruhe im Raum und die Konzentration, mit der die Kinder der Lesung folgten, waren der Beweis für die gelungene Art der Wissensvermittlung.

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Bettina Kelm: "Fliegen ist sehr umweltschädlich."

Anschaulich und mit dem Hauch des Abenteuers versehen, schilderte Bettina Kelm zahlreiche Begebenheiten, die sie als Reisejournalistin erlebt hatte und die sie zur aktiven Kämpferin für den Schutz der Meere vor der Vermüllung machte. „Zuerst möchte ich feststellen, dass ich meine Fernreisen weitgehend eingestellt habe, da das Fliegen sehr umweltschädlich ist“, sagte sie, während das Bild eines riesigen Buckelwals die Wand füllte. Auf einem weiteren Bild erschien der Kopf des Wals sehr nah. „Für mich war es einer der größten Momente, Auge in Auge mit dem großen Meeressäuger zu sein. Ich war total verzaubert von diesem Gänsehautmoment“, erzählte sie. Lachen löste ein Tondokument von singenden Walen aus. Bei der Bemerkung „das klingt wie ein depressiver Saurier“ konnten sich die Lehrkräfte ebenfalls eines Schmunzelns nicht verweigern.

„Pro Minute wird eine Lastwagenladung voller Plastik in die Ozeane gekippt“, stellte Kelm fest und sensibilisierte die Kinder für den verantwortungsvollen Umgang mit der faszinierenden und lebenswichtigen Meereswelt. Die Gefahren durch Plastiktüten, Kunststoffgegenständen, die sich zu Mikroplastik verändern, und Plastikflaschen wurde den Kindern schnell klar. Die Bereitschaft bei ihnen zum Verzicht auf diese Gegenstände, stieg immer mehr.

Das Foto eines Delfins, dessen Atemloch von einer Tüte nahezu verschlossen wurde, bewegte. Nach 90 Minuten klebten die Klassen immer noch förmlich an den Lippen und den Bildern, eine Unruhe kam nicht auf, so faszinierte der Vortrag die Kinder. Das pädagogische Konzept der Sensibilisierung vor den gravierenden Umweltsünden hatte gegriffen.

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