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Behördenfunk

09.03.2011

Schwabegg wehrt sich gegen den Funkmast

Das Interesse der Schwabegger an dem Behördenfunk-Masten war groß. Bürgermeister Lorenz Müller erläuterte noch einmal die Position der Stadt.
Bild: Monika Schmich

70 Bürger pilgern zum geplanten Standort des Funkmastsbei Schwabegg. Die Grünen-Abgeordnete sichert den Leuten Unterstützung zu.

Kaffee und Kuchen standen bereit. Doch die Verpflegung reichte nicht für alle. Denn mit so einem Andrang hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Rund 70 Bürger waren am Montag zum Wanderparkplatz an die Schlossbergstraße in Schwabegg gekommen, um ihrem Unmut über den geplanten Standort für den Behördenfunk Luft zu machen.

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Anlieger aus Schwabegg, Eltern mit ihren Kindern, ältere Bürger – sie alle fühlen sich von den Behörden und Planern, die den Standort 400 Meter von der Ortsgrenze am Wanderweg ausgewählt hatten, übergangen. So wie Bruno Meitinger: „Es ist nicht gut, immer zu allem Ja zu sagen“, findet der Schwabegger. Deswegen war er mit seiner Frau Roswitha und den Söhnen Jonas und Tobias mit dabei.

Doch es ging den Bürgern nicht darum, generell Nein zu sagen. „Wir wollen nicht Sinn und Wichtigkeit des digitalen Behördenfunks infrage stellen“, sagte der Mitorganisator Roland Jauernik. „Aber wir wollen erreichen, dass der Abstand des Mastes zur Bebauungsgrenze deutlich vergrößert wird.“ Denn viele fürchten Beeinträchtigungen für die Gesundheit durch die Strahlenbelastung. Auch das Landschaftsbild sehen sie in Gefahr.

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Um ihre Anliegen an den Mann zu bringen, hatten sich die Initiatoren politische Verstärkung geholt. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Christine Kamm, hörte sich die Bedenken der Bürger an. Sie selbst sitzt im Innenausschuss des Landtags und ist damit in die Entscheidungsprozesse eingebunden. Kamm kritisierte das „generalstabsmäßige Vorgehen“ der Planer bei der Auswahl der Standorte. „Es gibt so viel Ärger, nicht nur hier“, sagte die Politikerin. „Man hat jetzt eingesehen, dass es ohne das Einverständnis der Bürger nicht geht.“

Wie berichtet, hatte der TÜV Rheinland im Auftrag des bayerischen Innenministeriums in den vergangenen Monaten die Standorte für die 15 Stationen im Landkreis Augsburg ausgewählt. Darunter auch den im Schwabmünchner Stadtteil Schwabegg. Bereits im Juli war in unserer Zeitung davon zu lesen. Die Stadt selbst, so bekräftigte Bürgermeister Lorenz Müller bei der Protestveranstaltung erneut, habe erst durch den formellen Bauantrag von dem Projekt erfahren. Im Januar wurde das Thema im Bauausschuss des Stadtrates offiziell beraten. Seitdem sorgt der Mast in Schwabegg für Wirbel.

360 Bürger haben sich in die Unterschriftenliste eingetragen

360 Bürger haben sich bereits in eine Unterschriftenliste eingetragen. Mit Protestplakaten – „So nicht!“ – marschierten die Bürger nun zum geplanten Standort. Sie wollten der Abgeordneten deutlich machen, wie nah der Mast am Ort stehen würde und wie prägend das 40 Meter hohe Stahlgerippe für das Landschaftsbild wäre. Kamm pflichtete den Schwabeggern bei: „Hier haben wir einen Standort, der nachgebessert werden muss.“

Neben ihrer Kritik präsentierten die besorgten Bürger auch gleich zwei Alternativvorschläge: einen Standort rund 200 bis 300 Meter weiter im Wald. Und einen weiteren 500 Meter Richtung Süden inmitten hoher Bäume. „Für Ihren Vorschlag werde ich mich einsetzen“, versprach Kamm.

Dabei wird es auch um die Frage gehen, wer die Mehrkosten trägt, wenn der Mast weiter als geplant vom Ort entfernt stehen soll: die Stadt, der Freistaat Bayern oder der Bund als Träger des Projekts? Rund 20 000 Euro koste es, so Müller, die Stromversorgung 200 Meter in den Wald zu verlegen. Nach Auskunft des Bürgermeisters hätten das Staatliche Hochbauamt und der zuständige Planer vom TÜV Rheinland bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. Und auch Kamm deutete an: „Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir einen Weg finden.“

So viel Optimismus kam auch bei den Bürgern an. „Ich hoffe, dass unsere Lösung Gehör findet“, sagte Brigitte Nowak. Auch sie hatte an der Protestveranstaltung teilgenommen, die Hunde Sira und Motto waren mit dabei. Das Engagement der Schwabegger findet sie wichtig: „Wenn wir nur die Hände in den Schoß legen, können wir nichts bewegen.“

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